Autorin: Katharina Heinz (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), Ernährungsberaterin und Pharmazieökonomin)
Inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)
Disclaimer: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Gelenkschmerzen werden häufig mit Verschleißerscheinungen oder entzündlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Doch können auch fehlende Vitamine eine Rolle spielen? Insbesondere bei einem Vitamin-B12-Mangel stellt sich die Frage, ob dieser nicht nur Beschwerden des Nervensystems, sondern auch Schmerzen im Bereich der Gelenke verursachen kann.
Tatsächlich gibt es Hinweise auf mögliche Zusammenhänge, auch wenn Gelenkschmerzen nicht zu den typischen Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels gehören. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen tatsächlichen Gelenkbeschwerden und Schmerzen, die durch beeinträchtigte Nervenfunktionen entstehen. Doch was sagt die Wissenschaft dazu, welche Ursachen kommen infrage und woran lassen sich die verschiedenen Schmerzursachen erkennen? Dies beantworten wir im nachfolgenden Beitrag!
Kann ein Vitamin-B12-Mangel Gelenkschmerzen verursachen?
Gelenkschmerzen können zahlreiche Ursachen haben. Um mögliche Zusammenhänge zwischen Gelenkschmerzen und einem Vitamin-B12-Mangel besser einzuordnen, lohnt sich daher ein Blick auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Frage, ob ein Mangel auch entzündliche Veränderungen der Gelenke begünstigen kann.
Das sagt die Studienlage
Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich bislang nur begrenzt mit der Frage, ob ein Vitamin-B12-Mangel unmittelbar Gelenkschmerzen verursachen kann. In medizinischen Leitlinien werden vor allem neurologische Beschwerden wie Kribbeln, Taubheitsgefühle und Gangstörungen sowie Blutbildveränderungen als mögliche Folgen eines Mangels beschrieben. Gelenkschmerzen gelten dagegen nicht als charakteristisches Mangelsymptom. Größere klinische Studien, die einen direkten ursächlichen Zusammenhang nachweisen, fehlen bislang.
Eine 2024 in der Fachzeitschrift Rheumatology International veröffentlichte Fallübersicht untersuchte die Bedeutung eines Vitamin-B12-Mangels bei rheumatischen Erkrankungen. Die Autoren beschrieben drei Patienten, bei denen unter anderem Nervenschmerzen, Müdigkeit und Muskelschwäche zunächst einer rheumatischen Erkrankung zugeschrieben wurden. Nach einer Vitamin-B12-Behandlung besserten sich diese Beschwerden nahezu vollständig. Die Beobachtungen verdeutlichen, dass sich Symptome eines Vitamin-B12-Mangels mit denen rheumatischer Erkrankungen überschneiden können.
Allerdings lässt sich aus solchen Fallberichten nicht ableiten, dass ein Vitamin-B12-Mangel selbst Gelenkschmerzen oder Gelenkschäden verursacht. Die geringe Zahl der untersuchten Patienten und das Fehlen einer Kontrollgruppe begrenzen die Aussagekraft. Insgesamt liefern die bisherigen Untersuchungen Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen einem Vitamin-B12-Mangel und Beschwerden des Bewegungsapparates, jedoch keinen gesicherten Nachweis für eine direkte Schädigung der Gelenke.
Können durch einen Vitamin-B12-Mangel Gelenkentzündungen entstehen?
Eine Gelenkentzündung, medizinisch als Arthritis bezeichnet, entsteht durch entzündliche Prozesse innerhalb eines Gelenks. Typische Anzeichen sind Schmerzen, Schwellungen, Überwärmung und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keine ausreichenden Belege dafür, dass ein Vitamin-B12-Mangel unmittelbar solche Entzündungen auslöst oder das Gelenkgewebe entzündlich schädigt.
Allerdings können ein Vitamin-B12-Mangel und entzündliche Gelenkerkrankungen gleichzeitig auftreten. Dies ist unter anderem bei bestimmten Autoimmunerkrankungen möglich. Beispielsweise kann eine Autoimmungastritis die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen und dadurch einen Mangel verursachen. Da verschiedene Autoimmunerkrankungen gehäuft gemeinsam vorkommen können, lässt sich bei Betroffenen unter Umständen sowohl eine entzündliche Gelenkerkrankung als auch ein Vitamin-B12-Mangel feststellen. Daraus ergibt sich jedoch kein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen beiden Beschwerden.
Wie ein Vitamin-B12-Mangel gelenkähnliche Schmerzen auslösen kann
Vitamin B12 übernimmt im Körper verschiedene Aufgaben, die für die Funktion des Bewegungsapparates relevant sind. Insbesondere das Nervensystem und die Steuerung von Bewegungsabläufen sind auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 angewiesen.
Bei einem länger bestehenden Vitamin-B12-Mangel können diese Funktionen beeinträchtigt werden. Dadurch sind Beschwerden möglich, die als Gelenkschmerzen wahrgenommen werden können, obwohl die Gelenke selbst nicht unmittelbar betroffen sind. Für diese Zusammenhänge kommen verschiedene Ursachen infrage:
Nervenschädigungen als Ursache der Schmerzen
Vitamin B12 ist für die Erhaltung der sogenannten Myelinscheiden von Bedeutung. Diese schützen die Nervenfasern und ermöglichen eine schnelle Weiterleitung elektrischer Signale. Bei einem ausgeprägten Vitamin-B12-Mangel kann es zu Schädigungen der peripheren Nerven (Polyneuropathie) kommen. Dadurch wird die Übertragung von Sinnesreizen beeinträchtigt, was unter anderem Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle verursachen kann.
Die daraus entstehenden Nervenschmerzen können in unterschiedlichen Körperregionen auftreten, insbesondere in den Händen, Füßen und Beinen. Je nach betroffenem Nerv können die Beschwerden auch in der Nähe von Gelenken wahrgenommen werden. Beispielsweise können Schmerzen im Bereich der Finger oder Sprunggelenke auftreten, ohne dass eine Erkrankung des jeweiligen Gelenks vorliegt. Die Ursache für den Schmerz befindet sich in solchen Fällen also im Nervensystem und nicht im Gelenkgewebe selbst.
Ein länger bestehender Vitamin-B12-Mangel kann darüber hinaus das Rückenmark beeinträchtigen. Diese als funikuläre Myelose bezeichnete Erkrankung betrifft insbesondere Nervenbahnen, die für die Wahrnehmung von Bewegungen und der Körperposition zuständig sind. Neben Empfindungsstörungen können dadurch Gangunsicherheit und Koordinationsprobleme entstehen. Allerdings entwickelt nicht jeder Mensch mit einem Vitamin-B12-Mangel solche neurologischen Beschwerden.
Muskelschwäche und veränderte Belastung der Gelenke
Ein Vitamin-B12-Mangel kann neben Empfindungsstörungen auch mit Muskelschwäche einhergehen. Verantwortlich dafür können unter anderem neurologische Beeinträchtigungen sein, welche die Steuerung und Koordination der Muskulatur erschweren. Betroffene bemerken beispielsweise, dass ihnen längeres Gehen, Treppensteigen oder andere körperliche Aktivitäten zunehmend schwerfallen.
Eine geschwächte oder unzureichend koordinierte Muskulatur kann die Stabilisierung der Gelenke beeinträchtigen. Werden Bewegungen dadurch verändert oder bestimmte Muskelgruppen stärker beansprucht, kann es theoretisch zu einer ungünstigen Belastungsverteilung kommen. Besonders an stark beanspruchten Gelenken wie Knie, Hüfte oder Sprunggelenk könnten auf diese Weise zusätzliche Beschwerden entstehen. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Vitamin-B12-bedingter Muskelschwäche und Gelenkschmerzen ist wissenschaftlich allerdings nicht ausreichend untersucht.
Hinzu kommt, dass eine durch Vitamin-B12-Mangel verursachte Blutarmut mit Müdigkeit, Erschöpfung und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit verbunden sein kann. Dadurch können alltägliche Bewegungen anstrengender werden. Diese Beschwerden sind jedoch von einer tatsächlichen Muskelschwäche zu unterscheiden. Ob eine veränderte Gelenkbelastung infolge eines Vitamin-B12-Mangels tatsächlich Schmerzen verursacht, lässt sich bislang nicht zuverlässig beurteilen.
Die Rolle eines erhöhten Homocysteinwertes
Vitamin B12 ist am Abbau der Aminosäure Homocystein beteiligt. Gemeinsam mit Folat ermöglicht es die Umwandlung von Homocystein in Methionin, das der Körper für verschiedene Stoffwechselvorgänge benötigt. Besteht ein Vitamin-B12-Mangel, kann dieser Prozess beeinträchtigt werden, sodass die Homocysteinkonzentration im Blut ansteigt. Ein erhöhter Homocysteinwert kann allerdings auch andere Ursachen haben, beispielsweise einen Folatmangel oder eine eingeschränkte Nierenfunktion.
Einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass erhöhte Homocysteinwerte mit einem größeren Risiko für degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose verbunden sein könnten. Eine 2023 veröffentlichte Studie, die genetische Daten mithilfe der sogenannten Mendelschen Randomisierung auswertete, fand Hinweise auf einen möglichen ursächlichen Zusammenhang zwischen höheren Homocysteinwerten und Arthrose. Dabei zeigten sich unter anderem Zusammenhänge mit Erkrankungen der Knie- und Hüftgelenke.
Allerdings sind die bisherigen Forschungsergebnisse nicht einheitlich. Eine Untersuchung im Rahmen der Framingham Osteoarthritis Study konnte beispielsweise keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und der Entstehung beziehungsweise dem Fortschreiten einer Kniearthrose nachweisen. Zudem lässt sich aus den vorhandenen Studien nicht ableiten, dass ein Vitamin-B12-Mangel über einen erhöhten Homocysteinwert unmittelbar Gelenkschmerzen verursacht. Auch ist bislang nicht nachgewiesen, dass eine Senkung des Homocysteinwertes durch Vitamin B12 Gelenkbeschwerden verhindert oder verbessert.
Woran lassen sich Gelenkschmerzen und Nervenschmerzen unterscheiden?
Ob Schmerzen tatsächlich von einem Gelenk ausgehen oder durch eine Schädigung der Nerven verursacht werden, lässt sich anhand unterschiedlicher Merkmale einschätzen:
Gelenkschmerzen werden häufig als dumpf, ziehend oder stechend beschrieben und sind meist auf ein bestimmtes Gelenk begrenzt. Abhängig von der Ursache können sie sich bei Bewegung oder Belastung verstärken. Auch eine eingeschränkte Beweglichkeit, Druckempfindlichkeit oder Steifigkeit können auf eine Erkrankung des Gelenks hinweisen.
Nervenschmerzen äußern sich dagegen häufig durch brennende, elektrisierende oder einschießende Schmerzen. Charakteristisch sind zudem begleitende Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit. Die Beschwerden können sich über größere Bereiche ausbreiten und unabhängig von einer Gelenkbewegung auftreten. Bei einer Polyneuropathie sind häufig zunächst beide Füße betroffen, während sich entsprechende Symptome im weiteren Verlauf auch an den Händen entwickeln können.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich häufig bei der Lokalisation der Schmerzen. Während Beschwerden durch eine Gelenkerkrankung meist unmittelbar im betroffenen Gelenk auftreten, folgen Nervenschmerzen nicht unbedingt den anatomischen Grenzen eines Gelenks. Beispielsweise können brennende Schmerzen im Bereich des Sprunggelenks zusammen mit Kribbeln in den Zehen eher auf eine neurologische Ursache hindeuten. Schmerzen, die vor allem beim Auftreten oder bei bestimmten Bewegungen entstehen, sprechen hingegen eher für eine mechanische Belastung des Gelenks.
Allerdings ermöglichen die genannten Merkmale allein keine zuverlässige Diagnose, da sich die Beschwerden überschneiden und beide Schmerzformen gleichzeitig auftreten können. Bei anhaltenden oder zunehmenden Schmerzen ist deshalb eine ärztliche Untersuchung sinnvoll. Dabei können unter anderem die Beweglichkeit der Gelenke sowie die Sensibilität und Reflexe überprüft werden. Besteht der Verdacht auf neurologisch bedingte Beschwerden, kann auch eine Untersuchung des Vitamin-B12-Status sinnvoll sein.
Welche anderen Ursachen können hinter Gelenkschmerzen stecken?
Nicht immer sind Gelenkschmerzen auf einen Vitamin-B12-Mangel oder auf andere Nährstoffdefizite zurückzuführen. Häufig liegen den Beschwerden Veränderungen der Gelenkstrukturen oder entzündliche Erkrankungen zugrunde, die unabhängig von der Vitaminversorgung entstehen können.
Zu den häufigen Ursachen gehören insbesondere Arthrose und rheumatoide Arthritis. Obwohl beide Erkrankungen mit Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen können, unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Entstehung und der typischen Beschwerden deutlich voneinander.
Arthrose und degenerative Gelenkveränderungen
Die Arthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und ist durch fortschreitende Veränderungen des Gelenkknorpels sowie der umliegenden Gelenkstrukturen gekennzeichnet. Im Verlauf kann sich die schützende Knorpelschicht zunehmend abbauen, wodurch die Belastbarkeit des Gelenks beeinträchtigt wird. Gleichzeitig können Veränderungen am darunterliegenden Knochen und an der Gelenkinnenhaut entstehen. Besonders häufig betroffen sind die Knie- und Hüftgelenke sowie die Fingergelenke. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem ein höheres Lebensalter, Übergewicht, frühere Gelenkverletzungen und Fehlstellungen.
Typisch für eine Arthrose sind Gelenkschmerzen, die zunächst vor allem bei körperlicher Belastung auftreten. Viele Betroffene bemerken die Beschwerden beispielsweise beim Treppensteigen, längeren Gehen oder bei bestimmten Handbewegungen. Charakteristisch ist zudem der sogenannte Anlaufschmerz, der nach längeren Ruhephasen auftritt und sich durch Bewegung häufig innerhalb kurzer Zeit bessert. Bei fortgeschrittener Arthrose können die Schmerzen auch in Ruhe oder während der Nacht bestehen. Hinzu kommen mitunter Gelenksteifigkeit, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit.
Zu beachten ist, dass ein nachgewiesener Vitamin-B12-Mangel eine gleichzeitig bestehende Arthrose nicht ausschließt. Insbesondere bei belastungsabhängigen Beschwerden sollte deshalb auch eine degenerative Gelenkerkrankung als mögliche Ursache für bestehende Schmerzen berücksichtigt werden.
Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift. Dabei richtet sich die Entzündungsreaktion insbesondere gegen die Gelenkinnenhaut. Im weiteren Verlauf können dadurch Knorpel, Knochen und andere Gelenkstrukturen geschädigt werden. Häufig sind zunächst die kleinen Gelenke der Finger, Hände und Füße betroffen, wobei die Beschwerden oftmals auf beiden Körperseiten gleichzeitig auftreten. Grundsätzlich kann die Erkrankung jedoch auch größere Gelenke wie Knie, Ellenbogen oder Schultern betreffen.
Zu den Symptomen einer rheumatoiden Arthritis gehören in der Regel schmerzende, geschwollene und überwärmte Gelenke. Besonders auffällig ist hierbei die sogenannte Morgensteifigkeit, bei der sich die betroffenen Gelenke nach dem Aufstehen nur eingeschränkt bewegen lassen. Im Gegensatz zur zuvor beschriebenen Arthrose hält diese Steifigkeit bei einer rheumatoiden Arthritis häufig länger an. Zudem können Gelenkschmerzen auch bereits in Ruhe auftreten und sich bei längerer Inaktivität verstärken. Da es sich um eine systemische Entzündungserkrankung handelt, sind zudem auch allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Erschöpfung und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl möglich.
Fazit
Ein Vitamin-B12-Mangel kann mit Beschwerden einhergehen, die als Gelenkschmerzen wahrgenommen werden. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen einem Vitamin-B12-Mangel und tatsächlichen Gelenkerkrankungen ist wissenschaftlich jedoch bislang nicht ausreichend belegt. Insbesondere Nervenschädigungen können Schmerzen hervorrufen, die in der Nähe von Gelenken auftreten, ohne dass diese selbst betroffen sind.
Auch Muskelschwäche und erhöhte Homocysteinwerte werden als mögliche indirekte Einflussfaktoren diskutiert. Die wissenschaftliche Datenlage reicht allerdings nicht aus, um daraus einen eindeutigen Zusammenhang abzuleiten. Treten Gelenkschmerzen über einen längeren Zeitraum auf, sollten deshalb auch andere Ursachen wie Arthrose oder entzündliche Gelenkerkrankungen in Betracht gezogen werden. Für eine zielgerichtete Diagnostik wird eine entsprechende ärztliche Untersuchung empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Können Gelenkschmerzen durch die Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels verschwinden?
Ob Gelenkschmerzen durch die Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels verschwinden, hängt vor allem von ihrer tatsächlichen Ursache ab. Sind die Beschwerden auf mangelbedingte Nervenschädigungen zurückzuführen, können sie sich durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 bessern oder vollständig zurückbilden. Bei Schmerzen, die durch eine eigenständige Gelenkerkrankung verursacht werden, ist dagegen nicht zu erwarten, dass eine Vitamin-B12-Behandlung allein die Beschwerden beseitigt.
Kann ein Vitamin-B12-Mangel Schmerzen in den Fingern und Händen verursachen?
Ein Vitamin-B12-Mangel kann neurologische Beschwerden auslösen, die sich auch in den Fingern und Händen bemerkbar machen. Dazu gehören insbesondere Kribbeln, brennende Schmerzen, Taubheitsgefühle und eine verminderte Berührungsempfindlichkeit. Diese Symptome können einzelne Finger oder größere Bereiche der Hände betreffen und entstehen durch eine beeinträchtigte Nervenfunktion. Schmerzen unmittelbar in den Fingergelenken sind hingegen kein charakteristisches Anzeichen eines Vitamin-B12-Mangels.
Kann ein Vitamin-B12-Mangel Schmerzen in den Beinen auslösen?
Bei einem ausgeprägten Vitamin-B12-Mangel können Nervenschädigungen entstehen, die sich durch Schmerzen und Empfindungsstörungen in den Beinen bemerkbar machen. Betroffene beschreiben die Beschwerden beispielsweise als Brennen, Kribbeln oder unangenehmes Ziehen. Bei einer längenabhängigen Polyneuropathie beginnen die Symptome häufig an den Füßen und können sich im weiteren Verlauf in Richtung der Unterschenkel ausbreiten.
Kann ein Vitamin-B12-Mangel zu Schmerzen in den Füßen führen?
Die Füße gehören zu den Körperregionen, in denen sich eine periphere Nervenschädigung häufig zuerst bemerkbar macht. Bei einem Vitamin-B12-Mangel können insbesondere brennende Schmerzen an den Fußsohlen, Kribbeln in den Zehen oder ein unangenehmes Taubheitsgefühl auftreten. Die Beschwerden betreffen bei einer Polyneuropathie oftmals beide Füße und können sich auch in Ruhe oder während der Nacht bemerkbar machen.
Quellen und Studien
Die Informationen dieses Beitrags basieren auf wissenschaftlichen Studien, medizinischen Leitlinien und Veröffentlichungen anerkannter Gesundheitsinstitutionen.
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE) Vitamin B12 deficiency in over 16s: diagnosis and management. NICE Guideline NG239, 2024. Zur Leitlinie
- Dułak, N. A. et al. (2024) A new perspective on vitamin B12 deficiency in rheumatology: a case-based review. Rheumatology International, 44, 737–741. Zur Studie
- Hong, H. et al. (2023) Associations of Homocysteine, Folate, and Vitamin B12 with Osteoarthritis: A Mendelian Randomization Study. Nutrients, 15(7), 1636. Zur Studie
- Fayfman, M. et al. (2009) The relation of plasma homocysteine to radiographic knee osteoarthritis. Osteoarthritis and Cartilage, 17(6), 766–771. Zur Studie
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) Peripheral Neuropathy. Informationen zu Ursachen, Symptomen und Auswirkungen peripherer Nervenschädigungen. Zur Quelle
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Arthrose. Gesundheitsinformation.de. Informationen zu Ursachen, Beschwerden und Diagnose der Arthrose. Zur Quelle
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Rheumatoide Arthritis. Gesundheitsinformation.de. Informationen zu Symptomen und Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen. Zur Quelle




