Histaminintoleranz

Histaminunverträglichkeit

Disclaimer: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Kopfschmerzen nach Rotwein, Bauchgrummeln nach gereiftem Käse oder rote Flecken nach einem gemütlichen Abendessen – wenn Beschwerden scheinbar ohne erkennbaren Grund auftreten, kann eine Histaminintoleranz der Grund sein.

Im nachfolgenden Beitrag erfährst du, was hinter der Histaminintoleranz steckt, wie sie sich von einer klassischen Allergie unterscheidet und warum die persönliche Toleranzschwelle schwankt. Auch erfährst du, welche Beschwerden typisch sind und worauf es bei der Diagnose und Behandlung ankommt.

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Was ist Histaminintoleranz?

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff (biogenes Amin), der u. a. an Immunreaktionen, der Magensäureproduktion und der Signalübertragung beteiligt ist. Es steckt außerdem in vielen Lebensmitteln – besonders, wenn sie gereift, fermentiert oder lange gelagert sind. Von einer Histaminintoleranz spricht man, wenn mehr Histamin aufgenommen oder freigesetzt wird, als der Körper zeitnah abbauen kann. Das führt zu Beschwerden, die an eine Allergie erinnern, ohne dass eine klassische IgE-Allergie vorliegt.

Wichtig: Histaminintoleranz ist keine „echte“ Allergie, sondern eher eine Unverträglichkeit/Überempfindlichkeit. Ein einzelner, verlässlicher Labortest existiert nicht. In der Praxis wird häufig mit einem strukturierten Ernährungsprotokoll, einer befristeten histaminärmeren Kost und anschließender schrittweiser Wiedereinführung gearbeitet – idealerweise begleitet durch medizinische Fachpersonen.

Histaminintoleranz: Ursache

Ursächlich ist meist ein Ungleichgewicht zwischen Histaminzufuhr/-freisetzung und -abbau. Für den Abbau sind vor allem zwei Enzyme wichtig: die Diaminoxidase (DAO) im Darm und die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) im Gewebe. Ist ihre Kapazität verringert oder wird sie überschritten, verbleibt mehr Histamin im Körper – Beschwerden werden wahrscheinlicher.

Eine verringerte DAO-Aktivität kann individuell bedingt sein, vorübergehend schwanken oder durch Erkrankungen der Darmschleimhaut beeinflusst werden (z. B. nach Infekten oder bei chronischen Entzündungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn). Auch Nährstoffstatus und allgemeine Schleimhautintegrität spielen eine Rolle; mögliche Cofaktoren werden wissenschaftlich diskutiert. Deshalb gehören Abklärung und Therapie in erfahrene Hände – Selbstmedikation ersetzt keine Diagnostik.

Auf der „Last“-Seite erhöhen histaminreiche Lebensmittel (z. B. gereifter Käse, Wurstwaren, Fischkonserven, Sauerkraut, Sojasauce, Wein) und lange gelagerte/aufgewärmte Speisen die Histaminzufuhr. Einige Lebensmittel wirken zudem als sogenannte Histaminliberatoren (etwa Tomaten, Erdbeeren oder Zitrusfrüchte) und können körpereigenes Histamin freisetzen, obwohl sie selbst nicht viel enthalten. Alkohol ist ein Doppeltrigger: Er kann Histamin liefern und gleichzeitig den DAO-Abbau bremsen.

Histaminintoleranz: Symptome

Die Beschwerden bei einer Histaminintoleranz können viele Organsysteme betreffen und unterscheiden sich von Person zu Person. Typisch ist hierbei, dass die Symptome in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auftreten – manchmal schon nach ein paar Minuten, manchmal aber auch erst nach ein bis zwei Stunden. Häufig werden mehrere Bereiche gleichzeitig auffällig, etwa Hautreaktionen zusammen mit Magen-Darm-Probleme oder Kopfschmerzen.

Charakteristisch ist zudem, dass jeder Betroffene eine individuelle Toleranzschwelle hat: Kleine Mengen histaminreicher Lebensmittel bleiben oft unbemerkt, während größere Portionen oder mehrere Auslöser am selben Tag Beschwerden deutlich verstärken.

Histaminintoleranz Symptome: Haut

Die Haut reagiert auf überschüssiges Histamin besonders schnell, weil Histamin die Blutgefäße erweitert und durchlässiger macht. Das äußert sich als plötzliche Hautrötung („Flush“), Juckreiz oder als Nesselsucht mit Quaddeln. Manche Betroffene bemerken auch Schwellungen an Lippen oder Augenlidern, die nach einer Weile wieder abklingen.

Sollten die Hautreaktionen ausgeprägter ausfallen, regelmäßig auftreten oder mit Atemnot, Schwindel oder starkem Blutdruckabfall einhergehen, sollte die Symptomatik zwingend das ärztlich abgeklärt werden um andere Erkrankungen, die eine ähnliche Symptomatik aufweisen, auszuschließen.

Histaminintoleranz Symptome: Darm

Im Magen-Darm-Trakt steuert Histamin unter anderem die Säureproduktion und die Beweglichkeit des Darms – kein Wunder, dass viele Betroffene hier Beschwerden spüren. Typisch sind Völlegefühl, Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und weicher Stuhl bis Durchfall. Seltener kommt es zu Übelkeit, Sodbrennen oder einem Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung.

Oft entsteht der Eindruck, „der Bauch spielt verrückt“, obwohl die Mahlzeiten nicht außergewöhnlich groß waren. Das liegt daran, dass nicht nur die Histaminmenge im Essen zählt, sondern auch die Abbaukapazität im Darm. Ist die Schleimhaut vorübergehend gereizt – etwa nach einem Infekt – oder kommt Alkohol ins Spiel, sinkt die Toleranzschwelle.

Da ähnliche Beschwerden auch bei Laktoseintoleranz, Fruktose– oder Glutenunverträglichkeit sowie beim Reizdarmsyndrom vorkommen, lohnt sich eine systematische Abklärung. Ein Ernährungstagebuch mit Uhrzeit, Speisen, Getränken und Beschwerden hilft, Muster zu erkennen und Fehldeutungen zu vermeiden.

Histaminintoleranz Symptome: Augen

Die Augen können wässrig tränen, jucken und gerötet sein; manchmal schwellen die Lider an oder wirken am Morgen „verklebter“ als sonst. Das hat mit der gefäßerweiternden Wirkung von Histamin an der Bindehaut zu tun, die ähnliche Symptome wie bei Heuschnupfen auslösen kann.

Weil die Beschwerden ernährungsabhängig schwanken, werden sie nicht immer als histaminbedingt erkannt – besonders, wenn gleichzeitig Pollenflug herrscht. Ein Hinweis auf eine Histaminintoleranz kann sein, dass die Symptomatik nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel Symptome auftritt. Wer regelmäßig unter Augenbeschwerden leidet, sollte jedoch auch an andere Auslöser im Blick haben: trockene Raumluft, Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen oder kosmetische Produkte können ebenfalls zu o. g. Symptomen führen.

Histaminintoleranz Symptome: Gelenke

Einige Betroffene berichten über ziehende oder drückende Schmerzen in Gelenken und Muskeln, manchmal begleitet von Morgensteifigkeit oder einem „grippeähnlichen“ Körpergefühl. Histamin kann Entzündungsprozesse modulieren und Schmerzrezeptoren sensitiver machen, sodass sich bestehende Beschwerden nach histaminreichen Mahlzeiten stärker bemerkbar machen.

Typisch ist, dass die Schmerzen schwanken: Es gibt Tage mit kaum wahrnehmbaren Beschwerden und Tage, an denen mehrere Gelenke gleichzeitig „mucken“. Wer ein Ernährungstagebuch führt, erkennt nicht selten Zusammenhänge mit bestimmten Speisen oder mit Phasen erhöhten Stresses.

Treten Gelenkschmerzen – bei einer bereits bekannten Histaminintoleranz – neu auf, sind stark oder dauern an, sollte ärztlich geklärt werden, ob andere Ursachen wie rheumatologische Erkrankungen, Gicht oder andere orthopädische Probleme vorliegen. Eine Histaminintoleranz kann Beschwerden verstärken, ersetzt aber nicht die Suche nach einer zugrunde liegenden Diagnose.

Histaminintoleranz Symptome: Psyche

Histamin wirkt nicht nur im Immunsystem, sondern auch als Neurotransmitter im Gehirn. Entsprechend berichten Betroffene zum Teil über innere Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität oder eine Art „Überdrehtsein“ nach bestimmten Mahlzeiten. Einige Personen erleben Panikattacken mit Herzklopfen und Zittern, obwohl objektiv keine Gefahr besteht.

Auch Stimmungsschwankungen sind ein häufiges Symptom von Histaminintoleranz: Der Tag kann mit einem guten Wohlbefinden starten. Nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel kippt die Stimmung in Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit. Ursache ist in diesem Fall keine psychische Grunderkrankung, sondern die Wirkung von Histamin auf das zentrale Nervensystem.

Wer solche Symptome beobachtet, profitiert in der Regel davon, seine Ernährungsgewohnheiten anzupassen und insbesondere auch den Koffein- und Alkoholkonsum kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig gilt jedoch: Anhaltende Ängste oder depressive Symptome brauchen ärztliche bzw. psychotherapeutische Unterstützung – unabhängig von einer möglichen bzw. vermuteten Histaminunverträglichkeit.

Histaminintoleranz Symptome: Müdigkeit

Spannend und für viele überraschend: Obwohl Histamin wachmachend wirkt, klagen Betroffene häufig über bleierne Müdigkeit – besonders nach dem Essen. Dahinter stecken mehrere Mechanismen: Kreislaufschwankungen, schlechter Schlaf durch nächtliche Beschwerden und die allgemeine Belastung durch wiederkehrende Symptome.

Typisch ist ein „Nach-dem-Essen-Tief“, das die Leistungsfähigkeit spürbar einschränkt. Wer dazu Kopfschmerzen oder Brain-Fog hat, fühlt sich schnell wie „ausgebremst“. In diesem Fall hilft es, kleinere, gut verträgliche Mahlzeiten anstelle größere (histaminhaltige) Portionen zu sich zu nehmen sowie ausreichend zu trinken.

Hält die Erschöpfung länger an, lohnt sich ein Blick auf den Gesamtzustand: zu wenig Energiezufuhr durch sehr strenge Diäten, Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsen– oder Schlafstörungen können Müdigkeit verstärken. Eine begleitete, ausgewogene Kostumstellung statt dauerhafter Verbote schützt vor Nährstofflücken und verbessert die Tagesform oft spürbar.

Histaminintoleranz: Diagnose

Die Diagnose einer Histaminintoleranz beginnt fast immer mit einer guten Anamnese: Welche Beschwerden treten auf, wann genau nach dem Essen, und welche Speisen oder Situationen gehen ihnen voraus? Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch über einige Wochen ist hier Gold wert, weil es Muster sichtbar macht, die im Alltag untergehen – etwa, dass Rotwein abends Flush und Kopfschmerzen provoziert oder aufgewärmte Reste regelmäßig Bauchweh machen. Auch Begleitumstände wie Stress, Infekte, Zyklusphase (PMS) oder Alkohol sollten mitnotiert werden, denn sie können die persönliche Toleranzschwelle deutlich senken.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen. Viele Symptome der Histaminintoleranz überschneiden sich mit Nahrungsmittelallergien, Laktose- oder Fruktosemalabsorption, Zöliakie, Reizdarmsyndrom, Migräne, Urtikaria oder Erkrankungen der Magenschleimhaut. Ärzte prüfen deshalb je nach Beschwerdebild gezielt auf solche Differenzialdiagnosen und werfen außerdem einen Blick auf Medikamente, die den Histaminstoffwechsel beeinflussen können (zum Beispiel einige Schmerzmittel, Antidepressiva oder Blutdrucksenker).

Ein einzelner, verlässlicher Labortest existiert nicht. Bestimmungen von DAO im Blut oder Histamin im Plasma/Urin schwanken stark und sind für sich allein nicht aussagekräftig. In der Praxis hat sich vielmehr ein strukturierter Diagnostikweg bewährt: eine befristete, klar definierte histaminärmere Kost über etwa 10–14 Tage mit anschließender, schrittweiser Wiedereinführung typischer Auslöser unter Beobachtung der Symptome. Bessern sich die Beschwerden in der Reduktionsphase und kehren bei erneuter Exposition reproduzierbar zurück, stützt das die Verdachtsdiagnose. In speziellen Fällen kann eine ärztlich überwachte Provokation sinnvoll sein.

Parallel lohnt es sich, den Gesamtzustand zu prüfen. Eine gereizte Darmschleimhaut nach Infekten, ein ausgeprägter Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenstörungen oder chronischer Stress können Beschwerden verstärken oder imitieren. Wer stark reagiert, häufig Kreislaufprobleme hat oder verunsichert ist, sollte sich von einer Praxis mit Erfahrung in Nahrungsmittelunverträglichkeiten und – idealerweise – einer qualifizierten Ernährungsfachkraft begleiten lassen.

Histaminintoleranz: Behandlung

Die Behandlung zielt auf drei Dinge: die Histaminlast senken, die individuelle Toleranzschwelle besser kennenlernen und begünstigende Faktoren entschärfen. Der Einstieg gelingt oft mit einer zeitlich begrenzten histaminärmeren Ernährung, die Luft zum Durchatmen verschafft. Anschließend werden Lebensmittel gezielt wieder eingeführt, um eine persönliche „Safe List“ aufzubauen, statt dauerhaft pauschal Verbote zu sammeln. So bleibt die Ernährung abwechslungsreich und Nährstofflücken werden vermieden.

Im Alltag bewähren sich einfache Küchenregeln. Je frischer, desto besser: gereifte, fermentierte und lange gelagerte Produkte liefern besonders viel Histamin, während frisch zubereitete Speisen meist besser vertragen werden. Reste sollten rasch abgekühlt, gut verpackt und möglichst eingefroren werden. Alkohol – vor allem Rotwein – wirkt doppelt ungünstig, weil er Histamin liefern und den Abbau bremsen kann. Manche Menschen reagieren zudem auf sogenannte Liberatoren wie Tomaten, Zitrusfrüchte, Schokolade oder Erdbeeren; hier hilft die behutsame Wiedereinführung, um individuelle Grenzen zu erkennen, statt dauerhaft auf Verdacht zu verzichten.

Medikamentös kommen – nach ärztlicher Rücksprache – situativ H1-Antihistaminika und in Einzelfällen H2-Blocker zum Einsatz, zum Beispiel bei besonderen Anlässen oder starken Schüben. DAO-Enzympräparate vor histaminreichen Mahlzeiten werden von einigen Betroffenen als hilfreich erlebt, die Studienlage ist jedoch heterogen; sie ersetzen keine Ernährungsstrategie, können aber ergänzen. Häufig diskutierte Cofaktoren wie Vitamin C oder Vitamin B6 sind vor allem dann sinnvoll, wenn tatsächlich ein Mangel besteht – eine zielgerichtete Laborkontrolle verhindert hier eine unnötige Supplementierung.

Langfristig ist das Ziel nicht absolute histaminfreie Perfektion, sondern verlässliche Alltagsroutine mit möglichst wenig Beschwerden. Ein pragmatischer Plan – kleine, frische Mahlzeiten, bekannte Verträglichkeiten nutzen, Auslöser dosiert testen und bei Bedarf kurzzeitig unterstützen – schafft Sicherheit. Wer unsicher bleibt oder stark eingeschränkt ist, sollte sich professionelle Unterstützung holen; mit einer individuell abgestimmten Vorgehensweise finden die meisten eine stabile Balance.

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Histaminintoleranz: Lebensmittel

Bei Histaminintoleranz entscheidet nicht nur was wir essen, sondern auch wie frisch und wie verarbeitet ein Lebensmittel ist. Histamin entsteht vor allem dann, wenn Mikroorganismen Zeit haben, die Eiweißbausteine in Lebensmitteln umzuwandeln – während der Reifung, Fermentation oder langen Lagerung. Darum reagieren viele Betroffene empfindlicher auf gereifte, fermentierte oder mehrfach aufgewärmte Produkte als auf frisch Gekochtes. Die Menge im Endprodukt schwankt zudem stark: zwei Käse aus derselben Sorte können sich in ihrem Histamingehalt deutlich unterscheiden.

Histaminintoleranz: Histaminreiche Lebensmittel

Besonders viel Histamin findet sich typischerweise in gereiften Produkten. Dazu zählen lang gereifte Käse, Salami und andere Rohwürste, Schinken, luftgetrocknetes Fleisch sowie fermentierte Milchprodukte wie gereifter Hartkäse oder lang gereifter Weichkäse. Die Reifung sorgt für Aroma – und eben auch für mehr biogene Amine. Wer empfindlich reagiert, bemerkt oft schon nach kleinen Mengen Hautrötungen, Kopfdruck oder Magen-Darm-Beschwerden.

Ein zweiter großer Bereich sind Fisch und Meeresfrüchte, vor allem wenn sie nicht absolut frisch sind. Ausgerechnet Scomberidae wie Thunfisch oder Makrele können bei unsachgemäßer Kühlung schnell hohe Histaminwerte entwickeln; auch Fischkonserven oder getrocknete/salzige Varianten sind häufiger problematisch. Ein ähnliches Muster gilt für pflanzlich fermentierte Produkte: Sauerkraut, Kimchi, Sojasauce, Miso, Tempeh und viele Würzsaucen bringen reichlich Histamin mit – sie sind aromatisch, aber für sensible Menschen oft nur in kleinen Mengen verträglich.

Auch Getränke und Küchenhelfer können die Last erhöhen. Rotwein, Sekt und Bier liefern nicht nur Histamin, sondern hemmen teils den Abbau; Essig und Essigmarinaden, Hefeextrakte, Brühewürfel, lange gelagerte oder mehrfach aufgewärmte Reste schlagen in dieselbe Kerbe. Wichtig zu wissen: Der tatsächliche Gehalt ist nicht fix, sondern abhängig von Herstellungsprozess, Hygiene und Lagerzeit. Darum lohnt es, auf Marken, Zubereitungsarten und Mengen zu achten und individuelle Erfahrungen festzuhalten.

KategorieBeispiele
Gereifte KäseParmesan, Emmentaler, Bergkäse, Camembert, Blauschimmelkäse
Rohwurst & gereiftes FleischSalami, Chorizo, Landjäger, luftgetrockneter Schinken, Bündnerfleisch
Fermentierte Produkte (pflanzlich)Sauerkraut, Kimchi, Sojasauce, Miso, Tempeh, Natto
Fisch/Meeresfrüchte (nicht ganz frisch oder konserviert)Thunfisch, Makrele, Sardinen, Hering, Anchovis; Fischkonserven, getrockneter/gesalzener Fisch
Alkoholische GetränkeRotwein, Weißwein/Sekt, Bier, Cider
Würzmittel & ZutatenEssig (v. a. Balsamico), Hefeextrakt, Brühewürfel, fermentierte Würzsoßen
Fertig- & KonservenkostEintöpfe/Soßen aus der Dose, stark verarbeitete Fertiggerichte
Aufbewahrung/ZubereitungLange gelagerte oder mehrfach aufgewärmte Speisen

Histaminintoleranz: Histaminarme Lebensmittel

Die beste Grundlage bilden frische, wenig verarbeitete Produkte. Frisch zubereitetes Fleisch oder Geflügel, direkt tiefgekühlt oder bald gegart, ist meist gut verträglich. Bei Fisch klappt es ähnlich – am besten fangfrisch bzw. aus der Tiefkühltruhe und ohne lange Auftauzeiten. Eier, frische Milch oder milde, sehr frisch hergestellte Milchprodukte wie Quark, Frischkäse oder Mozzarella funktionieren bei vielen ebenfalls, während lang gereifte Pendants eher zu meiden sind.

Bei Kohlenhydraten bieten Reis, Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Haferflocken und Mais eine stabile Basis. Aus dem Gemüseregal sind viele Sorten unproblematisch: Zucchini, Gurke, Karotte, Kürbis, Brokkoli, Blumenkohl, grüne Bohnen oder Blattsalate werden häufig gut vertragen. Bei Obst schneiden unter anderem Äpfel, Birnen, Heidelbeeren, Pfirsiche und Melonen oft günstig ab. Kaltgepresste Öle, unverarbeitete Nüsse in kleinen Mengen (je nach individueller Verträglichkeit) und frische Kräuter runden die Küche ab.

KategorieBeispiele
Frisches Fleisch/GeflügelRind, Schwein, Huhn, Pute – frisch zubereitet oder direkt tiefgekühlt
Frischer/TK-FischKabeljau, Lachs, Forelle – sehr frisch oder als Tiefkühlware zügig verarbeitet
Eier & frische MilchprodukteEier; Quark, Hüttenkäse, Frischkäse, Mozzarella (frisch)
Getreide & SättigungsbeilagenReis, Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Haferflocken, Mais, (einfache) Nudeln
GemüseZucchini, Gurke, Karotte, Kürbis, Brokkoli, Blumenkohl, grüne Bohnen, Blattsalate
ObstÄpfel, Birnen, Heidelbeeren, Pfirsiche, Melonen
Fette & ÖleOlivenöl, Rapsöl, Butter/Butterschmalz
GetränkeWasser, still oder sprudelnd; Kräutertees
Kräuter & GewürzePetersilie, Schnittlauch, Basilikum, Majoran, Kurkuma, mildes Paprikapulver
Nüsse/Saaten (nach Verträglichkeit)Mandeln, Macadamia, Cashew in kleinen Mengen, Kürbis- und Sonnenblumenkerne

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Histaminintoleranz und Histaminunverträglichkeit?

Inhaltlich gibt es keinen Unterschied: Beide Begriffe beschreiben dasselbe Phänomen – der Körper baut aufgenommenes oder freigesetztes Histamin nicht schnell genug ab, sodass Beschwerden entstehen. „Intoleranz“ hat sich im deutschsprachigen Raum eingebürgert, „Unverträglichkeit“ klingt alltagssprachlicher; medizinisch meinen beide die gleiche Sache.

Gibt es einen Unterschied zwischen einer Histaminintoleranz und einer Histaminallergie?

Ja, eine echte Allergie ist eine fehlgeleitete Immunreaktion auf einen bestimmten Stoff (z. B. Erdnussprotein) und wird typischerweise IgE-vermittelt. Allergietests können den auslösenden Stoff identifizieren, und schon kleinste Spuren können heftige Reaktionen verursachen.

Bei der Histaminintoleranz liegt keine klassische Allergie auf ein Lebensmittel vor. Die Beschwerden ähneln zwar allergischen Symptomen, entstehen aber, weil zu viel Histamin im System ist oder der Abbau gedrosselt ist. Darum fallen Standard-Allergietests häufig unauffällig aus.

Kann man bei Histaminintoleranz Gewichtsprobleme bekommen?

Ja, in beide Richtungen. Manche nehmen ungewollt ab, weil sie aus Sorge vor Symptomen zu wenig essen oder sehr einseitig auswählen; andere nehmen zu, weil gut verträgliche „Sicherheitslebensmittel“ oft kalorienreich sind oder weil Müdigkeit und Kopfschmerzen zu zu wenig Bewegung führen.

Hat Bier Histamin?

Bier entsteht durch Gärung – und Fermentation ist eine der Hauptquellen für Histamin und andere biogene Amine. Der tatsächliche Gehalt schwankt je nach Hefestamm, Hygiene und Lagerzeit, doch zusätzlich wirkt Alkohol als Verstärker: Er kann den DAO-gestützten Abbau bremsen und so die persönliche Schwelle weiter senken. Deshalb berichten viele Betroffene schon nach kleinen Mengen Bier über Flush, Kopfdruck oder Magen-Darm-Beschwerden.

Hat Mais Histamin?

Mais an sich gilt als histaminarm und wird in frischer Form oder als Produkte wie Polenta, Reis-Mais-Nudeln oder Tortillas von vielen gut toleriert. Wie immer spielt die Verarbeitung eine Rolle: je frischer und je kürzer gelagert, desto geringer das Risiko, dass sich biogene Amine anreichern.

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