Melachron®: Wirkung, Einnahme und Nebenwirkungen

Melatonin

Autorin: Katharina Heinz (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), Ernährungsberaterin und Pharmazieökonomin)

Inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)

Disclaimer: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Melachron® wird auf Vitalportal.net nicht zum Kauf angeboten. Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann keine ärztliche Beratung ersetzen. Vor der Ersteinnahme von Melachron®, für eine Erstberatung zu Melachron® und/oder bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen von Melachron® kontaktieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.

Schlafprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. Wer Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen hat, stößt dabei häufig auf Melatonin – ein körpereigenes Hormon, das eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, wie sich Melachron® von anderen melatoninhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln unterscheidet, welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen unter Melatonin grundsätzlich möglich sind. Auch erhältst du Informationen zur Einnahme und Dosierung von Melachron®.

Melachron®: Auf einen Blick

Melachron® ist ein melatoninhaltiges Nahrungsergänzungsmittel mit einem besonderen Freisetzungssystem. Die wichtigsten Informationen zum Produkt im Überblick:

Was ist Melachron®? Melachron ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin, das laut Hersteller über ein pulsátiles Freisetzungssystem verfügt.
Wirkstoff Enthalten ist Melatonin – ein körpereigenes Hormon, das eine wichtige Rolle bei der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus spielt.
Dosierungen Nach Angaben des Herstellers ist Melachron® mit 3 mg oder 5 mg Melatonin pro Tablette erhältlich.
Pulsatile Freisetzung Laut Hersteller wird etwa ein Drittel des Melatonins unmittelbar freigesetzt, während zwei Drittel zeitversetzt beziehungsweise schubweise abgegeben werden.
Einnahme Bei Ein- und Durchschlafproblemen empfiehlt der Hersteller eine Tablette unmittelbar vor dem Schlafengehen und vor Mitternacht.
Mögliche Nebenwirkungen Melatonin kann unter anderem Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen sowie eine verminderte Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit verursachen.

Was ist Melachron®?

Melachron® ist ein melatoninhaltiges Nahrungsergänzungsmittel, das sich durch eine besondere Freisetzung des enthaltenen Melatonins von herkömmlichen, unmittelbar freisetzenden Melatoninpräparaten unterscheidet. Der Hersteller beschreibt Melachron® als chronobiologisch ausgerichtete Melatonin-Formel mit pulsatiler, also schubweiser Freisetzung.

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das wesentlich an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist. Bei Melachron® wird Melatonin in Tablettenform zugeführt. Nach Angaben des Herstellers enthält eine Tablette – abhängig von der gewählten Variante – 3 mg oder 5 mg Melatonin. Dabei wird nicht die gesamte Menge gleichzeitig freigesetzt: Ein Drittel ist für die sofortige Freisetzung vorgesehen, während die übrigen zwei Drittel zeitversetzt abgegeben werden.

Melachron® ist damit nicht mit einem klassischen verschreibungspflichtigen Schlafmittel gleichzusetzen. Entscheidend für die Einordnung des Produkts ist vielmehr die Kombination aus dem enthaltenen Melatonin und dem besonderen Freisetzungssystem.

Was bedeutet pulsatile Freisetzung?

Der Begriff „pulsatil“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Wirkstoff nicht vollständig auf einmal, sondern in mehreren zeitlich versetzten Schüben freigesetzt wird. Bei Melachron® werden laut Hersteller etwa ein Drittel des enthaltenen Melatonins unmittelbar und zwei Drittel pulsatil freigesetzt. Die verzögert freigesetzte Menge gelangt demnach in mehreren kleineren Schüben zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Körper.

Nach Angaben des Herstellers soll durch dieses Freisetzungsprinzip Melatonin über einen Zeitraum von etwa sechs bis acht Stunden bereitgestellt werden. Damit unterscheidet sich Melachron® von Präparaten, bei denen die gesamte Melatoninmenge unmittelbar nach der Einnahme freigesetzt wird. Der Hersteller begründet das Freisetzungssystem unter anderem mit der vergleichsweise kurzen Halbwertszeit von Melatonin.

Die pulsatile Freisetzung ist somit zunächst eine Eigenschaft der Darreichungsform und sollte nicht zwingend mit einer stärkeren oder besseren Wirkung gleichgesetzt werden. Ob und in welchem Umfang eine zeitversetzte Melatoninfreisetzung beispielsweise beim Durchschlafen von Vorteil sein kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird im Verlauf des Beitrages noch weiter ausgeführt.

Welche Melachron®-Varianten gibt es?

Melachron® wird vom Hersteller derzeit in zwei verschiedenen Wirkstärken angeboten: Melachron® 3 mg und Melachron® 5 mg. Die Angabe bezieht sich jeweils auf die gesamte Melatoninmenge pro Tablette. Beide Varianten sind nach aktuellen Herstellerangaben sowohl in Packungen mit 60 als auch mit 180 Tabletten erhältlich.

Das grundsätzliche Freisetzungsprinzip ist bei beiden Varianten identisch. Sowohl bei Melachron® 3 mg als auch bei Melachron® 5 mg wird laut Hersteller ein Drittel des Melatonins unmittelbar und die verbleibende Menge pulsatil freigesetzt. Die Produkte unterscheiden sich somit vor allem durch die insgesamt enthaltene Melatoninmenge und nicht durch die Art der Freisetzung.

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Produkt enthält: 11,5 g – 23 g

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Wie wirkt Melachron®?

Die Wirkung von Melachron® beruht auf dem enthaltenen Melatonin. Das körpereigene Hormon ist ein wichtiger Bestandteil der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus und signalisiert dem Organismus unter anderem den Beginn der biologischen Nacht. Als Nahrungsergänzungsmittel führt Melachron® dem Körper zusätzliches Melatonin zu.

Eine Besonderheit von Melachron® ist die bereits beschriebene pulsatile Freisetzung. Nach Angaben des Herstellers wird ein Teil des Melatonins unmittelbar und der übrige Anteil zeitversetzt abgegeben. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung von Melatonin lassen sich allerdings nicht automatisch als Nachweis einer spezifischen Wirkung dieses Freisetzungssystems verstehen. Deshalb lohnt es sich, zunächst die grundsätzliche Rolle von Melatonin beim Schlaf genauer zu betrachten.

Melatonin und der Schlaf-Wach-Rhythmus

Melatonin wird beim Menschen hauptsächlich in der Zirbeldrüse gebildet. Seine Ausschüttung folgt einem ausgeprägten circadianen Rhythmus, der eng mit dem Wechsel von Licht und Dunkelheit verbunden ist. Unter normalen Bedingungen steigt die Melatoninproduktion am Abend an, erreicht während der Nacht hohe Werte und sinkt zum Morgen hin wieder ab. Licht kann die Produktion dagegen hemmen.

Melatonin wird deshalb häufig als „Schlafhormon“ bezeichnet. Diese Bezeichnung greift allerdings etwas zu kurz. Wissenschaftlich lässt sich Melatonin eher als Signal für die biologische Nacht verstehen. Es trägt dazu bei, verschiedene Körperfunktionen an den Tag-Nacht-Rhythmus anzupassen und beeinflusst dabei auch die Schlafbereitschaft. Der zentrale circadiane Taktgeber befindet sich im suprachiasmatischen Nukleus des Hypothalamus. Melatonin steht mit diesem System in enger Wechselwirkung und kann den zeitlichen Verlauf des Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen.

Auch von außen zugeführtes Melatonin kann auf dieses System einwirken. Dabei ist nicht nur die eingenommene Menge entscheidend, sondern insbesondere der Zeitpunkt der Einnahme. Abhängig davon kann Melatonin schlaffördernd wirken oder die zeitliche Lage des circadianen Rhythmus beeinflussen. Dieser sogenannte chronobiotische Effekt erklärt auch, warum Melatonin vor allem bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus eine besondere Rolle spielt.

Wirkung beim Einschlafen

Die schlaffördernde Wirkung von Melatonin ist wissenschaftlich vielfach untersucht worden. Mehrere systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass die Einnahme von Melatonin die Einschlafzeit verkürzen kann. Wie ausgeprägt dieser Effekt ausfällt, hängt allerdings unter anderem von der untersuchten Personengruppe, der Dosierung, dem Einnahmezeitpunkt und der Art der Schlafstörung ab. Eine große Metaanalyse randomisierter Studien aus dem Jahr 2024 kam beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Melatonin die Einschlaflatenz insgesamt reduzieren kann.

Die Studienlage ist jedoch nicht vollkommen einheitlich. Eine systematische Übersichtsarbeit zu chronischer Insomnie fand bei Erwachsenen ohne Begleiterkrankungen beispielsweise keinen signifikanten Effekt auf die Einschlafzeit, während andere Metaanalysen insgesamt kleine Verbesserungen feststellen konnten. Der Nutzen von Melatonin sollte deshalb nicht mit der Wirkung klassischer Schlafmittel gleichgesetzt werden.

Für Melachron® bedeutet dies insgesamt, dass das hier enthaltene Melatonin grundsätzlich die natürlichen Prozesse unterstützen kann, die mit dem Übergang vom Wachzustand zum Schlaf verbunden sind.

Wirkung beim Durchschlafen

Beim Durchschlafen ist die wissenschaftliche Einordnung schwieriger. Melatonin kann zwar verschiedene Schlafparameter beeinflussen, die Untersuchungen unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich Dosierung, Präparat, Alter der Teilnehmer und zugrunde liegender Schlafstörung. Metaanalysen finden teilweise eine Zunahme der gesamten Schlafdauer, während die Ergebnisse zu einzelnen Aspekten der Schlafqualität und Schlafkontinuität weniger einheitlich sind.

Hier setzt das besondere Freisetzungskonzept von Melachron® an. Nach Angaben des Herstellers soll die pulsatile Freisetzung dafür sorgen, dass Melatonin nicht nur unmittelbar nach der Einnahme, sondern über mehrere Stunden hinweg bereitgestellt wird. Der Hersteller nennt hierfür einen Zeitraum von sechs bis acht Stunden.

Melachron®-Dosierungen

Melachron® ist nach Angaben des Herstellers in zwei unterschiedlichen Wirkstärken erhältlich: 3 mg und 5 mg Melatonin pro Tablette. Für beide Varianten gilt dasselbe grundsätzliche Freisetzungsprinzip. Der Unterschied besteht somit vor allem in der insgesamt enthaltenen Menge an Melatonin.

Für Ein- und Durchschlafprobleme nennt der Hersteller als Verzehrempfehlung eine Tablette pro Tag. Je nach Variante entspricht dies einer täglichen Melatoninmenge von 3 beziehungsweise 5 mg. Die Wahl der höheren Wirkstärke sollte jedoch nicht mit der Annahme verbunden werden, dass eine größere Melatoninmenge zwangsläufig zu einer stärkeren bzw. besseren Schlafwirkung führen muss.

Melachron® 3 mg

Eine Tablette Melachron® 3 mg enthält laut Hersteller insgesamt 3 mg Melatonin. Davon wird entsprechend dem vom Hersteller angegebenen Freisetzungsprinzip ungefähr ein Drittel unmittelbar freigesetzt, während die übrigen zwei Drittel zeitversetzt abgegeben werden. Rechnerisch entspricht dies etwa 1 mg unmittelbar und 2 mg pulsatil freigesetztem Melatonin.

Die 3-mg-Variante stellt damit die niedrigere der beiden angebotenen Melachron®-Wirkstärken dar. Wichtig ist dennoch, 3 mg nicht automatisch als „niedrige“ Melatonindosis im allgemeinen Sinne zu verstehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass bereits Melatoninmengen von 1 mg pro Tag oder weniger biologische beziehungsweise unerwünschte gesundheitliche Effekte hervorrufen können. Zudem können einige frei erhältliche Nahrungsergänzungsmittel Melatoninmengen enthalten, die im Bereich der Dosierung bestimmter verschreibungspflichtiger Melatoninarzneimittel liegen oder diese überschreiten.

Wie stark eine bestimmte Melatoninmenge wirkt, kann sich außerdem individuell stark unterscheiden. Unter anderem bestehen Unterschiede beim Abbau von Melatonin und bei den dadurch erreichten Konzentrationen im Blut. Auch Alter, Einnahmezeitpunkt und die Art der Schlafprobleme können hierbei eine Rolle spielen. Die 3-mg-Variante sollte deshalb nicht allein aufgrund ihrer niedrigeren Wirkstärke als generell besser verträglich oder für jede Person geeigneter angesehen werden.

Melachron® 5 mg

Bei Melachron® 5 mg enthält eine Tablette nach Herstellerangaben insgesamt 5 mg Melatonin. Bei gleicher Aufteilung des Freisetzungssystems entsprechen ein Drittel rechnerisch rund 1,7 mg unmittelbar freigesetztem Melatonin, während etwa 3,3 mg zeitversetzt abgegeben werden. Auch hier handelt es sich um die rechnerische Aufteilung auf Grundlage der vom Hersteller genannten Verteilung und nicht um zwei separat einzunehmende Dosierungen.

Die 5-mg-Variante enthält damit rund 67 Prozent mehr Melatonin als Melachron® 3 mg. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass sie schneller wirkt, das Einschlafen stärker verkürzt oder bei Durchschlafproblemen grundsätzlich wirksamer ist. Wie oben bereits erwähnt, hängt die Wirkung von Melatonin nicht ausschließlich von der Dosis ab.

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Melachron® im Überblick

Merkmal Melachron®
Produktart Melatoninhaltiges Nahrungsergänzungsmittel
Wirkstoff Melatonin (N-Acetyl-5-methoxytryptamin)
Varianten 3 mg oder 5 mg Melatonin pro Tablette
Freisetzung Laut Hersteller etwa 1/3 unmittelbar und 2/3 pulsatil beziehungsweise schubweise
Einnahme bei Schlafproblemen Laut Hersteller eine Tablette unmittelbar vor dem Schlafengehen und vor Mitternacht
Weitere Inhaltsstoffe Mannit, Dicalciumphosphat, Hydroxypropylmethylcellulose und Siliciumdioxid (SiO₂)
Laktose Enthalten
Gluten Laut Hersteller glutenfrei
Mögliche Nebenwirkungen von Melatonin Unter anderem Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, verminderte Aufmerksamkeit und verlängerte Reaktionszeiten
Langzeiteinnahme Die Sicherheit einer langfristigen regelmäßigen Einnahme melatoninhaltiger Nahrungsergänzungsmittel ist bislang nicht ausreichend untersucht.

Wie wird Melachron® eingenommen?

Melachron® wird nach Angaben des Herstellers in Tablettenform eingenommen. Bei Ein- und Durchschlafproblemen empfiehlt der Hersteller eine Tablette pro Tag. Abhängig von der gewählten Variante werden damit 3 mg beziehungsweise 5 mg Melatonin aufgenommen. Die zuvor beschriebenen Unterschiede zwischen beiden Wirkstärken bleiben davon unberührt.

Da Melatonin eng mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus verbunden ist, spielt bei der Einnahme nicht nur die Menge, sondern auch der Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Für Melachron® gibt der Hersteller deshalb konkrete Hinweise dazu, wann die Tablette eingenommen werden soll. Diese Empfehlungen unterscheiden sich teilweise je nach Anwendungsgrund, etwa bei gewöhnlichen Schlafproblemen, Schichtarbeit oder Jetlag.

Wann sollte Melachron® eingenommen werden?

Bei Ein- und Durchschlafproblemen empfiehlt der Hersteller, Melachron® unmittelbar vor dem Schlafengehen und stets vor Mitternacht einzunehmen. Als Begründung verweist er auf die kurze Halbwertszeit von Melatonin. Die Empfehlung bezieht sich ausdrücklich auf Melachron® und sollte nicht automatisch auf alle anderen Melatoninpräparate übertragen werden.

Für Schichtarbeiter nennt der Hersteller eine abweichende Empfehlung: In diesem Fall sollen ein bis zwei Tabletten etwa 30 Minuten vor Beginn der subjektiven Schlafenszeit eingenommen werden. Damit orientiert sich der Einnahmezeitpunkt nicht an einer bestimmten Uhrzeit, sondern an der individuell verschobenen Schlafphase.

Wie lange kann Melachron® eingenommen werden?

Auf der aktuellen Produktseite nennt der Hersteller für Melachron® keine allgemeine maximale Einnahmedauer. Daraus sollte jedoch nicht geschlossen werden, dass eine tägliche Einnahme über Monate oder Jahre automatisch als unbedenklich angesehen werden kann. Für die Bewertung einer längerfristigen Anwendung ist vielmehr die allgemeine Datenlage zu Melatonin entscheidend.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass insbesondere die gesundheitlichen Auswirkungen einer langfristigen Einnahme melatoninhaltiger Nahrungsergänzungsmittel bislang nur unzureichend untersucht sind. Ein erheblicher Teil der vorhandenen Humanstudien untersuchte lediglich eine kurzfristige oder akute Anwendung. Das BfR spricht sich deshalb gegen eine unkritische und unkontrollierte regelmäßige Langzeiteinnahme aus.

Welche Inhaltsstoffe enthält Melachron®?

Der zentrale Inhaltsstoff von Melachron® ist Melatonin. Nach Angaben des Herstellers enthält eine Tablette je nach Produktvariante 3 mg oder 5 mg Melatonin. Dabei handelt es sich um denselben körpereigenen Botenstoff, der auch natürlicherweise im menschlichen Organismus gebildet wird. Die Besonderheit von Melachron® liegt somit nicht in einem zusätzlichen pflanzlichen oder schlaffördernden Wirkstoff, sondern in der bereits beschriebenen Art, wie das enthaltene Melatonin freigesetzt wird.

Neben Melatonin enthält Melachron® laut aktueller Herstellerdeklaration Mannit, Dicalciumphosphat, Hydroxypropylmethylcellulose und Siliciumdioxid (SiO₂). Dabei handelt es sich um weitere Bestandteile der Tablette, die beispielsweise für deren Herstellung, Struktur und das Freisetzungssystem benötigt werden. Zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe oder Pflanzenextrakte führt der Hersteller für Melachron® nicht als Inhaltsstoffe auf.

Nach Angaben des Herstellers ist Melachron® außerdem glutenfrei und nicht gentechnisch verändert. Zu beachten ist, dass das Produkt Laktose enthält. Dieser Hinweis kann insbesondere für Menschen mit einer Laktoseintoleranz relevant sein. Wie hoch die enthaltene Laktosemenge ist, wird auf der aktuellen Produktseite des Herstellers nicht angegeben.

Welche Nebenwirkungen kann Melachron® haben?

Für die gesundheitliche Einordnung sind vor die wissenschaftlich bekannten unerwünschten Wirkungen von oral aufgenommenem Melatonin relevant.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass die Einnahme von Melatonin auch bei gesunden Erwachsenen mit unerwünschten Wirkungen verbunden sein kann. In Humanstudien wurden unter anderem folgende Beschwerden beobachtet:

  • Schläfrigkeit und ausgeprägte Tagesmüdigkeit
  • morgendliche Benommenheit
  • Kopfschmerzen
  • verringerte Aufmerksamkeit
  • verlängerte Reaktionszeiten
  • Blutdruckabfall
  • Abnahme der Körpertemperatur
  • Albträume
  • Kraftlosigkeit
  • Gangunsicherheit

Besonders relevant sind Müdigkeit, eine eingeschränkte Aufmerksamkeit und verlangsamte Reaktionsfähigkeit am folgenden Tag. Diese Effekte können beispielsweise beim Autofahren, beim Bedienen von Maschinen oder bei Tätigkeiten mit erhöhtem Unfallrisiko problematisch sein. Das BfR betont daher, dass melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel nicht grundsätzlich als harmlose oder „sanfte“ Einschlafhilfen betrachtet werden sollten.

Wie wahrscheinlich Nebenwirkungen auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, kann individuell verschieden sein. Beeinflusst werden kann dies u.a. durch die aufgenommene Melatoninmenge, den Zeitpunkt der Einnahme, das Alter sowie individuelle Unterschiede beim Abbau des Hormons.

Besondere Vorsicht ist außerdem bei einer langfristigen Einnahme angebracht. Nach Einschätzung des BfR sind mögliche gesundheitliche Auswirkungen einer längerfristigen Verwendung melatoninhaltiger Nahrungsergänzungsmittel bislang nicht ausreichend untersucht. Viele vorhandene Studien untersuchten Melatonin nur über vergleichsweise kurze Zeiträume, sodass zur dauerhaften Einnahme deutlich weniger belastbare Sicherheitsdaten vorliegen.

Welche Wechselwirkungen sind bei Melachron® möglich?

Da Melachron® Melatonin enthält, können grundsätzlich dieselben Wechselwirkungen mit Arzneimitteln und anderen Substanzen auftreten, die auch für oral aufgenommenes Melatonin beschrieben sind. Für deren Beurteilung sind daher insbesondere die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Bewertungen zu Melatonin relevant.

Melatonin wird hauptsächlich über Enzyme des Cytochrom-P450-Systems, insbesondere CYP1A2, abgebaut. Arzneimittel, die diese Enzyme hemmen, können daher den Abbau von Melatonin verlangsamen und dadurch dessen Konzentration im Blut erhöhen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt in diesem Zusammenhang unter anderem folgende Wirkstoffe beziehungsweise Arzneimittelgruppen:

  • Fluvoxamin, ein Antidepressivum
  • Cimetidin, das unter anderem die Magensäureproduktion hemmt
  • bestimmte Chinolon-Antibiotika
  • Östrogene, beispielsweise in hormonellen Verhütungsmitteln oder einer Hormonersatztherapie
  • die Wirkstoffe 5- und 8-Methoxypsoralen

Besonders ausgeprägt kann die Wechselwirkung mit Fluvoxamin sein. In einer vom BfR angeführten Untersuchung führte die gleichzeitige Einnahme von 5 mg Melatonin und Fluvoxamin zu einer erheblichen Erhöhung der Melatoninkonzentration im Blut. Bei solchen Kombinationen können Wirkungen und möglicherweise auch unerwünschte Wirkungen von Melatonin verstärkt beziehungsweise verlängert werden.

Umgekehrt können bestimmte Arzneimittel den Melatoninabbau beschleunigen und dadurch die Konzentration im Blut vermindern. Für Melatoninarzneimittel werden beispielsweise Carbamazepin und Rifampicin als mögliche CYP1A2-Induktoren genannt. Dadurch kann die Melatoninexposition geringer ausfallen. Diese Angaben stammen aus Arzneimittelfachinformationen zu Melatonin und sind nicht als spezifisch untersuchte Wechselwirkung von Melachron® zu verstehen.

Besondere Vorsicht ist außerdem bei Arzneimitteln geboten, die selbst beruhigend oder schlaffördernd wirken. Melatonin kann die sedierende Wirkung von Benzodiazepinen und sogenannten Z-Substanzen verstärken. Dazu zählen beispielsweise:

  • Zolpidem
  • Zopiclon
  • Zaleplon
  • Benzodiazepine

Für die Kombination von Melatonin mit Zolpidem wurden unter anderem stärkere Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Koordination beobachtet als bei Zolpidem allein. Auch für das Neuroleptikum Thioridazin und das Antidepressivum Imipramin bestehen Hinweise auf pharmakodynamische Wechselwirkungen.

Weitere mögliche Wechselwirkungen betreffen blutdrucksenkende und gerinnungshemmende Arzneimittel. Nach Angaben des BfR können sich bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkungen des jeweiligen Arzneimittels beziehungsweise des Melatonins verändern. Bei bestimmten Blutdruckmitteln wurden beispielsweise unerwartete Veränderungen des Blutdrucks beschrieben. Personen, die entsprechende Medikamente regelmäßig einnehmen, sollten melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel deshalb nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache verwenden.

Zudem wird von der gleichzeitigen Einnahme von Melatonin und Alkohol abgeraten, da Alkohol die Wirkung von Melatonin auf den Schlaf beeinträchtigen kann. Zudem können Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen negativ beeinflusst werden.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Melachron® ein Schlafmittel?

Melachron® ist kein zugelassenes Schlafmittel im arzneimittelrechtlichen Sinne, sondern ein melatoninhaltiges Nahrungsergänzungsmittel. Der Hersteller bietet das Produkt mit 3 mg oder 5 mg Melatonin pro Tablette an und empfiehlt es unter anderem bei Ein- und Durchschlafproblemen.

Melatonin selbst wird allerdings auch als Wirkstoff in zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung bestimmter Schlafstörungen eingesetzt. Nahrungsergänzungsmittel und Melatoninarzneimittel sind daher trotz desselben Wirkstoffs nicht gleichzusetzen: Arzneimittel werden für bestimmte Anwendungsgebiete zugelassen und unterliegen hinsichtlich Wirksamkeit, Dosierung und Anwendung anderen regulatorischen Anforderungen.

Macht Melachron® abhängig?

Für Melatonin ist im Gegensatz zu klassischen Schlafmitteln wie Benzodiazepinen oder Z-Substanzen kein typisches körperliches Abhängigkeitspotenzial bekannt. Untersuchungen mit retardiertem Melatonin fanden nach dem Absetzen weder charakteristische Entzugssymptome noch eine ausgeprägte Rebound-Insomnie.

Davon zu unterscheiden ist eine mögliche Gewöhnung an die regelmäßige Einnahme als Teil des abendlichen Schlafrituals. Zudem bedeutet ein fehlendes typisches Abhängigkeitspotenzial nicht, dass Melatonin unbegrenzt und ohne medizinische Abklärung eingenommen werden sollte.

Was ist der Unterschied zwischen Melachron® und Melatonin?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon und zugleich der Wirkstoff, den Melachron® enthält. Melachron® bezeichnet dagegen ein konkretes Nahrungsergänzungsmittel beziehungsweise Produkt. Eine Tablette enthält nach Herstellerangaben entweder 3 mg oder 5 mg Melatonin.

Quellen und Studien

Für produktspezifische Angaben zu Melachron wurden die Informationen des Herstellers herangezogen. Angaben zu Wirkung, Sicherheit und möglichen Risiken von Melatonin basieren auf wissenschaftlicher Literatur, Leitlinien und behördlichen Bewertungen.

  1. Vitabasix: Melachron® – Produktinformationen Angaben zu Zusammensetzung, Dosierungen, Freisetzung und Verzehrempfehlung. Zur Quelle
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel – mögliche Gesundheitsrisiken Stellungnahme zur Sicherheit, zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und zur längerfristigen Einnahme von Melatonin. Zur Quelle
  3. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin / AWMF: S3-Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“ Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Zur Quelle
  4. Pevet P, Challet E, Felder-Schmittbuhl MP: Melatonin and the circadian system: Keys for health with a focus on sleep. Handbook of Clinical Neurology. 2021;179:331–343. Zur Studie
  5. Cruz-Sanabria F et al.: Optimizing the Time and Dose of Melatonin as a Sleep-Promoting Drug. Systematic Review und Dosis-Wirkungs-Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien. Journal of Pineal Research. 2024. Zur Studie
  6. Low TL, Choo FN, Tan SM: The efficacy of melatonin and melatonin agonists in insomnia – An umbrella review. Journal of Psychiatric Research. 2020;121:10–23. Zur Studie
  7. Suh S et al.: Efficacy of melatonin for chronic insomnia. Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zur Anwendung von Melatonin bei chronischer Insomnie. Zur Studie
  8. Lemoine P et al.: Prolonged-release melatonin for insomnia – long-term efficacy, safety and withdrawal. Therapeutics and Clinical Risk Management. 2011;7:301–311. Zur Studie

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