Hashimoto Thyreoiditis

Schilddrüsenentzündung

Disclaimer: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Hashimoto Thyreoiditis – oft auch nur „Hashimoto“ genannt – ist eine der häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse und betrifft überwiegend Frauen, kann aber auch bei Männern auftreten. Viele Betroffene sind über Monate oder Jahre erschöpft, nehmen zu, frieren schnell oder fühlen sich einfach „nicht mehr wie früher“, ohne zu wissen, dass die Ursache im Immunsystem und der Schilddrüse liegt. Entsprechend groß ist die Verunsicherung, wenn schließlich die Diagnose gestellt wird. Nachfolgend schauen wir uns daher an, was sich genau hinter Hashimoto verbirgt, welche Ursachen aktuell diskutiert werden und welche Symptome für Hashimoto typisch sind – körperlich wie seelisch.

Was ist Hashimoto Thyreoiditis?

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen des Schilddrüsengewebes und löst dort eine anhaltende Entzündung aus. In der Folge wird das Drüsengewebe nach und nach zerstört, sodass die Schilddrüse ihre Aufgabe – die Produktion der Schilddrüsenhormone T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin) – nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Langfristig entwickelt sich daraus meist eine Schilddrüsenunterfunktion (sog. Hypothyreose), was mit den typischen Symptomen einhergehen kann.

Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar im Sinne einer Rückkehr zur ursprünglichen Schilddrüsenfunktion; die Beschwerden können jedoch durch eine individuell angepasste Gabe von Schilddrüsenhormonen in der Regel sehr gut kontrolliert werden, sodass Betroffene ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen können.

Hashimoto: Ursachen

Die genauen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis sind bis heute nicht vollständig geklärt. Derzeit wird jedoch von einem Zusammenspiel genetischer Veranlagung und äußerer Einflussfaktoren ausgegangen. Auch ist eine familiäre Häufung gut belegt: Tritt Hashimoto bei nahen Verwandten auf, ist das eigene Risiko ebenfalls an Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken erhöht; ebenso, wenn andere Autoimmunerkrankungen in der Familie vorkommen wie z.B. Typ-1-Diabetes, Zöliakie oder bestimmte rheumatische Erkrankungen. Vererbt wird hierbei keine einzelne „Hashimoto-Mutation“, sondern eine allgemeine Neigung des Immunsystems, fehlzusteuern und körpereigene Strukturen anzugreifen.

Neben der genetischen Veranlagung werden als externe Auslöser („Trigger“) unter anderem hormonelle Umbrüche (z. B. nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren), schwere oder chronische Stressbelastung, bestimmte Virusinfektionen sowie ein sehr hoher oder sehr niedriger Jodkonsum diskutiert. Auch Begleitfaktoren wie Vitamin-D-Mangel, Selenmangel oder Veränderungen im Darmmikrobiom werden derzeit wissenschaftlich untersucht. Sie gelten zwar nicht als alleinige Ursache, können aber den Verlauf beeinflussen. Nach aktuellem Verständnis entsteht Hashimoto also dann, wenn bei einer genetisch vorbelasteten Person ein oder mehrere externe Faktoren zusammenkommen, wodurch eine dauerhafte Fehlsteuerung des Immunsystems gegenüber dem Schilddrüsengewebe ausgelöst wird.

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Hashimoto: Symptome

Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind vielschichtig und entwickeln sich schleichend. Zu Beginn der Erkrankung können Betroffene sogar zunächst völlig beschwerdefrei sein oder nur unspezifische Symptome bemerken, wie etwa anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung oder das Gefühl, „nicht mehr richtig in die Gänge zu kommen“. Typisch sind außerdem Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, eine gewisse innere Verlangsamung sowie ein erhöhter Bedarf an Schlaf. Weil diese Beschwerden leicht mit Stress, Überlastung oder psychischen Belastungen verwechselt werden, bleibt Hashimoto gerade in der Anfangsphase häufig unerkannt.

Im weiteren Verlauf stehen in der Regel die klassischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) im Vordergrund, da die entzündete Schilddrüse immer weniger Hormone produziert. Typische Anzeichen sind dann Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung, vermehrtes Frieren, eine verlangsamte Verdauung (Verstopfung), trockene Haut, brüchige Haare und Nägel sowie Haarausfall. Viele Betroffene berichten zudem über Muskel- und Gelenkschmerzen, Wassereinlagerungen (Ödeme) und eine veränderte, oft heisere Stimme. Auch der Menstruationszyklus kann sich verschieben, die Blutung kann stärker oder unregelmäßiger werden, und es kann zu Schwierigkeiten bei Kinderwunsch kommen.

Neben den genannten körperlichen Symptomen treten häufig auch psychische Veränderungen auf. Dazu gehören Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, innere Unruhe oder Angstgefühle. Nicht selten fühlen sich Betroffene „emotional wie ausgebremst“ und erkennen sich selbst kaum wieder. Wichtig ist: All diese Symptome können, müssen aber nicht gleichzeitig auftreten und sind zudem nicht spezifisch nur für Hashimoto. Gerade die Kombination aus verschiedenen Symptomen sollten Anlass geben sich in ärztliche Behandlung zu geben, um u. a. die Schilddrüse gezielt untersuchen zu lassen.

Hashimoto: Diagnose

Die Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis basiert auf einer Kombination aus Anamnese (Gespräch), körperlicher Untersuchung, Blutwerten und bildgebender Diagnostik:

Im Anamnesegespräch fragt der Arzt zunächst nach typischen Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen oder Zyklusstörungen. Auch Vorerkrankungen, familiäre Häufungen von Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen und ein eventuell bestehender (unerfüllter) Kinderwunsch werden berücksichtigt. Bei der körperlichen Untersuchung wird unter anderem der Hals abgetastet, um Größe und Struktur der Schilddrüse grob einzuschätzen.

Entscheidend sind dann jedoch die Laboruntersuchungen. Standardmäßig werden das Steuerhormon TSH sowie die freien Schilddrüsenhormone fT4 und oft auch fT3 bestimmt. Ein erhöhtes TSH bei erniedrigten fT4-Werten spricht für eine manifeste Unterfunktion, während ein bereits erhöhtes TSH bei noch normalen Hormonwerten auf eine beginnende (subklinische) Unterfunktion hinweisen kann. Für die Diagnose Hashimoto werden zusätzlich Autoantikörper gemessen, vor allem Anti-TPO (Thyreoperoxidase-Antikörper) und häufig auch Anti-Tg (Thyreoglobulin-Antikörper). Erhöhte Werte dieser Antikörper sind ein typischer Hinweis auf eine autoimmune Entzündung der Schilddrüse.

Ergänzend kommt in der Regel ein Ultraschall (Sonografie) der Schilddrüse zum Einsatz. Dabei zeigt sich bei Hashimoto häufig ein verkleinertes oder inhomogen verändertes Organ mit einer charakteristisch echoarmen („dunkleren“) Struktur. Anhand von Form, Größe, Gewebecharakter und gegebenenfalls Knotenbildung kann der Arzt die Diagnose weiter absichern und andere Ursachen ausschließen. In seltenen Zweifelsfällen können weitere Untersuchungen folgen, etwa eine Szintigrafie.

Insgesamt ergibt sich die Diagnose also aus dem Gesamtbild: typischen Beschwerden, veränderten Hormonwerten, nachweisbaren Antikörpern und einem charakteristischen Ultraschallbefund.

Hashimoto: Behandlung

Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis zielt in erster Linie darauf ab, die entstehende Schilddrüsenunterfunktion auszugleichen und hierdurch die auftretenden Beschwerden zu lindern. Standardtherapie ist die Gabe von Schilddrüsenhormonen, in der Regel Levothyroxin (sog. „L-Thyroxin“) in Tablettenform. Dieses synthetische Hormon entspricht dem natürlichen Schilddrüsenhormon und ersetzt die fehlende Hormonproduktion der geschädigten Schilddrüse. Die Dosierung von L-Thyroxin wird bei jedem Betroffenen individuell festgelegt und ist abhängig von den Laborwerten (insbesondere TSH, fT4), dem Körpergewicht, Alter und den vorhandenen Beschwerden.

Nach Beginn der Therapie wird die Dosis schrittweise angepasst. Da sich der Hormonhaushalt nur langsam stabilisiert, werden Kontrolluntersuchungen in Abständen von meist 6–8 Wochen durchgeführt, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat. Ziel ist ein TSH-Wert im gewünschten Zielbereich (ca. 0,4 – 2,0 mIU/L) sowie ein subjektiv gutes Befinden der Patientin oder des Patienten. Ist die passende Dosis gefunden, reichen in der Regel wenige Kontrollen pro Jahr. Die Behandlung mit L-Thyroxin ist lebenslang notwendig, da sich das geschädigte Schilddrüsengewebe in der Regel nicht erholt.

Neben der o. g. Hormonersatztherapie kann es bei einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel sinnvoll sein, ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen, um den Mangel auszugleichen und hierdurch das Immunsystem zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Auch wird bei Hashimoto immer wieder die Einnahme von Selen diskutiert, da es an der Umwandlung von T4 in das aktive T3 sowie an antioxidativen Prozessen beteiligt ist. Bei nachgewiesenem Selen-Mangel kann eine zeitlich begrenzte, fachlich begleitete Einnahme sinnvoll sein. Hochdosierte Präparate „auf Verdacht“ sind jedoch nicht empfehlenswert; entsprechend sollten die Dosierung und die Einnahmedauer stets mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Hashimoto: Ernährung

Die richtige Ernährung bei Hashimoto kann die Autoimmunerkrankung zwar nicht heilen, jedoch kann sie das Wohlbefinden und möglicherweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Insgesamt gilt eine ausgewogene, entzündungsarme Kost als empfehlenswert: viel Gemüse, Obst, hochwertige Fette (z. B. aus Nüssen, Saaten, pflanzlichen Ölen), ausreichend Eiweiß und möglichst wenig stark verarbeitete Produkte, Zucker und Transfette. Eine solche Ernährungsweise unterstützt das Immunsystem grundsätzlich und kann chronische Entzündungsprozesse im Körper generell günstig beeinflussen.

Eine besondere Rolle bei der Ernährung spielt jedoch Jod: Bei Hashimoto ist hierbei Vorsicht geboten! Sowohl ein ausgeprägter Jodmangel als auch ein sehr hoher Jodkonsum können bei Hashimoto problematisch sein. In der Regel wird eine moderate, bedarfsgerechte Jodzufuhr empfohlen, extreme Jodmengen – etwa durch hochdosierte Präparate oder exzessiven Konsum jodreicher Lebensmittel – sollten vermieden werden.

Immer wieder wird auch der Verzehr von Gluten und Milchprodukten diskutiert. Einige Hashimoto-Betroffene berichten über eine Besserung von Beschwerden, wenn sie glutenarm oder glutenfrei essen – insbesondere, wenn gleichzeitig eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie vorliegt. Wissenschaftlich ist ein genereller Verzicht für alle Hashimoto-Patientinnen und -Patienten bislang nicht eindeutig belegt. Sinnvoll kann es sein, individuell zu testen was gut vertragen wird und was nicht. Zudem empfiehlt es sich, auf den eigenen Körper zu hören: Eine Ernährung, die Beschwerden reduziert, langfristig umsetzbar ist und Freude am Essen erhält, ist langfristig sinnvoller/wertvoller als starre Verbote oder kurzfristige „Trend-Diäten“.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hashimoto und einer Schilddrüsenunterfunktion?

Hashimoto-Thyreoiditis ist in erster Linie eine Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem greift die Schilddrüse an und löst dort eine chronische Entzündung aus. Diese Entzündung kann mit der Zeit dazu führen, dass die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert – in der Folge entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Hashimoto ist damit eine mögliche Ursache einer Unterfunktion, aber nicht jede Unterfunktion beruht auf Hashimoto. Eine Hypothyreose kann zum Beispiel auch durch Operationen an der Schilddrüse, Radiojodtherapie, bestimmte Medikamente oder einen ausgeprägten Jodmangel entstehen.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Hashimoto?

Hashimoto ist chronisch und verläuft meist schleichend. Viele Betroffene haben über Jahre zunächst normale Schilddrüsenwerte, obwohl die Autoimmunentzündung bereits im Hintergrund abläuft. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu einer Phase der sogenannten subklinischen Hypothyreose (erhöhtes TSH, aber noch normale Hormone), bevor sich eine manifeste Unterfunktion mit deutlichen Beschwerden entwickelt. Dieser Prozess kann sich über viele Jahre hinziehen, verläuft aber individuell sehr unterschiedlich.

Sollte ich bei Hashimoto Jod meiden?

Jod ist ein essenzielles Spurenelement und Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Ein schwerer Jodmangel kann eine Schilddrüsenvergrößerung und Unterfunktion begünstigen – unabhängig davon, ob Hashimoto vorliegt oder nicht. Gleichzeitig gilt: Sehr hohe Jodmengen (z. B. über hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel oder exzessiven Konsum jodreicher Algenprodukte) können bei dafür anfälligen Personen die Autoimmunreaktion an der Schilddrüse verstärken oder Schilddrüsenfunktionsstörungen auslösen. Daher wird bei Hashimoto meist eine maßvolle Jodzufuhr empfohlen, die ungefähr dem allgemeinen Tagesbedarf von etwa 150 µg für Erwachsene entspricht.

Wirkt sich Hashimoto auf die Psyche aus?

Ja, Hashimoto kann sich auf die Psyche auswirken – und zwar auf mehreren Ebenen: Zum einen führt die Schilddrüsenunterfunktion selbst häufig zu Symptomen wie Antriebslosigkeit, depressiver Stimmung, Reizbarkeit oder Angstgefühlen. Zum anderen zeigen Studien, dass Menschen mit Autoimmunthyreoiditis (also Hashimoto – auch bei normalen Hormonwerten) ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Angststörungen haben.

Wie erkenne ich einen Hashimoto-Schub?

Der Begriff „Hashimoto-Schub“ ist kein klar definierter medizinischer Fachbegriff, wird aber von vielen Betroffenen verwendet, um Phasen beschwerdeintensiverer Tage oder Wochen zu beschreiben. Typisch sind dann deutliche Verstärkungen bekannter Symptome: starke Erschöpfung, ausgeprägtes Kälteempfinden oder Hitzewallungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, innere Unruhe, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Manche berichten auch über ein Druck- oder Engegefühl im Halsbereich, als würde „etwas auf der Schilddrüse sitzen“.

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