Disclaimer: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen, teils gelegentlich, teils über einen längeren Zeitraum hinweg. Was oft als harmlose Unruhe vor dem Einschlafen beginnt, kann sich schnell zu einer ernsthaften Schlafstörung entwickeln. Die Folgen sind nicht nur eine ausgeprägte Müdigkeit am nächsten Tag, sondern auch ein negativer Einfluss auf u.a. das Konzentrationsvermögen.
Die Ursachen von Schlafstörungen
Die Gründe für Schlafstörungen reichen von körperlichen Erkrankungen über psychische Belastungen bis hin zu äußeren Einflüssen wie Lärm, Licht oder Schichtarbeit. Kommen mehrerer dieser Faktoren zusammen, kann sich die Ausprägung der Schlaflosigkeit verstärken.
Hinzu kommt, dass unser moderner Lebensstil mit ständigem Medienkonsum, hohem Stresslevel und unregelmäßigem Tagesablauf den natürlichen Schlafrhythmus stören kann. Auch der Konsum von Genussmitteln wie Koffein, Alkohol oder Nikotin am Abend haben einen negativen Einfluss auf die Schlafqualität. Um Schlafprobleme gezielt zu behandeln, sollte daher ein ganzheitlicher Blick auf die möglichen Auslöser geworfen werden.
Schlafstörungen: Organische Ursachen
Organische Ursachen bzw. körperliche Erkrankungen im Allgemeinen zählen zu den häufigsten Auslösern von Schlafstörungen. Hierzu gehören etwa (chronische) Schmerzen, Atemwegserkrankungen wie Schlafapnoe oder aber auch neurologische Störungen (z.B. Restless-Legs-Syndrom, Parkinson). Besonders bei älteren Personen liegt häufig eine dieser Ursachen für Schlafstörungen vor, da mit zunehmendem Alter die körperlichen Beschwerden zunehmen.
Auch hormonelle Veränderungen, etwa während der Wechseljahre oder bei Schilddrüsenerkrankungen, können den Schlaf bzw. die Schlafqualität negativ beeinflussen. In diesem Fall verbessert sich das Schlafverhalten in der Regel, wenn der hormonelle Auslöser behoben wurde.
Schlaflosigkeit: Psychische Ursachen
Neben den organischen bzw. körperlichen Ursachen können der Schlaflosigkeit auch psychische Ursachen zugrunde liegen. Psychische Belastungen die auf Stress, Sorgen, Ängste oder depressive Verstimmungen zurückzuführen sind, führen oft dazu, dass bei den Betroffenen das Gedankenkarussell nicht zur Ruhe kommt. Trotz körperlicher Müdigkeit bleiben die Gedanken aktiv und das Einschlafen wird zur Herausforderung.
Besonders problematisch: Wer über längere Zeit schlecht schläft, entwickelt häufig eine regelrechte Angst vor dem Zubettgehen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus innerer Anspannung und wachsender Schlaflosigkeit.
Schlafstörungen durch Depressionen
Depressionen und Schlafstörungen stehen in einer engen Wechselbeziehung. Viele depressive Menschen leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen oder wachen sehr früh am Morgen auf, oft mit einem Gefühl von innerer Leere oder Hoffnungslosigkeit. Diese sogenannte Frühinsomnie ist ein typisches Symptom bei Depressionen. Umgekehrt kann auch chronischer Schlafmangel depressive Verstimmungen begünstigen oder verschlimmern.
Auch wenn Betroffene ausreichend lange schlafen, empfinden sie den Schlaf oft als wenig erholsam. Der Grund: Die natürliche Schlafarchitektur ist bei Depressionen häufig gestört. Die Tiefschlafphasen verkürzen sich, während der REM-Schlaf (Traumschlaf) überwiegt – das kann zu unruhigem Schlaf und morgendlicher Erschöpfung führen. Deshalb ist es in der Therapie von Depressionen wichtig, den Schlaf gezielt mit zu behandeln, etwa durch eine Kombination aus Psychotherapie, Tagesstruktur und ggf. medikamentöser Unterstützung.
Schlafstörungen durch ADHS
Auch bei Erwachsenen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) sind Schlafstörungen keine Seltenheit. Viele Betroffene berichten von „nicht abschalten können“, Gedankenkreisen oder innerer Unruhe beim Zubettgehen. Hinzu kommt oft ein verschobener Schlafrhythmus: Einschlafen fällt schwer, morgens aufzustehen ebenfalls – was im Alltag zu Problemen führen kann.
Ursächlich spielen sowohl biologische Faktoren als auch Verhaltensmuster eine Rolle. Die gestörte Reizfilterung im Gehirn kann das „Runterkommen“ am Abend erschweren. Auch eine gewisse emotionale Impulsivität oder ein Hang zum Prokrastinieren führt dazu, dass Betroffene spät ins Bett gehen. Als Teil der Behandlung können feste Abendroutinen sowie eine gezielte Schlafhygiene und ggf. eine angepasste ADHS-Medikation hilfreich sein, um sowohl das Einschlafen als auch das Durchschlafen zu fördern.
Schlafstörungen durch Angststörungen
Menschen mit Angststörungen leiden häufig unter einem stark erhöhten inneren Spannungszustand – und dieser wirkt sich direkt auf den Schlaf aus. Schon das Einschlafen kann zur Qual werden, wenn Sorgen oder körperliche Angstsymptome wie Herzklopfen, Zittern oder Schwitzen dominieren. Viele Betroffene wachen auch in der Nacht auf und fühlen sich sofort wieder „in Alarmbereitschaft“.
Besonders belastend ist, dass der Schlafmangel die Ängste meist noch verstärkt: Der Körper hat weniger Ressourcen zur Stressregulation, die emotionale Belastbarkeit sinkt. Ein Teufelskreis entsteht. Neben klassischen Entspannungstechniken und einer guten Schlafroutine kann eine kognitive Verhaltenstherapie helfen, die angstauslösenden Denkmuster zu erkennen und zu verändern. In schweren Fällen kann auch eine medikamentöse Unterstützung vorübergehend sinnvoll sein, welche mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollte.
Sonstige Gründe bei Schlaflosigkeit
Nicht alle Ursachen für Schlaflosigkeit lassen sich eindeutig körperlichen oder psychischen Erkrankungen zuordnen. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, die häufig übersehen werden, aber dennoch großen Einfluss auf den Schlaf haben können. Gerade im Alltag unterschätzte Auslöser wie bestimmte Medikamente, unerkannte Unverträglichkeiten oder hormonelle Schwankungen sollten bei anhaltender Schlaflosigkeit mit in Betracht gezogen werden.
Diese „sonstigen“ Ursachen zeigen oft ein sehr unspezifisches Beschwerdebild: Der Schlaf ist gestört, ohne dass es eine eindeutige Erklärung gibt. Ein ganzheitlicher Blick auf den Lebensstil, die Ernährung sowie die aktuelle Medikation und individuelle Belastungen kann hilfreich sein, um die wahren Auslöser zu identifizieren.
Alkohol
Alkohol wirkt zunächst scheinbar schlaffördernd. Tatsächlich kann er auch beim Einschlafen helfen, da er eine dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem hat. Allerdings ist dieser Effekt trügerisch: In der zweiten Nachthälfte führt Alkohol vermehrt zu unruhigem Schlaf, häufigem Erwachen und weniger Tiefschlafphasen. Die Schlafqualität leidet durch Alkoholkonsum also deutlich, auch wenn beim Einschlafen zunächst hilfreich ist.
Zudem fördert Alkohol das Schnarchen und kann Atemaussetzer (sog. Schlafapnoe) verschlimmern. Wer also regelmäßig oder übermäßig Alkohol konsumiert, riskiert langfristig chronische Schlafstörungen. Auch gelegentlicher Alkoholkonsum am Abend kann bereits ausreichend sein, um den Schlaf negativ zu beeinträchtigen, insbesondere bei sensiblen Menschen oder in stressigen Lebensphasen.
Statine
Statine sind Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels und gehören zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln weltweit. Einige Menschen berichten unter Statin-Therapie von Schlafstörungen – insbesondere von Ein- oder Durchschlafproblemen sowie teilweise verstörenden Träumen.
Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig bekannt. Es wird vermutet, dass Statine indirekt über den Hormonhaushalt oder entzündungshemmende Prozesse Einfluss auf den Schlaf nehmen. Wer unter Statinen schlecht schläft, sollte das unbedingt mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen – manchmal hilft bereits ein Präparatwechsel oder eine Umstellung der Einnahmezeit.
Bluthochdruck
Bluthochdruck kann sich direkt oder indirekt negativ auf den Schlaf auswirken. Einerseits beeinträchtigt die mit dem Bluthochdruck einhergehenden körperlichen Unruhe den Schlaf, andererseits können bestimmte Blutdruckmedikamente (z. B. Betablocker) Schlafprobleme verursachen. Auch kann nächtliches Wasserlassen, als Nebenwirkung sog. Diuretika zur Behandlung von Bluthochdruck, den natürlichen Schlafrhythmus stören.
Zudem besteht ein enger Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Schlafapnoe. Viele Menschen mit unbehandeltem Bluthochdruck leiden unbemerkt unter Atemaussetzern im Schlaf – was den Blutdruck weiter steigen lässt. Sollte der Verdacht bestehen, dass die Schlafstörungen auf Bluthochdruck zurückzuführen sind, kann eine gezielte Diagnostik in einem Schlaflabor hilfreich sein, um den Verdacht zu bestätigen oder auszuschließen.
Histaminintoleranz
Bei einer Histaminintoleranz reagiert der Körper überempfindlich auf den körpereigenen Botenstoff Histamin oder kann diesen nicht ausreichend abbauen. Histamin ist unter anderem für allergische Reaktionen verantwortlich, beeinflusst aber auch den Wach-Schlaf-Rhythmus. Entsprechend kann ein erhöhter Histaminspiegel zu innerer Unruhe, Einschlafproblemen oder nächtlichem Aufwachen führen.
Personen die an Histaminintoleranz leiden, berichten häufig von Schlafstörungen nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel wie Rotwein, Käse, Wurst oder Sauerkraut. Sollte die Schlafstörungen auf eine Histaminintoleranz zurückzuführen sein, kann eine histaminarme Ernährung das Einschlafen erleichtern sowie die Schlafqualität deutlich verbessern.
Vitamin-D-Mangel
Vitamin D spielt zwar insbesondere eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit und das Immunsystem, allerdings können Schlafstörungen auch ein Symptom eines Vitamin-D-Mangels sein. Hintergrund hierfür ist, dass Vitamin D die Bildung des Schlafhormons Melatonin beeinflusst, welches wiederum den Tag-Nacht-Rhythmus steuert.
Besonders in den Wintermonaten bzw. bei wenig Sonnenlicht (z.B. bei Schichtarbeit) ist das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel erhöht, wodurch es dann zu entsprechenden Symptomen wie Schlafstörungen kommen kann.
Symptome von Schlafstörungen
Schlafstörungen zeigen sich auf ganz unterschiedliche Weise und betreffen weit mehr als nur das nächtliche wach Liegen im Bett. Sie haben Auswirkungen auf Körper, Geist und Psyche – oft auch am Tag. Je nach Art und Ausprägung treten sie als Einschlafprobleme, häufiges nächtliches Aufwachen oder morgendliches Früherwachen auf. Doch auch wer vermeintlich genug schläft, kann sich unausgeruht und erschöpft fühlen.
Typische Begleiterscheinungen sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit oder eine gedrückte Stimmung. Viele Betroffene entwickeln über die Zeit hinweg regelrechte Ängste vor der Nacht – was die Schlafprobleme weiter verstärkt. Daher ist es wichtig, dass Symptome früh erkannt und ernst genommen werden, bevor sich chronische Schlafstörungen entwickeln.
Ein- und Durchschlafstörungen
Ein- und Durchschlafprobleme zählen zu den häufigsten Symptomen von Schlafstörungen. Beim Einschlafen kreisen oft die Gedanken, Sorgen halten wach und der Körper kommt nicht zur Ruhe. Besonders stressige Lebensphasen oder psychische Belastungen können diese Art der Schlafstörung auslösen oder verschlimmern.
Auch das nächtliche Aufwachen – häufig mehrere Male – ist typisch. Viele Betroffene liegen dann lange wach, ohne wieder einschlafen zu können. Diese Form der Schlafstörung ist besonders zermürbend, weil sie die Erholung in der Nacht deutlich beeinträchtigt. Der Schlaf wird oberflächlicher, die Tiefschlafphasen nehmen ab – mit spürbaren Folgen am Tag.
Tagesmüdigkeit
Ein typisches Symptom von Schlafstörungen ist, unabhängig von der Ausprägung der Schlafstörung, die anhaltende Müdigkeit am Tag. Betroffene können sich oft schon morgens erschöpft fühlen, auch wenn sie ausreichend lange geschlafen haben. Der Grund hierfür liegt in der mangelnden Schlafqualität – der Körper kann sich nachts nicht richtig regenerieren.
Diese Tagesmüdigkeit äußert sich in Leistungsabfall, Konzentrationsproblemen und dem Bedürfnis, tagsüber ein Nickerchen zu machen. In Berufen die einer hohen Aufmerksamkeit bedürfen – z. B. bei der Teilnahme im Straßenverkehr oder dem Führen von Maschinen – kann dies entsprechend gefährlich werden.
Reizbarkeit
Wer schlecht schläft, ist schnell gereizt – eine Tatsache, die viele Betroffene an sich selbst bemerken. Schon kleine Konflikte oder alltägliche Herausforderungen führen zu übermäßigen emotionalen Reaktionen. Der Geduldsfaden ist dünn, soziale Spannungen nehmen zu.
Diese Reizbarkeit entsteht nicht nur aus der Müdigkeit selbst, sondern auch durch die Überforderung des Gehirns bei der Emotionsregulation. Normalerweise hilft erholsamer Schlaf, emotionale Reize zu verarbeiten. Fehlt dieser Ausgleich, reagieren wir schneller genervt oder überfordert. Auch das soziale Umfeld leidet dann oft unter der veränderten Stimmung.
Konzentrationsschwäche
Ein gestörter Schlaf hat direkte Auswirkungen auf unsere geistige Leistungsfähigkeit. Konzentrationsschwächen, Gedächtnisprobleme und eine verlangsamte Reaktionszeit sind typische Symptome von Schlafstörungen. Besonders in Schule, Studium oder im Beruf wirken sich Schlafstörungen negativ auf die Leistungsfähigkeit aus – Aufgaben brauchen länger und Fehler häufen sich.
Dabei ist es nur die Quantität sondern auch die Qualität des Schlafs entscheidend. Fehlen dem Gehirn wichtige Tiefschlaf- und REM-Phasen, kann es Erlerntes schlechter verarbeiten und abspeichern. Wer also unter ständiger Unaufmerksamkeit leidet, sollte auch den eigenen Schlaf kritisch hinterfragen.
Depressionen
Zwischen Schlafstörungen und Depressionen besteht ein enger Zusammenhang – sie beeinflussen sich oft gegenseitig. Anhaltende Schlafprobleme können depressive Symptome fördern, umgekehrt sind Depressionen häufig von Schlafstörungen begleitet. Betroffene fühlen sich emotional erschöpft, freudlos und antriebslos – was sich auch im Schlafverhalten widerspiegelt.
Typisch ist das frühe Erwachen am Morgen mit einer gedrückten Stimmung, obwohl der Wecker noch gar nicht geklingelt hat. Auch Einschlafprobleme sowie ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus sind häufig. In der Behandlung von Depressionen sollte daher immer auch auf eine Stabilisierung des Schlafs geachtet werden.
Angstzustände
Angst und Schlafprobleme bilden oft einen Teufelskreis. Angstzustände hindern daran, zur Ruhe zu kommen – und Schlafmangel wiederum verstärkt die Angst. Abends im Bett beginnt häufig das Gedankenkarussell: Sorgen über den nächsten Tag, gesundheitliche Ängste oder Grübeleien über alltägliche Probleme verhindern das Einschlafen.
Auch körperliche Symptome wie Herzklopfen, Engegefühl oder Schweißausbrüche erschweren den Schlaf. Besonders belastend ist das Gefühl der Hilflosigkeit in der Nacht, wenn der Körper müde ist, der Geist aber wach bleibt. Eine gezielte Therapie, oft kombiniert mit Entspannungsverfahren, kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Behandlung von Schlafstörungen
Die Behandlung von Schlafstörungen hängt stark von der konkreten Ursache ab. Auch ist die Behandlung erfolgreicher, wenn mehrere Behandlungsansätze kombiniert werden. Ziel der Behandlung ist es dabei nicht nur die Symptome zu lindern, sondern auch die Ursache zu erkennen um hierauf Einfluss zu nehmen.
Viele Menschen profitieren bereits von einfachen Verhaltensänderungen, andere benötigen eine gezielte Therapie oder ärztliche Begleitung. Wichtig ist: Schlafstörungen müssen nicht einfach hingenommen werden. Wer rechtzeitig handelt und sich Unterstützung holt, kann seine Schlafqualität deutlich verbessern – und damit auch das körperliche und seelische Wohlbefinden.
Verhaltens- und Schlaftherapie
Die kognitive Verhaltenstherapie (CBT-I = Cognitive Behavioral Therapy for Insomnia) gilt heute als wirksamste Methode zur Behandlung chronischer Schlafstörungen. Sie setzt an den Gedanken, Gefühlen und Gewohnheiten an, die den Schlaf negativ beeinflussen. Ziel ist es, schlafstörende Muster zu erkennen, umzustrukturieren und durch gesündere Verhaltensweisen zu ersetzen.
Ein zentraler Bestandteil ist das sogenannte „Schlafrestriktionstraining“: Dabei wird die Zeit im Bett gezielt verkürzt, um den Schlafdruck zu erhöhen – und so die Schlafqualität zu verbessern. Auch Techniken zur Gedankenregulation und zur Reduktion von Grübeln spielen eine wichtige Rolle. Die Verhaltenstherapie wirkt nachhaltig und kommt in der Regel ohne Medikamente aus.
Schlafhygiene verbessern
Oft reichen schon einfache Maßnahmen zur Verbesserung der sogenannten Schlafhygiene, um die Schlafqualität deutlich zu verbessern. Gemeint sind damit Gewohnheiten und Umgebungsfaktoren, die einen gesunden Schlaf fördern – wie feste Schlafenszeiten, ein dunkles, ruhiges Schlafzimmer sowie der Verzicht auf Bildschirmnutzung kurz vor dem Zubettgehen.
Auch der Konsum von Koffein, Alkohol und schweren Mahlzeiten am Abend spielt hierbei eine Rolle. Wer regelmäßig spät isst, lange am Smartphone scrollt oder mit Sorgen ins Bett geht, stört seinen natürlichen Einschlafprozess. Eine gute Schlafhygiene wirkt darauf hin, sowohl dem Körper als auch dem Geist ein Signal zur Ruhefindung zu geben – und zwar jeden Abend aufs Neue.
Entspannungstechniken
Entspannungstechniken helfen dabei, den Körper zu beruhigen und den Geist zu entschleunigen – beides wichtige Voraussetzungen für guten Schlaf. Besonders bewährt haben sich Methoden wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Autogenes Training oder auch sanftes Yoga. Sie senken das Stresslevel und wirken dem Gedankenkarussell entgegen.
Regelmäßig angewendet, können diese Techniken nicht nur das Einschlafen erleichtern, sondern auch die Schlafqualität insgesamt verbessern. Wichtig ist dabei die Routine: Entspannung will geübt sein. Wer sich abends bewusst ein paar Minuten Zeit nimmt, schafft eine hilfreiche Brücke zwischen dem Tag und der Nacht – und unterstützt sein Gehirn bewusst dabei, in den „Ruhemodus“ zu schalten.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
Schlafmittel können kurzfristig helfen, akute Schlafprobleme zu überbrücken – sollten aber immer mit Bedacht eingesetzt werden. Besonders rezeptpflichtige Schlafmedikamente wie Benzodiazepine oder Z-Substanzen bergen ein Risiko für Abhängigkeit und sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden.
Auch pflanzliche Präparate mit Baldrian, Hopfen oder Melisse sowie Melatonin-Präparate können in manchen Fällen sinnvoll sein. Dennoch gilt: Medikamente sollten immer nur Teil eines umfassenderen Behandlungskonzepts sein. Sie bekämpfen meist nur die Symptome – nicht die Ursache. Deshalb ist eine Kombination mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen oft der nachhaltigere Weg.
Häufig gestellte Fragen
Warum kann man nicht schlafen, obwohl man müde ist?
Die Ursache liegt häufig in anhaltendem bzw. dauerhaften Stress. Dies führt dazu, dass Betroffene nur schwer bis gar nicht abschalten können – etwa durch Grübeln und Sorgen und in ein Gedankenkarussell verfallen. In solchen Fällen fällt das Einschlafen schwer, obwohl die Müdigkeit deutlich ausgeprägt ist.
Welche natürlichen Hausmittel helfen bei Schlafstörungen?
Als natürliche Hausmittel gegen Schlafstörungen haben sich u.a. Baldriantee, warme Milch mit Honig oder aber auch ein abendlicher Spaziergang an der frischen Luft bewährt. Auch Atemübungen, Entspannungstechniken sowie ein regelmäßiger Schlafrhythmus können hilfreich sein.
Ab wann sollte man mit Schlafstörungen zum Arzt?
Wenn Schlafprobleme längere Zeit andauern und den Alltag deutlich beeinträchtigen sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch wenn Betroffene eine Vermutung für die Ursache haben, sollte dennoch professioneller Rat eingeholt werden. Wichtig ist, dass mit dem Arztbesuch nicht zu lange gewartet wird, um Folgen wie Depressionen etc. zu vermeiden.

