Schilddrüsenunterfunktion

Hypothyreose

Inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)

Disclaimer: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Die Schilddrüse ist klein, hat aber einen großen Einfluss: Ihre Hormone steuern unter anderem Stoffwechsel, Körpertemperatur, Herzschlag, Verdauung, Haut und Haare – und auch die Stimmung sowie die Konzentration. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert der Körper zu wenig Schilddrüsenhormon. Das Problem: Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und sind zunächst unspezifisch. Viele Betroffene fühlen sich länger müde, frieren schneller, nehmen leichter zu oder bemerken Veränderungen an Haut und Haaren – und denken dabei nicht sofort an die Schilddrüse.

Schilddrüsenunterfunktion: Ursachen

Eine Schilddrüsenunterfunktion (auch: Hypothyreose) entsteht, wenn der Körper über längere Zeit zu wenig Schilddrüsenhormone zur Verfügung hat. In den allermeisten Fällen liegt die Ursache direkt in der Schilddrüse selbst (man spricht dann von einer primären Hypothyreose) – seltener steckt eine Störung in den übergeordneten Steuerzentren (Hypophyse/Hypothalamus) dahinter.

Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, ausgelöst durch eine Fehlreaktion des Immunsystems. Dabei richtet sich die Immunabwehr gegen Bestandteile des Schilddrüsengewebes – die Drüse wird über die Zeit geschädigt und kann dann nicht mehr ausreichend Hormone bilden.

Typisch ist, dass Hashimoto langsam voranschreitet: Am Anfang kompensiert der Körper den Hormonmangel oft noch, später entsteht dann eine Schilddrüsenunterfunktion. Genau deshalb wird Hashimoto in Deutschland sehr häufig als Hauptursache der Hypothyreose genannt.

Entfernung der Schilddrüse

Wird die Schilddrüse operativ teilweise oder vollständig entfernt (z. B. wegen Knoten, Struma oder Schilddrüsenkrebs), kann sie entsprechend weniger oder gar keine Hormone mehr produzieren. Hierbei handelt es sich also um eine klassische “behandlungsbedingte” Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion.

Nach einer totalen Thyreoidektomie (komplette Entfernung) ist ein lebenslanger Hormonersatz in der Regel notwendig, weil kein funktionsfähiges Schilddrüsengewebe mehr vorhanden ist. Bei einer Teilentfernung hängt es davon ab, wie viel aktives Gewebe verbleibt.

Viele Menschen sind nach einer Schilddrüsen-OP zunächst verunsichert, jedoch lässt sich die Unterfunktion in der Regel zuverlässig ausgleichen, wenn die Werte regelmäßig kontrolliert und die Medikation passend eingestellt wird.

Strahlentherapie

Eine Bestrahlung im Halsbereich (z. B. bei Tumorerkrankungen) kann auch die Schilddrüse betreffen. Dabei kann Schilddrüsengewebe geschädigt werden, sodass die Hormonproduktion im Verlauf abnimmt – eine Unterfunktion gehört zu den häufigen Spätfolgen einer solchen Bestrahlung.

Das Tückische: Die Unterfunktion tritt nicht zwingend sofort auf. Sie kann sich Monate bis Jahre später entwickeln und wird dann manchmal nicht mehr direkt mit der früheren Bestrahlung in Verbindung gebracht. Gerade deshalb sind Nachsorgekontrollen wichtig.

Neben der äußeren Strahlentherapie gibt es auch Behandlungen, die gezielt Schilddrüsenzellen treffen (z. B. Radiojodtherapie). Gemeinsam ist allen: Wird ausreichend Gewebe zerstört, kann der Körper nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone bereitstellen.

Jodmangel

Jod ist ein zentraler Baustoff für Schilddrüsenhormone. Bekommt der Körper über längere Zeit zu wenig Jod, kann die Schilddrüse nicht mehr “normal” produzieren – häufig reagiert sie zunächst mit einer Vergrößerung (Struma), um den Mangel auszugleichen.

In Deutschland hat sich die Jodversorgung zwar im Laufe der Jahrzehnte verbessert, sie gilt aber weiterhin als nicht optimal und zeigt laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine rückläufige Tendenz. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder automatisch eine Unterfunktion bekommen wird – aber ein Jodmangel bleibt ein relevanter Faktor für die Schilddrüsengesundheit.

Medikamente

Manche Medikamente können die Schilddrüse bremsen oder die Hormonproduktion bzw. -freisetzung stören. Klassische Beispiele sind Lithium (u. a. in der Psychiatrie) und Amiodaron, aber auch bestimmte Immuntherapien (z. B. Checkpoint-Inhibitoren) können Schilddrüsenfunktionsstörungen auslösen.

Zusätzlich können Medikamente, die absichtlich eine Überfunktion behandeln (sogenannte Thyreostatika), bei zu hoher Dosis eine Unterfunktion verursachen – das ist dann keine “neue Krankheit”, sondern eine Wirkung der Behandlung. Auch deshalb werden unter solchen Therapien die Werte engmaschig kontrolliert.

Ganz wichtig im Alltag: Wenn der Verdacht besteht, dass ein Medikament an der Unterfunktion beteiligt ist, sollte man es nicht eigenmächtig absetzen sondern Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Meist gibt es Lösungen über Anpassung, engere Laborkontrollen oder (falls nötig) ein Ausgleich der Unterfunktion.

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion liegt vor, wenn ein Baby von Geburt an zu wenig Schilddrüsenhormone bildet. Häufigste Ursache sind Entwicklungsstörungen der Schilddrüse (z. B. fehlende/fehlplatzierte oder zu kleine Schilddrüse); seltener sind Störungen der Hormonsynthese.

Da Neugeborene anfangs oft kaum Symptome zeigen, ist eine frühe Diagnose wichtig. Genau dafür gibt es in Deutschland das erweiterte Neugeborenen-Screening, bei dem u. a. per Bluttest auf eine angeborene Hypothyreose geprüft wird (typischerweise über einen erhöhten TSH-Wert).

Hintergrund: Schilddrüsenhormone sind in den ersten Lebensmonaten besonders wichtig für Wachstum und Gehirnentwicklung. Wird eine angeborene Unterfunktion früh entdeckt, kann sie in der Regel gut behandelt werden – deshalb hat das Screening einen so hohen Stellenwert.

Schilddrüsenunterfunktion: Symptome

Da sich eine Schilddrüsenunterfunktion oft schleichend entwickelt, sind die Beschwerden gerade am Anfang häufig mild oder so unspezifisch, dass sie leicht anderen Ursachen zugeschrieben werden. Typisch ist, dass sich die Symptome eher “einschleichen” als plötzlich auftreten.

Weil Schilddrüsenhormone viele Körperfunktionen beeinflussen, können die Beschwerden sehr unterschiedlich aussehen: Manche merken vor allem Erschöpfung und Antriebsmangel, andere eher Kälteempfindlichkeit, Verdauungsprobleme oder Veränderungen an Haut und Haaren. Auch Stimmung und Konzentration können betroffen sein. Wichtig ist: Nicht alle Symptome müssen auftreten!

Symptome bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion häufig über allgemeine Leistungseinbußen: Man ist schneller erschöpft, fühlt sich “langsamer”, braucht länger zur Erholung und hat weniger Antrieb. Viele berichten auch über Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme, die sich im Alltag als “Nebel im Kopf” bemerkbar machen können. Diese Beschwerden entstehen oft schrittweise, weshalb Betroffene sie anfangs nicht direkt mit der Schilddrüse verbinden.

Sehr typisch sind außerdem Zeichen eines verlangsamten Stoffwechsels: Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme (teils trotz unveränderter Ernährung), Verstopfung und ein geringerer Puls. Auch körperliche Veränderungen können auftreten, zum Beispiel trockene Haut, stumpfe Haare, Haarausfall oder Heiserkeit. Manche Menschen entwickeln Schwellungen im Gesicht oder an den Augenlidern (sogenannte Myxödeme).

Nicht zu unterschätzen sind auch die psychischen und hormonellen Begleiterscheinungen: Niedergeschlagene Stimmung oder depressive Verstimmung können vorkommen, ebenso Zyklusveränderungen oder eine verminderte Libido. Gerade weil solche Symptome viele Ursachen haben können, ist es hilfreich, nicht nur “ein Symptom” herauszugreifen, sondern das Gesamtbild zu betrachten.

Symptome bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen können die Beschwerden zunächst ähnlich wirken wie bei Erwachsenen: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung sowie trockene Haut und trockenes Haar sind häufige Hinweise.

Ein entscheidender Unterschied zu Erwachsenen ist, dass eine Unterfunktion bei Kindern besonders den Wachstums- und Entwicklungsverlauf beeinflussen kann. Typisch sind ein verlangsamtes Wachstum, eine verzögerte Reifung des Skeletts und bei Jugendlichen eine verspätete Pubertät. Genau diese “Entwicklungszeichen” sind wichtige Warnlampen, weil sie über die reine Befindlichkeit hinausgehen.

Im Alltag kann sich das auch indirekt zeigen: Kinder wirken weniger belastbar, ziehen sich eher zurück oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren – was schnell als Schul- oder Motivationsproblem missverstanden wird. Weil Schilddrüsenhormone für Wachstum und Entwicklung so bedeutsam sind, ist bei anhaltenden Beschwerden oder auffälligem Wachstumsmuster eine ärztliche Abklärung besonders sinnvoll.

Symptome bei Senioren

Bei älteren Menschen ist die Schilddrüsenunterfunktion besonders tückisch, weil manchmal nur einzelne Symptome im Vordergrund stehen. Häufig genannt werden Kälteempfindlichkeit sowie eine verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit – Beschwerden, die fälschlicherweise als “normale” Alterserscheinungen eingeordnet werden. Dadurch kann eine Unterfunktion über längere Zeit unentdeckt bleiben.

Auch bei Senioren können Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel oder depressive Verstimmungen auftreten und werden dann gelegentlich eher als Depression oder beginnende Demenz fehlinterpretiert. Genau deshalb ist bei neu auftretender oder deutlich zunehmender Müdigkeit, Verlangsamung oder Stimmungstief im Alter die Schilddrüse ein sinnvoller Bestandteil der Abklärung.

Schilddrüsenunterfunktion: Diagnostik

Bei der Diagnostik geht es im Kern um zwei Fragen:

  1. Liegt wirklich eine Schilddrüsenunterfunktion vor?
  2. Wodurch wird sie verursacht?

Da die Symptome (z. B. Müdigkeit, Gewichtszunahme, depressive Verstimmung) auch viele andere Gründe haben können, reicht eine reine Vermutung nicht aus. Der behandelnde Arzt kombiniert daher die Symptome mit der Vorgeschichte (z. B. Schilddrüsen-OP, Bestrahlung, Medikamente, familiäre Belastung) und insbesondere mit den Blutwerten.

Der wichtigste Blutwert ist zunächst das TSH. Man kann sich TSH wie einen “Regler” vorstellen: Wenn der Körper merkt, dass zu wenig Schilddrüsenhormone vorhanden sind, schickt die Hirnanhangsdrüse mehr TSH, um die Schilddrüse anzutreiben. Ist das TSH erhöht, wird in der Regel zusätzlich freies T4 (fT4) gemessen – also das tatsächlich verfügbare Schilddrüsenhormon im Blut.

Wenn bestätigt ist, dass tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird häufig noch nach der Ursache geschaut. Bei Verdacht auf Hashimoto werden meist Antikörper (v. a. TPO-Antikörper) bestimmt. Zudem kann auch ein Ultraschall helfen, die Schilddrüse zu beurteilen – zum Beispiel, ob sie vergrößert ist, entzündlich verändert wirkt oder Knoten vorhanden sind.

Selten kommt es vor, dass die Störung nicht in der Schilddrüse selbst liegt, sondern in den übergeordneten Steuerzentren (Hypophyse/Hypothalamus). Dann kann das TSH trotz Unterfunktion normal oder niedrig sein, während fT4 zu niedrig ist. In so einem Fall wird dann die Ursache gezielter abgeklärt, oft in einer endokrinologischen Praxis.

Schilddrüsenunterfunktion: Behandlung

Ziel der Behandlung ist, den Mangel an Schilddrüsenhormonen auszugleichen, sodass sich die Beschwerden bessern und die Werte wieder stabil in einem normalen Bereich liegen. Die Standardtherapie ist in der Regel die Einnahme von Levothyroxin (L-Thyroxin, T4) als Tablette – also das Hormon, das die Schilddrüse normalerweise selbst produziert.

Die richtige Dosierung wird hierbei immer individuell eingestellt. Meist wird mit einer niedrigen Dosis begonnen, die in der Folge schrittweise angepasst wird. Nach Beginn der Therapie oder nach einer Dosisänderung werden die Werte dann in der Regel nach mehreren Wochen erneut kontrolliert (typisch etwa nach 6–8 Wochen), da sich das TSH nur langsam auf die neue Dosis einpendelt.

Für eine zuverlässige Wirkung ist die korrekte Einnahme wichtig: Die Einnahme sollte regelmäßig und mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück (mit Wasser) erfolgen. In Einzelfällen ist auch die Einnahme abends vor dem Schlafengehen möglich, sofern sie konsequent beibehalten wird. Zudem sollte ein zeitlicher Abstand zu Stoffen, die die Aufnahme stören können, eingehalten werden. Hierzu gehören z. B. Eisen- oder Calciumpräparate, bestimmte Magenschutzmittel oder Colestyramin. Zu konkreten Wechselwirkungen kann der behandelnde Arzt oder Apotheker beraten.

Häufig gestellte Fragen

Kann man einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen?

Gegen die häufigste Ursache der Unterfunktion, die autoimmune Hashimoto-Thyreoiditis, kann man in der Regel nicht gezielt vorbeugen. Viele Einflussfaktoren (z. B. Veranlagung) lassen sich nicht steuern – deshalb geht es eher darum, eine Unterfunktion früh zu erkennen und zuverlässig zu behandeln.

Eine Ausnahme ist die jodmangelbedingte Unterfunktion: Hier hilft eine ausreichende Jodzufuhr über die Ernährung. In Deutschland wird zur Jodprophylaxe u. a. jodiertes Speisesalz empfohlen. Wichtig ist aber auch: Jod sollte nicht „auf Verdacht“ hoch dosiert werden (z. B. über Algen- oder hochdosierte Nahrungsergänzung), sondern im Zweifel ärztlich besprochen werden.

Was ist eine latente Schilddrüsenunterfunktion?

Von einer latenten (subklinischen) Schilddrüsenunterfunktion spricht man, wenn im Blut das TSH erhöht ist, die eigentlichen Schilddrüsenhormone (insbesondere fT4) aber noch im Normbereich liegen. Viele Betroffene haben dabei keine eindeutigen Beschwerden – oder die Symptome sind so unspezifisch, dass sie auch andere Ursachen haben könnten.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Depressionen?

Ja, eine Schilddrüsenunterfunktion kann depressive Symptome begünstigen oder ihnen ähneln, zum Beispiel durch Antriebsmangel, Teilnahmslosigkeit, Konzentrationsprobleme oder gedrückte Stimmung. Deshalb wird bei anhaltender depressiver Symptomatik häufig auch die Schilddrüse mit abgeklärt. Jedoch hat nicht jede Depression hat eine Schilddrüsenursache – und nicht jede leichte Unterfunktion erklärt (starke) depressive Beschwerden.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Gewichtszunahme?

Eine Unterfunktion kann zu einer leichten bis mäßigen Gewichtszunahme beitragen. Dies ist darin begründet, dass wenn Schilddrüsenhormone fehlen, der Stoffwechsel „langsamer“ läuft – zudem können Wassereinlagerungen eine Rolle spielen. Die Schilddrüse ist jedoch selten der alleinige Grund für deutliches Übergewicht, aber sie kann das Gewichtsreduktion spürbar erschweren.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Haarausfall?

Ja. Schilddrüsenhormone beeinflussen den Haarzyklus, und bei einer Unterfunktion können Haare trockener werden oder es kann zu diffusem Haarausfall kommen. Das ist ein häufiges, aber unspezifisches Symptom – es kann also auch andere Ursachen haben (Eisenmangel, Stress, hormonelle Umstellungen etc.), weshalb eine Abklärung oft mehrere Aspekte umfasst.

Wenn die Unterfunktion tatsächlich die Ursache für Haarausfall ist und die Behandlung gut greift, kann sich das Haarbild häufig wieder verbessern – allerdings nicht über Nacht. Haare wachsen langsam, deshalb dauert es oft mehrere Monate, bis sich eine sichtbare Besserung zeigt. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, die Schilddrüsenmedikation konsequent einzunehmen und Kontrolltermine einzuhalten, statt vorschnell die Dosis zu wechseln.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Fruchtbarkeit?

Ja – und zwar vor allem über den Einfluss auf Zyklus, Eisprung und die hormonelle Balance. Eine Unterfunktion kann Zyklusunregelmäßigkeiten begünstigen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen; auch bei Männern kann der Hormonhaushalt und damit die Sexualfunktion betroffen sein. Daher gehört die Schilddrüse bei unerfülltem Kinderwunsch häufig zur Basisabklärung.

Die gute Nachricht: Wenn die Unterfunktion erkannt und gut eingestellt ist, lassen sich viele dieser Effekte deutlich verbessern. Bei Kinderwunsch und besonders in der Schwangerschaft werden die Werte meist enger kontrolliert, weil sich der Bedarf an Schilddrüsenhormon ändern kann. Wer aktiv Nachwuchs plant, sollte das Thema frühzeitig im Auge behalten.

Wirkt sich eine Schilddrüsenunterfunktion auf Cholesterinwerte aus?

Ja. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Fettstoffwechsel beeinflussen und mit erhöhten Blutfettwerten einhergehen – insbesondere kann LDL-Cholesterin ansteigen. Deshalb wird bei auffälligen Cholesterinwerten häufig auch empfohlen, die Schilddrüse mit zu überprüfen (und umgekehrt).

Wenn die Unterfunktion die Ursache ist, können sich Cholesterinwerte unter einer passenden Hormonersatztherapie oft mitverbessern. Ob zusätzlich eine gezielte Lipidtherapie nötig ist, hängt vom Gesamtrisiko (z. B. Blutdruck, Rauchen, Diabetes, familiäre Risiken) und den konkreten Werten ab – das lässt sich am besten individuell ärztlich einordnen.

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