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	<title>Schilddrüse | Vitalportal.net</title>
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	<title>Schilddrüse | Vitalportal.net</title>
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	<item>
		<title>Morbus Basedow: Symptome, Ursachen und Behandlung</title>
		<link>https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/morbus-basedow/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Heinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2026 19:14:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert, kann sich das auf zahlreiche Bereiche des Körpers auswirken. Morbus Basedow ist eine mögliche Ursache für eine solche Schilddrüsenüberfunktion und kann mit Beschwerden einhergehen, die von Nervosität und Schlafproblemen bis hin zu Augenveränderungen reichen. Für Betroffene ist es daher oft nicht leicht, die Symptome richtig einzuordnen.</p>
<p>Umso wichtiger ist ein verständlicher Überblick über die Hintergründe. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein was Morbus Basedow ist, welche Ursachen hinter der Erkrankung stehen können, welche Symptome typisch sind, wie die Diagnostik erfolgt und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/morbus-basedow/">Morbus Basedow: Symptome, Ursachen und Behandlung</a> erschien zuerst auf <a href="https://vitalportal.net">Vitalportal.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Autorin</strong>: Katharina Heinz (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), Ernährungsberaterin und Pharmazieökonomin</em>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Inhaltliche Qualitätssicherung</strong>:&nbsp;<a href="https://vitalportal.net/ueber-uns/">Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Disclaimer</strong>: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert, kann sich das auf zahlreiche Bereiche des Körpers auswirken. <strong>Morbus Basedow</strong> ist eine mögliche Ursache für eine solche Schilddrüsenüberfunktion und kann mit Beschwerden einhergehen, die von Nervosität und Schlafproblemen bis hin zu Augenveränderungen reichen. Für Betroffene ist es daher oft nicht leicht, die Symptome richtig einzuordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso wichtiger ist ein verständlicher Überblick über die Hintergründe. Im nachfolgenden Beitrag gehen wir darauf ein was Morbus Basedow ist, welche Ursachen hinter der Erkrankung stehen können, welche Symptome typisch sind, wie die Diagnostik erfolgt und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.</p>



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<div class="vp-glance-box">
  <h2>Morbus Basedow: Auf einen Blick</h2>

  <div class="vp-glance-grid">
    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Was ist Morbus Basedow?</strong>
      <p>
        Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Dabei bildet
        das Immunsystem Antikörper gegen den TSH-Rezeptor. Diese können die
        Schilddrüse dauerhaft anregen und eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Typische Beschwerden</strong>
      <p>
        Häufig sind Herzrasen, innere Unruhe, Zittern, Schlafstörungen,
        Gewichtsverlust, Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit, Durchfall,
        Muskelschwäche, Erschöpfung oder Reizbarkeit.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Augenbeteiligung</strong>
      <p>
        Bei einem Teil der Betroffenen treten Augenbeschwerden auf. Möglich sind
        trockene, gerötete oder druckempfindliche Augen, Lichtempfindlichkeit,
        Schwellungen der Lider, hervortretende Augen oder Doppelbilder.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Behandlung</strong>
      <p>
        Die Therapie richtet sich nach Schweregrad, Rückfallrisiko, Alter,
        Begleiterkrankungen, Kinderwunsch und Augenbeteiligung. Möglich sind
        Thyreostatika, Betablocker, Radiojodtherapie oder eine Operation.
      </p>
    </div>
  </div>

  <div class="vp-doctor-box">
    <h3>Wann zum Arzt?</h3>

    <p>
      Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion
      auftreten oder sich bekannte Basedow-Beschwerden verändern. Dazu gehören
      Herzrasen, Zittern, innere Unruhe, Schlafstörungen, Gewichtsverlust,
      Schwitzen, Durchfall, Muskelschwäche, Druckgefühl am Hals oder neue
      Augenbeschwerden.
    </p>

    <ul>
      <li>bei Herzrasen, Herzstolpern, Bluthochdruck oder neuem Vorhofflimmern</li>
      <li>bei ungewolltem Gewichtsverlust trotz normalem oder gesteigertem Appetit</li>
      <li>bei Zittern, innerer Unruhe, Schlafstörungen oder starker Reizbarkeit</li>
      <li>bei Druckgefühl am Hals, sichtbarer Schilddrüsenvergrößerung oder Schluckbeschwerden</li>
      <li>bei trockenen, geröteten, druckempfindlichen oder hervortretenden Augen</li>
      <li>bei Doppelbildern, verschwommenem Sehen oder Sehverlust</li>
      <li>bei Kinderwunsch, Schwangerschaft oder nach einer Geburt</li>
      <li>bei Fieber, Halsschmerzen oder starker Abgeschlagenheit unter Thyreostatika</li>
      <li>wenn Symptome nach Therapieende wieder auftreten</li>
    </ul>

    <p class="vp-doctor-note">
      Sofortige medizinische Hilfe ist wichtig bei hohem Fieber, starker Unruhe
      oder Verwirrtheit, schwerem Herzrasen, Brustschmerzen, Atemnot,
      Kreislaufproblemen, wiederholtem Erbrechen, starkem Durchfall,
      plötzlicher Sehverschlechterung oder ausgeprägten Augenschmerzen. Solche
      Beschwerden sollten nicht als normale Basedow-Symptome eingeordnet werden.
    </p>
  </div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Morbus Basedow?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Morbus Basedow ist eine <strong>Autoimmunerkrankung der Schilddrüse</strong>, die typischerweise mit einer <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruesenueberfunktion/">Schilddrüsenüberfunktion </a></strong>einhergeht. Hierbei bildet das körpereigene Immunsystem irrtümlicherweise Antikörper, die die Schilddrüse zu einer erhöhten Hormonproduktion anregen. Konkret richten sich die Antikörper gegen den sogenannten TSH-Rezeptor der in der Regel an der Regulation der Schilddrüsenfunktion beteiligt ist. Im Fall von Morbus Basedow führen die Antikörper dazu, dass die Schilddrüse dauerhaft stimuliert wird und dadurch vermehrt Hormone ausschüttet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu berücksichtigen ist, dass sich die Erkrankung nicht immer nur auf die Schilddrüse beschränkt. Bei einem Teil der Betroffenen treten zusätzlich Veränderungen im Bereich der Augen auf, die als <strong>endokrine Orbitopathie</strong> bezeichnet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Morbus Basedow: Ursachen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entstehung des Morbus Basedow ist auf eine <strong>Störung der Immunregulation</strong> zurückzuführen. Das Immunsystem bildet Antikörper, die an den TSH-Rezeptor der Schilddrüse binden und diesen stimulieren. Dadurch wird die Schilddrüse fortlaufend zur Hormonproduktion angeregt, obwohl aus biologischer Sicht kein entsprechender Bedarf besteht. Die krankhafte Hormonüberproduktion ist somit die Folge einer fehlgesteuerten Immunreaktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sich eine solche Autoimmunreaktion entwickelt, lässt sich nicht auf einen einzelnen Auslöser reduzieren. Nach heutigem Verständnis handelt es sich vielmehr um ein <strong>multifaktorielles Geschehen</strong>, bei dem mehrere Einflüsse zusammenwirken. Eine <strong>genetische Veranlagung</strong> scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Darauf deutet unter anderem hin, dass Autoimmunerkrankungen in manchen Familien gehäuft auftreten und Betroffene nicht selten auch eine erhöhte Anfälligkeit für andere immunologisch vermittelte Erkrankungen aufweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der erblichen Komponente werden auch äußere und individuelle Einflussfaktoren diskutiert, die das Auftreten oder Ausbrechen der Erkrankung begünstigen können. Hierzu zählen insbesondere Rauchen, hormonelle Umstellungen, psychische Belastungen sowie möglicherweise bestimmte Infektionen. Hervorzuheben ist, dass insbesondere das <strong>Rauchen </strong>als bedeutsamer Risikofaktor gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine <strong>Jodzufuhr </strong>kann im Zusammenhang mit einer bestehenden Schilddrüsenüberfunktion eine Rolle spielen. Jod ist zwar grundsätzlich ein notwendiger Bestandteil zur Schilddrüsenhormonbildung, kann aber bei entsprechender Veranlagung oder bereits bestehender Überfunktion problematisch sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Morbus Basedow: Symptome</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beschwerden bei Morbus Basedow können sehr unterschiedlich ausfallen. Das liegt vor allem daran, dass die Erkrankung nicht nur die Schilddrüse betrifft, sondern über die gesteigerte Hormonwirkung zahlreiche Prozesse im Körper beeinflussen kann. Wie deutlich die Symptome auftreten, hängt unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Schilddrüsenüberfunktion ist, wie lange sie bereits besteht und ob zusätzlich eine Vergrößerung der Schilddrüse oder eine Augenbeteiligung vorliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch ist, dass die Symptome zunächst schleichend beginnen und unspezifisch wirken. Viele Betroffene bemerken anfangs eher innere Unruhe, <a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schlafstoerungen/">Schlafprobleme</a>, Herzklopfen oder eine ungewöhnliche Wärmeempfindlichkeit, ohne diese Symptome sofort mit der Schilddrüse in Verbindung zu bringen. Zur besseren Einordnung der Symptome gliedern wir diese nachfolgend nach den drei häufigen Erscheinungsbereichen: Symptome der Überfunktion, Beschwerden durch eine vergrößerte Schilddrüse und Veränderungen an den Augen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Symptome der Schilddrüsenüberfunktion</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Beschwerden bei Morbus Basedow sind auf die gesteigerte Wirkung der Schilddrüsenhormone zurückzuführen. Da der Stoffwechsel gewissermaßen unter erhöhtem Antrieb steht, zeigen sich häufig Symptome die viele Organsysteme betreffen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den typischen Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion gehören unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Herzklopfen</strong>, <strong>beschleunigter oder unregelmäßiger Puls</strong>,</li>



<li><strong>innere Unruhe</strong>, <strong>Nervosität </strong>und <strong>Reizbarkeit</strong>,</li>



<li><strong>Zittern der Hände</strong>,</li>



<li><strong>Schlafstörungen</strong>,</li>



<li><strong>Gewichtsverlust </strong>trotz normalem oder gesteigertem Appetit,</li>



<li><strong>vermehrtes Schwitzen</strong> und <strong>Wärmeintoleranz</strong>,</li>



<li><strong>Muskelschwäche </strong>und <strong>verminderte Belastbarkeit</strong>,</li>



<li><strong>häufigerer Stuhlgang</strong> oder <strong>Durchfall</strong>.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Symptome der Schilddrüsenvergrößerung (Struma)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Morbus Basedow kann mit einer Vergrößerung der Schilddrüse einhergehen. Eine solche Struma führt nicht zwangsläufig sofort zu deutlichen Beschwerden, kann aber äußerlich als Schwellung im vorderen Halsbereich auffallen. Das Ausmaß der Vergrößerung sagt dabei nicht immer etwas über die Stärke der Überfunktion aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mögliche Beschwerden bei einer vergrößerten Schilddrüse sind zum Beispiel:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>sichtbare oder tastbare <strong>Schwellung am Hals</strong>,</li>



<li><strong>Druck- oder Engegefühl</strong> im Halsbereich,</li>



<li><strong>Schluckbeschwerden </strong>oder <strong>Kloßgefühl </strong>im Hals.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Fällen steht die Struma jedoch nicht im Vordergrund der Erkrankung, sondern wird eher als Begleitbefund wahrgenommen. Für den Verlauf der Erkrankung ist deshalb nicht nur entscheidend, ob die Schilddrüse vergrößert ist, sondern vor allem, wie ausgeprägt die hormonelle Überfunktion und die übrigen Beschwerden sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Symptome der Augen (endokrine Orbitopathie)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Besonderheit des Morbus Basedow besteht darin, dass bei einem Teil der Betroffenen auch die Augen beteiligt sein können. Diese Form der Augenbeteiligung wird als endokrine Orbitopathie beziehungsweise thyroid eye disease bezeichnet. Sie kann mild verlaufen, in einzelnen Fällen aber auch deutlich belastend sein und das Sehvermögen beeinträchtigen. Nach aktuellen Erkenntnissen entwickelt etwa ein Drittel der Betroffenen Augensymptome.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Typische Beschwerden im Bereich der Augen sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>trockene, gereizte oder sandkornartig kratzende Augen,</strong></li>



<li><strong>Lichtempfindlichkeit</strong>,</li>



<li><strong>tränende oder gerötete Augen,</strong></li>



<li><strong>geschwollene oder gerötete Lider,</strong></li>



<li><strong>Druckgefühl oder Schmerzen hinter den Augen beziehungsweise bei Augenbewegungen,</strong></li>



<li><strong>hervortretende Augen,</strong></li>



<li><strong>Doppelbilder oder verschwommenes Sehen.</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Augenbeschwerden sollten bei Morbus Basedow besonders ernst genommen werden. Verändert sich das Sehen, treten Doppelbilder auf oder verschlechtern sich die Beschwerden deutlich, ist eine zeitnahe und gezielte ärztliche Abklärung wichtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Morbus Basedow: Diagnostik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diagnostik bei Morbus Basedow verfolgt zwei Ziele: Zum einen muss festgestellt werden, ob tatsächlich eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt, zum anderen geht es darum, die Ursache ausfindig zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche konkreten Untersuchungen im Einzelfall notwendig sind, hängt von den Beschwerden und vom bisherigen Befund ab. Bei einigen Betroffenen lässt sich die Diagnose bereits aus der Kombination der Symptomatik, auffälligen Schilddrüsenwerten und nachweisbaren Antikörpern stellen. In anderen Fällen sind zusätzliche Untersuchungen sinnvoll, um Morbus Basedow von anderen Ursachen einer Überfunktion, etwa autonomen Schilddrüsenknoten oder einer <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/hashimoto-thyreoiditis/">Hashimoto Thyreoiditis</a></strong>, abzugrenzen. Bei Augenbeschwerden kommt zudem eine augenärztliche Mitbeurteilung hinzu.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anamnese</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Beginn der Diagnostik steht das ärztliche Gespräch. Dabei wird erfasst, welche Beschwerden bestehen, seit wann sie auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind. Typische Hinweise können Herzklopfen, innere Unruhe, Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Zittern, Wärmeintoleranz oder eine Schwellung am Hals sein. Auch Augenbeschwerden wie Trockenheit, Druckgefühl, Lichtempfindlichkeit oder Doppelbilder sind für die weitere Einordnung wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus spielt die Vorgeschichte des Patienten eine Rolle. Ärztlich relevant sind etwa frühere Schilddrüsenerkrankungen, bekannte Autoimmunerkrankungen, ähnliche Erkrankungen in der Familie sowie die Einnahme bestimmter Medikamente oder jodhaltiger Präparate. Die Anamnese allein reicht zwar nicht aus, um Morbus Basedow sicher zu diagnostizieren, sie liefert aber häufig schon entscheidende Hinweise darauf, welche weiteren Untersuchungen gezielt veranlasst werden sollten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blutwerte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Blutuntersuchung stellt einen zentralen Bestandteil der Diagnostik dar. Zunächst wird geprüft, ob eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Typischerweise ist dabei der <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Thyrotropin" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TSH-Wert</a> erniedrigt, während die Schilddrüsenhormone<a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Freies_T4" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> fT4</a> und gegebenenfalls<a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Freies_T3" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> fT3 </a>erhöht sind. Diese Konstellation zeigt an, dass die Schilddrüse überaktiv ist, sagt für sich genommen aber noch nicht sicher aus, welche Ursache dahintersteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Diagnose des Morbus Basedow sind deshalb insbesondere Antikörper gegen den TSH-Rezeptor von Bedeutung, die je nach Labor als <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Schilddr%C3%BCsenantik%C3%B6rper" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TRAb, TRAK oder TSI </a>bezeichnet werden. Sind diese Antikörper nachweisbar, stützt das die Diagnose deutlich; ein negativer Befund schließt Morbus Basedow allerdings nicht in jedem Fall vollständig aus, sodass dann je nach Situation weitere Untersuchungen erforderlich sein können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ultraschall</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ultraschall dient dazu, die Schilddrüse in ihrer Größe, Struktur und Form zu beurteilen. Dabei lässt sich erkennen, ob die Schilddrüse vergrößert ist und ob Knoten oder andere strukturelle Auffälligkeiten bestehen. Gerade weil eine Schilddrüsenüberfunktion unterschiedliche Ursachen haben kann, ist ein Ultraschall wichtig, um andere Veränderungen der Schilddrüse frühzeitig zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem kann im Ultraschall die Durchblutung der Schilddrüse beurteilt werden, etwa mittels Doppler-Untersuchung. Beim Morbus Basedow zeigt sich dabei oft eine vermehrte Durchblutung. Das kann die Verdachtsdiagnose unterstützen, insbesondere dann, wenn eine nuklearmedizinische Untersuchung nicht infrage kommt oder vermieden werden soll, etwa in der Schwangerschaft oder Stillzeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Szintigrafie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Szintigrafie hilft dabei, die Ursache der Überfunktion einzuordnen. Dabei wird sichtbar gemacht, wie sich ein<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tracer_(Nuklearmedizin)" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> radioaktiver Tracer</a> beziehungsweise Jod in der Schilddrüse verteilt. Beim Morbus Basedow zeigt sich typischerweise eine diffuse Aktivität der gesamten Schilddrüse, während sich bei autonomen Knoten eher umschriebene überaktive Bereiche darstellen. Gerade wenn die Ursache einer Hyperthyreose nicht eindeutig ist, ermöglicht die Szintigrafie eine Abgrenzung der Ursache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig wird die Szintigrafie mit einem <a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/verfahren/schilddruesenszintigraphie-und-uptake-201671/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Uptake-Test</a> kombiniert. Dabei wird gemessen, wie viel Jod die Schilddrüse aufnimmt. Eine deutlich erhöhte Jodaufnahme spricht für Morbus Basedow oder für hormonproduzierende Knoten. Wichtig ist allerdings, dass solche nuklearmedizinischen Untersuchungen in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht durchgeführt werden sollten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Augenärztliche Untersuchung bei Orbitopathie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Besteht der Verdacht auf eine endokrine Orbitopathie, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll bzw. notwendig. Denn die Augenbeteiligung kann eigenständig verlaufen und in ihrer Ausprägung von milden Reizerscheinungen bis hin zu funktionell relevanten Sehstörungen reichen. Eine augenärztliche Mitbeurteilung ist insbesondere wichtig, wenn Doppelbilder, eine Verschlechterung des Sehens, Schmerzen bei Augenbewegungen oder auffällige Veränderungen der Augenstellung auftreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Untersuchung werden unter anderem die Stellung der Augen, das Ausmaß eines möglichen Hervortretens, die Lidverhältnisse und die Beweglichkeit der Augen beurteilt. Je nach Befund können außerdem das Gesichtsfeld und das Farbsehen geprüft werden. In unklaren oder ausgeprägteren Fällen kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie CT oder MRT der Augenhöhlen in Betracht. Auf diese Weise lässt sich besser einschätzen, wie aktiv und wie schwer die Orbitopathie ausgeprägt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bei Veränderungen des Farbsehens, Gesichtsfeldausfällen oder anderen Hinweisen auf eine ernstere Augenbeteiligung sollte die Abklärung zügig erfolgen. Der Grund dafür ist, dass in seltenen Fällen auch das Sehvermögen bedroht sein kann. Die augenärztliche Untersuchung ist deshalb nicht nur eine ergänzende Maßnahme, sondern bei entsprechender Symptomatik ein wichtiger Teil der Gesamtdiagnostik des Morbus Basedow.</p>



<h2>Morbus Basedow einordnen: Werte, Beschwerden und nächste Schritte</h2>

<table>
  <thead>
    <tr>
      <th>Befund oder Situation</th>
      <th>Mögliche Bedeutung</th>
      <th>Was sinnvoll sein kann</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Niedriges TSH bei erhöhtem fT4 und/oder fT3</td>
      <td>Spricht für eine Schilddrüsenüberfunktion. Die Ursache muss zusätzlich geklärt werden.</td>
      <td>TRAb, Ultraschall und je nach Befund weitere Diagnostik ärztlich besprechen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Positive TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAb)</td>
      <td>Stützen die Diagnose Morbus Basedow und können auch für Verlauf und Rückfallrisiko relevant sein.</td>
      <td>Werte im Verlauf ärztlich kontrollieren lassen, besonders vor Therapieende oder bei Rückfallverdacht.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Gewichtsverlust oder Schlafstörungen</td>
      <td>Typische Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion.</td>
      <td>Schilddrüsenwerte zeitnah kontrollieren lassen; bei starkem Herzrasen oder Brustschmerzen sofort abklären.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Trockene, gerötete oder druckempfindliche Augen</td>
      <td>Kann zu einer endokrinen Orbitopathie passen, auch wenn die Beschwerden zunächst mild wirken.</td>
      <td>Augenbeschwerden frühzeitig ärztlich ansprechen; bei Verschlechterung augenärztlich abklären lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Doppelbilder, hervortretende Augen oder Sehverschlechterung</td>
      <td>Warnzeichen einer relevanten Augenbeteiligung.</td>
      <td>Zeitnah augenärztlich und endokrinologisch abklären lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Rauchen bei Morbus Basedow</td>
      <td>Rauchen erhöht das Risiko für eine Augenbeteiligung und kann deren Verlauf ungünstig beeinflussen.</td>
      <td>Rauchstopp aktiv angehen und Unterstützung nutzen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Fieber, Halsschmerzen oder starke Infektzeichen unter Thyreostatika</td>
      <td>Seltene, aber wichtige Warnzeichen für eine mögliche Agranulozytose.</td>
      <td>Medizinisch abklären lassen; Blutbild zeitnah prüfen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Gelbfärbung der Haut, dunkler Urin oder starke Oberbauchbeschwerden unter Therapie</td>
      <td>Kann auf eine Leberbeteiligung oder Medikamentennebenwirkung hinweisen.</td>
      <td>Ärztlich abklären lassen; Leberwerte prüfen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Kinderwunsch oder Schwangerschaft</td>
      <td>Morbus Basedow und seine Behandlung erfordern in dieser Phase eine besonders sorgfältige Planung.</td>
      <td>Frühzeitig endokrinologisch und gynäkologisch beraten lassen; Medikamente nicht eigenständig absetzen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Rückfall nach Absetzen der Thyreostatika</td>
      <td>Morbus Basedow kann nach medikamentöser Therapie erneut auftreten.</td>
      <td>Erneute medikamentöse Therapie, Radiojodtherapie oder Operation individuell ärztlich besprechen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Radiojodtherapie bei bestehender Augenbeteiligung</td>
      <td>Kann bei bestimmten Risikokonstellationen eine Augenbeteiligung verschlechtern.</td>
      <td>Individuelle Risikoabwägung, Rauchstatus und ggf. Schutzmaßnahmen ärztlich besprechen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Hoher Jodkonsum, Algenprodukte oder jodhaltige Kontrastmittel</td>
      <td>Jod kann bei bestehender oder latenter Überfunktion problematisch sein.</td>
      <td>Hochdosierte Jodpräparate und Algenprodukte nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>



<h2 class="wp-block-heading">Morbus Basedow: Behandlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behandlung des Morbus Basedow zielt in erster Linie darauf ab, die Schilddrüsenüberfunktion in den Griff zu bekommen und die dadurch verursachten Beschwerden zu lindern. Gleichzeitig geht es darum, Komplikationen zu verhindern und die Therapieform zu wählen, die zur jeweiligen Erkrankungssituation passt. Hierfür stehen im Wesentlichen drei Behandlungswege zur Verfügung: die medikamentöse Therapie mit Thyreostatika, die Radiojodtherapie und die operative Entfernung der Schilddrüse. Welche dieser Optionen für den jeweiligen Einzelfall am besten geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter, vom allgemeinen Gesundheitszustand, von der Größe der Schilddrüse, von einer möglichen Augenbeteiligung sowie von dem bisherigen Krankheitsverlauf ab.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Medikamentöse Behandlung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die medikamentöse Behandlung ist häufig der erste Therapieschritt bei Morbus Basedow. Zum Einsatz kommen sogenannte Thyreostatika, also Medikamente, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. Dadurch lässt sich die Überfunktion in vielen Fällen innerhalb von Wochen kontrollieren. Ergänzend werden zu Beginn oft Betablocker eingesetzt, um typische Beschwerden wie Herzrasen, Zittern oder innere Unruhe rascher zu lindern. Diese Medikamente behandeln jedoch nicht die Ursache der Erkrankung, sondern die vorhandenen Symptome.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vorteil der medikamentösen Therapie besteht darin, dass sie keine definitive Zerstörung oder Entfernung der Schilddrüse erfordert. Sie kann deshalb besonders dann sinnvoll sein, wenn zunächst ein schonender Behandlungsansatz gewählt werden soll. Bleiben TSH und die Antikörperwerte im Verlauf der Behandlung unauffällig, kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ggf. ein Auslassversuch erwogen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Radiojodtherapie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Radiojodtherapie ist eine bewährte Behandlungsform bei einer Schilddrüsenüberfunktion und kommt auch bei Morbus Basedow infrage. Dabei wird radioaktives Jod in Form einer Kapsel oder Flüssigkeit eingenommen. Da Schilddrüsenzellen Jod gezielt aufnehmen, gelangt die Substanz bevorzugt in die überaktive Schilddrüse und zerstört dort nach und nach einen Teil des hormonproduzierenden Gewebes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentlicher Punkt bei der Radiojodtherapie ist, dass sie häufig in eine dauerhafte <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruesenunterfunktion/">Schilddrüsenunterfunktion </a></strong>übergeht. Das ist bei Morbus Basedow oft Teil des therapeutischen Ziels, weil sich die Hormonlage dadurch langfristig zuverlässig kontrollieren lässt. Wenn eine Unterfunktion entsteht, wird sie mit <a href="https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Levothyroxin_18511" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Levothyroxin </a>behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht in jeder Situation ist die Radiojodtherapie gleichermaßen geeignet: Sie sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Außerdem kann sie eine bestehende endokrine Orbitopathie verschlechtern oder ungünstig beeinflussen, weshalb bei Augenbeteiligung besonders sorgfältig abgewogen werden muss, ob diese Behandlung die richtige Wahl ist. Hinzu kommt, dass nach der Behandlung vorübergehend bestimmte Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit anderen Menschen notwendig sein können, insbesondere gegenüber Schwangeren und kleinen Kindern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schilddrüsenoperation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die operative Behandlung besteht bei Morbus Basedow in der Regel in einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thyreoidektomie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thyreoidektomie</a>, also der Entfernung der Schilddrüse. Sie kommt insbesondere dann in Betracht, wenn eine schnelle und definitive Therapie gewünscht ist, wenn die Schilddrüse deutlich vergrößert ist, wenn Knoten mit Abklärungsbedarf bestehen oder wenn Medikamente nicht vertragen werden beziehungsweise keine ausreichende Kontrolle ermöglichen. Auch bei ausgeprägter Augenbeteiligung kann eine Operation im Einzelfall eine sinnvolle Option sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einer Operation muss die Überfunktion möglichst gut eingestellt werden, damit der Eingriff sicher durchgeführt werden kann. Dazu werden in der Regel Thyreostatika und bei Bedarf Betablocker eingesetzt; manchmal kommen zusätzlich vorübergehend Jodlösungen zum Einsatz. Der Eingriff selbst gilt in erfahrenen Händen als sichere Behandlungsmethode. Gerade bei Morbus Basedow ist es jedoch besonders wichtig, dass die Operation von einem geübten, auf Schilddrüsenchirurgie spezialisierten Operateur durchgeführt wird, weil sich dadurch das Risiko von Komplikationen senken lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen aber auch hier Risiken. Dazu gehören insbesondere Verletzungen der Nerven, die für die Stimmbandfunktion wichtig sind, sowie eine Beeinträchtigung der Nebenschilddrüsen, was zu Störungen des Kalziumhaushalts führen kann. Nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse ist anschließend eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen erforderlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Häufig gestellte Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ist Morbus Basedow heilbar?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Morbus Basedow ist nicht immer im engeren Sinne „heilbar“, aber in vielen Fällen gut behandelbar und häufig auch kontrollierbar. Unter einer Therapie mit Thyreostatika kann es zu einer Remission kommen, also zu einer Phase, in der die Erkrankung nicht mehr aktiv ist und die Medikamente abgesetzt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommt es nach einer medikamentösen Behandlung zu einem Rückfall oder besteht die Überfunktion fort, stehen mit der Radiojodtherapie oder einer Operation zwei definitive Behandlungsformen zur Verfügung. Diese führen in der Regel allerdings in eine Schilddrüsenunterfunktion, sodass anschließend dauerhaft Schilddrüsenhormone eingenommen werden müssen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist Morbus Basedow gefährlich?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unbehandelt kann Morbus Basedow durchaus gefährlich sein. Zu den möglichen Komplikationen zählen ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, der wiederum Blutgerinnsel, Schlaganfälle oder Herzprobleme begünstigen kann. Zudem können Knochenschwund, Muskelschwäche sowie Probleme rund um Zyklus, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft auftreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass Morbus Basedow die Augen betreffen kann und dann Beschwerden bis hin zu Sehstörungen verursachen kann. In seltenen Fällen kann sich aus einer schweren, entgleisten Überfunktion auch eine <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Thyreotoxische_Krise" target="_blank" rel="noreferrer noopener">thyreotoxische Krise</a> entwickeln, die lebensbedrohlich sein kann. Mit rechtzeitiger Diagnostik und passender Behandlung ist die Erkrankung jedoch in der Regel gut kontrollierbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie ist die Lebenserwartung mit Morbus Basedow?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine pauschal verkürzte Lebenserwartung lässt sich für gut behandelte Verläufe nicht sinnvoll annehmen. Maßgeblich ist vielmehr, ob die Schilddrüsenüberfunktion rasch erkannt, konsequent behandelt und im Verlauf kontrolliert wird. Dass Morbus Basedow im Allgemeinen kontrollierbar und sicher behandelbar ist, spricht dafür, dass die Prognose bei adäquater Therapie häufig gut ist. Diese Einordnung ist allerdings eine medizinische Ableitung aus den verfügbaren Behandlungs- und Komplikationsdaten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wirkt sich Morbus Basedow auf die Psyche aus?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Morbus Basedow kann sich auch auf das psychische Befinden auswirken. Gerade in Phasen ausgeprägter Überfunktion fühlen sich viele Betroffene innerlich unruhig, angespannt oder emotional weniger belastbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass eine chronische Erkrankung auch unabhängig von den Hormonwerten psychisch belastend sein kann. Bessern sich die Schilddrüsenwerte unter der Behandlung, gehen häufig auch psychosomatische Symptome zurück. Halten psychische Beschwerden dennoch an, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hilft Vitamin D bei Morbus Basedow?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://vitalportal.net/vitamin-d-kaufen/">Vitamin D</a> gehört nicht zu den etablierten Standardtherapien des Morbus Basedow. In den offiziellen Behandlungsübersichten stehen vielmehr Thyreostatika, Radiojodtherapie und Operation im Vordergrund. Einzelne Studien und Übersichtsarbeiten beschäftigen sich zwar mit einem möglichen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und Morbus Basedow, daraus lässt sich derzeit aber keine gesicherte Standardempfehlung für die Behandlung ableiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb sollte Vitamin D als Begleitfaktor und nicht als eigentliche Therapie der Erkrankung verstanden werden. Liegt ein nachgewiesener Vitamin-D-Mangel vor, ist dessen Behandlung medizinisch sinnvoll. Als Ersatz für die reguläre Behandlung des Morbus Basedow ist Vitamin D jedoch nicht geeignet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist Morbus Basedow das gleiche wie Hashimoto?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis sind nicht das Gleiche. Beide Erkrankungen gehören zwar zu den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, verlaufen aber unterschiedlich. Beim Morbus Basedow führen Antikörper dazu, dass die Schilddrüse übermäßig stimuliert wird und zu viele Hormone bildet. Bei Hashimoto kommt es dagegen zu einer entzündlich bedingten Schädigung des Schilddrüsengewebes, die langfristig häufiger in eine Unterfunktion mündet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn sich beide Erkrankungen in einzelnen Punkten überschneiden können, etwa durch eine vergrößerte Schilddrüse oder das Vorliegen von Antikörpern, unterscheiden sie sich in Ursache, Hormonlage und Behandlung. Vereinfacht gesagt steht bei Morbus Basedow meist die Überfunktion im Vordergrund, bei Hashimoto langfristig eher die Unterfunktion.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sollte man bei Morbus Basedow Jod einnehmen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jod ist grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormonbildung. Bei Morbus Basedow kann eine zu hohe Jodzufuhr jedoch problematisch sein, weil große Mengen Jod eine Überfunktion auslösen oder verschlechtern können. Das gilt insbesondere für Jodpräparate, Algenprodukte oder andere stark jodhaltige Produkte. Entsprechend sollte Jod bei Morbus Basedow nicht unkritisch in Eigenregie eingenommen werden.</p>



<h2>Quellen und Studien</h2>

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    <em>Operative Therapie benigner Schilddrüsenerkrankungen.</em>
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			</item>
		<item>
		<title>Schilddrüsenunterfunktion: Symptome, Werte und Behandlung</title>
		<link>https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/schilddruesenunterfunktion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Heinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 20:05:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schilddrüse ist klein, hat aber einen großen Einfluss: Ihre Hormone steuern unter anderem Stoffwechsel, Körpertemperatur, Herzschlag, Verdauung, Haut und Haare – und auch die Stimmung sowie die Konzentration. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert der Körper davon zu wenig. Das Problem: Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und sind zunächst unspezifisch. Viele Betroffene fühlen sich länger müde, frieren schneller, nehmen leichter zu oder bemerken Veränderungen an Haut und Haaren – und denken dabei nicht sofort an die Schilddrüse.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/schilddruesenunterfunktion/">Schilddrüsenunterfunktion: Symptome, Werte und Behandlung</a> erschien zuerst auf <a href="https://vitalportal.net">Vitalportal.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Autorin</strong>: Katharina Heinz (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), Ernährungsberaterin und Pharmazieökonomin</em>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Inhaltliche Qualitätssicherung</strong>: <a href="https://vitalportal.net/ueber-uns/">Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Disclaimer</strong>: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schilddrüse ist klein, hat aber einen großen Einfluss: Ihre Hormone steuern unter anderem Stoffwechsel, Körpertemperatur, Herzschlag, Verdauung, Haut und Haare – und auch die Stimmung sowie die Konzentration. Bei einer <strong>Schilddrüsenunterfunktion </strong>produziert der Körper zu wenig Schilddrüsenhormon. Das Problem: Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und sind zunächst unspezifisch. Viele Betroffene fühlen sich länger müde, frieren schneller, nehmen leichter zu oder bemerken Veränderungen an Haut und Haaren – und denken dabei nicht sofort an die Schilddrüse.</p>



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</style>

<div class="vp-glance-box">
  <h2>Schilddrüsenunterfunktion: Auf einen Blick</h2>

  <div class="vp-glance-grid">
    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?</strong>
      <p>
        Bei einer Schilddrüsenunterfunktion bildet die Schilddrüse zu wenig
        Schilddrüsenhormone. Dadurch können Stoffwechsel, Kreislauf, Verdauung,
        Haut, Psyche, Konzentration und Energiehaushalt verlangsamt sein.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Typische Beschwerden</strong>
      <p>
        Häufig sind Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene
        Haut, Haarausfall, verlangsamter Puls, Konzentrationsprobleme,
        depressive Verstimmung, Zyklusstörungen oder Muskelschmerzen.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Häufige Ursachen</strong>
      <p>
        Eine häufige Ursache ist Hashimoto-Thyreoiditis. Weitere mögliche Ursachen
        sind Schilddrüsenoperationen, Radiojodtherapie, bestimmte Medikamente,
        Jodmangel, Schilddrüsenentzündungen oder selten Störungen der Hirnanhangsdrüse.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Behandlung</strong>
      <p>
        Eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenunterfunktion wird meist mit
        L-Thyroxin behandelt. Ziel ist eine ausreichende Hormonversorgung,
        stabile Schilddrüsenwerte und eine Besserung der Beschwerden.
      </p>
    </div>
  </div>

  <div class="vp-doctor-box">
    <h3>Wann zum Arzt?</h3>

    <p>
      Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit,
      starkes Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung, Haarausfall,
      Konzentrationsprobleme oder depressive Verstimmung über längere Zeit
      bestehen. Da diese Beschwerden unspezifisch sind, sollten Schilddrüsenwerte
      und mögliche andere Ursachen gemeinsam betrachtet werden.
    </p>

    <ul>
      <li>bei anhaltender Müdigkeit, Leistungsknick, Frieren oder verlangsamtem Puls</li>
      <li>bei ungeklärter Gewichtszunahme, Verstopfung, trockener Haut oder Haarausfall</li>
      <li>bei depressiver Verstimmung, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsproblemen</li>
      <li>bei Zyklusstörungen, Kinderwunsch, Schwangerschaft oder nach einer Geburt</li>
      <li>bei tastbarer Schilddrüsenvergrößerung, Knoten, Druckgefühl oder Schluckbeschwerden</li>
      <li>bei erhöhtem TSH, auffälligem fT4 oder positiven Schilddrüsenantikörpern</li>
      <li>wenn L-Thyroxin eingenommen wird und Beschwerden oder Werte stark schwanken</li>
      <li>wenn Eisen, Calcium, Magnesium, Antazida, Säureblocker oder andere Medikamente eingenommen werden, die die L-Thyroxin-Aufnahme beeinflussen können</li>
    </ul>

    <p class="vp-doctor-note">
      Sofortige medizinische Hilfe ist wichtig bei starker Verwirrtheit,
      Bewusstseinsstörungen, ausgeprägter Unterkühlung, sehr langsamem Herzschlag,
      Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht oder schweren Kreislaufproblemen. Solche
      Beschwerden können auf eine schwere entgleiste Unterfunktion hinweisen und
      sollten nicht als normale Schilddrüsenbeschwerden eingeordnet werden.
    </p>
  </div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenunterfunktion: Ursachen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schilddrüsenunterfunktion (auch: Hypothyreose) entsteht, wenn der Körper über längere Zeit zu wenig Schilddrüsenhormone zur Verfügung hat. In den allermeisten Fällen liegt die Ursache direkt in der Schilddrüse selbst (man spricht dann von einer primären Hypothyreose) – seltener steckt eine Störung in den übergeordneten Steuerzentren (Hypophyse/Hypothalamus) dahinter.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hashimoto-Thyreoiditis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/hashimoto-thyreoiditis/">Hashimoto-Thyreoiditis</a></strong> ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, ausgelöst durch eine Fehlreaktion des Immunsystems. Dabei richtet sich die Immunabwehr gegen Bestandteile des Schilddrüsengewebes – die Drüse wird über die Zeit geschädigt und kann dann nicht mehr ausreichend Hormone bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch ist, dass Hashimoto langsam voranschreitet: Am Anfang kompensiert der Körper den Hormonmangel oft noch, später entsteht dann eine Schilddrüsenunterfunktion. Genau deshalb wird Hashimoto in Deutschland sehr häufig als Hauptursache der Hypothyreose genannt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entfernung der Schilddrüse</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wird die <strong>Schilddrüse operativ teilweise oder vollständig entfernt</strong> (z. B. wegen Knoten, Struma oder Schilddrüsenkrebs), kann sie entsprechend weniger oder gar keine Hormone mehr produzieren. Hierbei handelt es sich also um eine klassische “behandlungsbedingte” Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer totalen Thyreoidektomie (komplette Entfernung) ist ein lebenslanger Hormonersatz in der Regel notwendig, weil kein funktionsfähiges Schilddrüsengewebe mehr vorhanden ist. Bei einer Teilentfernung hängt es davon ab, wie viel aktives Gewebe verbleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen sind nach einer Schilddrüsen-OP zunächst verunsichert, jedoch lässt sich die Unterfunktion in der Regel zuverlässig ausgleichen, wenn die Werte regelmäßig kontrolliert und die Medikation passend eingestellt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Strahlentherapie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <strong>Bestrahlung </strong>im Halsbereich (z. B. bei Tumorerkrankungen) kann auch die Schilddrüse betreffen. Dabei kann Schilddrüsengewebe geschädigt werden, sodass die Hormonproduktion im Verlauf abnimmt – eine Unterfunktion gehört zu den häufigen Spätfolgen einer solchen Bestrahlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tückische: Die Unterfunktion tritt nicht zwingend sofort auf. Sie kann sich Monate bis Jahre später entwickeln und wird dann manchmal nicht mehr direkt mit der früheren Bestrahlung in Verbindung gebracht. Gerade deshalb sind Nachsorgekontrollen wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der äußeren Strahlentherapie gibt es auch Behandlungen, die gezielt Schilddrüsenzellen treffen (z. B. <strong>Radiojodtherapie</strong>). Gemeinsam ist allen: Wird ausreichend Gewebe zerstört, kann der Körper nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone bereitstellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Jodmangel</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jod ist ein zentraler Baustoff für Schilddrüsenhormone. Bekommt der Körper über längere Zeit zu wenig Jod, kann die Schilddrüse nicht mehr “normal” produzieren – häufig reagiert sie zunächst mit einer Vergrößerung (Struma), um den Mangel auszugleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland hat sich die Jodversorgung zwar im Laufe der Jahrzehnte verbessert, sie gilt aber weiterhin als nicht optimal und zeigt laut <a href="https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/jodversorgung-in-deutschland-wieder-ruecklaeufig-tipps-fuer-eine-gute-jodversorgung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)</a> eine rückläufige Tendenz. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder automatisch eine Unterfunktion bekommen wird – aber ein <strong>Jodmangel </strong>bleibt ein relevanter Faktor für die Schilddrüsengesundheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Medikamente</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Manche <strong>Medikamente </strong>können die Schilddrüse bremsen oder die Hormonproduktion bzw. -freisetzung stören. Klassische Beispiele sind <a href="https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Lithium_41883" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lithium </a>(u. a. in der Psychiatrie) und <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Amiodaron" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Amiodaron</a>, aber auch bestimmte Immuntherapien (z. B. <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/checkpoint-inhibitoren-d8d286da-9817-4f73-81a4-1c1464730f7e" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Checkpoint-Inhibitoren</a>) können Schilddrüsenfunktionsstörungen auslösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich können Medikamente, die absichtlich eine Überfunktion behandeln (sogenannte <a href="https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/12560-thyreostatika-medikamente-gegen-schilddruesenueberfunktion" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thyreostatika</a>), bei zu hoher Dosis eine Unterfunktion verursachen – das ist dann keine “neue Krankheit”, sondern eine Wirkung der Behandlung. Auch deshalb werden unter solchen Therapien die Werte engmaschig kontrolliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz wichtig im Alltag: Wenn der Verdacht besteht, dass ein Medikament an der Unterfunktion beteiligt ist, sollte man es nicht eigenmächtig absetzen sondern Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Meist gibt es Lösungen über Anpassung, engere Laborkontrollen oder (falls nötig) ein Ausgleich der Unterfunktion.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Angeborene Schilddrüsenunterfunktion</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <strong>angeborene Schilddrüsenunterfunktion</strong> liegt vor, wenn ein Baby von Geburt an zu wenig Schilddrüsenhormone bildet. Häufigste Ursache sind <strong>Entwicklungsstörungen der Schilddrüse </strong>(z. B. fehlende/fehlplatzierte oder zu kleine Schilddrüse); seltener sind <strong>Störungen der Hormonsynthese</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Neugeborene anfangs oft kaum Symptome zeigen, ist eine frühe Diagnose wichtig. Genau dafür gibt es in Deutschland das erweiterte Neugeborenen-Screening, bei dem u. a. per Bluttest auf eine angeborene Hypothyreose geprüft wird (typischerweise über einen erhöhten <a href="https://www.gesundheitsinformation.de/thyreoidea-stimulierendes-hormon-tsh.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TSH</a>-Wert).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrund</strong>: Schilddrüsenhormone sind in den ersten Lebensmonaten besonders wichtig für Wachstum und Gehirnentwicklung. Wird eine angeborene Unterfunktion früh entdeckt, kann sie in der Regel gut behandelt werden – deshalb hat das Screening einen so hohen Stellenwert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenunterfunktion: Symptome</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da sich eine Schilddrüsenunterfunktion oft schleichend entwickelt, sind die Beschwerden gerade am Anfang häufig mild oder so unspezifisch, dass sie leicht anderen Ursachen zugeschrieben werden. Typisch ist, dass sich die Symptome eher “einschleichen” als plötzlich auftreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil Schilddrüsenhormone viele Körperfunktionen beeinflussen, können die Beschwerden sehr unterschiedlich aussehen: Manche merken vor allem Erschöpfung und Antriebsmangel, andere eher Kälteempfindlichkeit, Verdauungsprobleme oder Veränderungen an Haut und Haaren. Auch Stimmung und Konzentration können betroffen sein. Wichtig ist: Nicht alle Symptome müssen auftreten!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Symptome bei Erwachsenen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Erwachsenen zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion häufig über <strong>allgemeine Leistungseinbußen</strong>: Man ist <strong>schneller erschöpft</strong>, fühlt sich “<strong>langsamer</strong>”, braucht <strong>länger zur Erholung</strong> und hat <strong>weniger Antrieb</strong>. Viele berichten auch über <strong>Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme</strong>, die sich im Alltag als “<strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/brain-fog/">Nebel im Kopf</a></strong>” bemerkbar machen können. Diese Beschwerden entstehen oft schrittweise, weshalb Betroffene sie anfangs nicht direkt mit der Schilddrüse verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr typisch sind außerdem Zeichen eines verlangsamten Stoffwechsels: <strong>Kälteempfindlichkeit</strong>, <strong>Gewichtszunahme </strong>(teils trotz unveränderter Ernährung), <strong>Verstopfung </strong>und ein <strong>geringerer Puls</strong>. Auch körperliche Veränderungen können auftreten, zum Beispiel <strong><a href="https://vitalportal.net/produkt/gesichtscreme-trockene-haut/">trockene Haut</a></strong>, <strong>stumpfe Haare</strong>, <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/haarausfall/">Haarausfall </a></strong>oder <strong>Heiserkeit</strong>. Manche Menschen entwickeln <strong>Schwellungen </strong>im Gesicht oder an den Augenlidern (sogenannte <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Myx%C3%B6dem" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Myxödeme</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zu unterschätzen sind auch die <strong>psychischen und hormonellen Begleiterscheinungen</strong>: Niedergeschlagene Stimmung oder depressive Verstimmung können vorkommen, ebenso <strong>Zyklusveränderungen </strong>oder eine <strong>verminderte Libido</strong>. Gerade weil solche Symptome viele Ursachen haben können, ist es hilfreich, nicht nur “ein Symptom” herauszugreifen, sondern das Gesamtbild zu betrachten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Symptome bei Kindern</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Kindern und Jugendlichen können die Beschwerden zunächst ähnlich wirken wie bei Erwachsenen: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung sowie trockene Haut und trockenes Haar sind häufige Hinweise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein entscheidender Unterschied zu Erwachsenen ist, dass eine Unterfunktion bei Kindern besonders den <strong>Wachstums- und Entwicklungsverlauf</strong> beeinflussen kann. Typisch sind ein <strong>verlangsamtes Wachstum</strong>, eine verzögerte Reifung des Skeletts und bei Jugendlichen eine <strong>verspätete Pubertät</strong>. Genau diese “Entwicklungszeichen” sind wichtige Warnlampen, weil sie über die reine Befindlichkeit hinausgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alltag kann sich das auch indirekt zeigen: Kinder wirken weniger belastbar, ziehen sich eher zurück oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren – was schnell als Schul- oder Motivationsproblem missverstanden wird. Weil Schilddrüsenhormone für Wachstum und Entwicklung so bedeutsam sind, ist bei anhaltenden Beschwerden oder auffälligem Wachstumsmuster eine ärztliche Abklärung besonders sinnvoll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Symptome bei Senioren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei älteren Menschen ist die Schilddrüsenunterfunktion besonders tückisch, weil manchmal nur einzelne Symptome im Vordergrund stehen. Häufig genannt werden Kälteempfindlichkeit sowie eine verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit – Beschwerden, die <strong>fälschlicherweise als “normale” Alterserscheinungen </strong>eingeordnet werden. Dadurch kann eine Unterfunktion über längere Zeit unentdeckt bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Senioren können Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel oder depressive Verstimmungen auftreten und werden dann gelegentlich eher als Depression oder beginnende Demenz fehlinterpretiert. Genau deshalb ist bei neu auftretender oder deutlich zunehmender Müdigkeit, Verlangsamung oder Stimmungstief im Alter die Schilddrüse ein sinnvoller Bestandteil der Abklärung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenunterfunktion: Diagnostik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Diagnostik geht es im Kern um zwei Fragen: </p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Liegt wirklich eine Schilddrüsenunterfunktion vor? </li>



<li>Wodurch wird sie verursacht? </li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Symptome (z. B. Müdigkeit, Gewichtszunahme, depressive Verstimmung) auch viele andere Gründe haben können, reicht eine reine Vermutung nicht aus. Der behandelnde Arzt kombiniert daher die Symptome mit der Vorgeschichte (z. B. Schilddrüsen-OP, Bestrahlung, Medikamente, familiäre Belastung) und insbesondere mit den Blutwerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der wichtigste Blutwert ist zunächst das <strong>TSH</strong>. Man kann sich TSH wie einen “Regler” vorstellen: Wenn der Körper merkt, dass zu wenig Schilddrüsenhormone vorhanden sind, schickt die <a href="https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/hormone-stoffwechsel/hormondruesen-und-moegliche-erkrankungen/hirnanhangsdruese-hypophyse.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hirnanhangsdrüse </a>mehr TSH, um die Schilddrüse anzutreiben. Ist das TSH erhöht, wird in der Regel zusätzlich <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Freies_T4#:~:text=1.-,Definition,freien%20T3%20(fT3)%20bestimmt." target="_blank" rel="noreferrer noopener">freies T4 (fT4)</a> gemessen – also das <strong>tatsächlich verfügbare Schilddrüsenhormon im Blut</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn bestätigt ist, dass tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird häufig noch nach der Ursache geschaut. Bei Verdacht auf Hashimoto werden meist Antikörper (v. a. TPO-Antikörper) bestimmt. Zudem kann auch ein Ultraschall helfen, die Schilddrüse zu beurteilen – zum Beispiel, ob sie vergrößert ist, entzündlich verändert wirkt oder Knoten vorhanden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten kommt es vor, dass die Störung nicht in der Schilddrüse selbst liegt, sondern in den übergeordneten Steuerzentren (Hypophyse/Hypothalamus). Dann kann das TSH trotz Unterfunktion normal oder niedrig sein, während fT4 zu niedrig ist. In so einem Fall wird dann die Ursache gezielter abgeklärt, oft in einer endokrinologischen Praxis.</p>



<h2>Schilddrüsenunterfunktion einordnen: Werte, Beschwerden und nächste Schritte</h2>

<table>
  <thead>
    <tr>
      <th>Befund oder Situation</th>
      <th>Mögliche Bedeutung</th>
      <th>Was sinnvoll sein kann</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Erhöhtes TSH bei normalem fT4</td>
      <td>Kann zu einer latenten Schilddrüsenunterfunktion passen. Nicht jeder leicht erhöhte TSH-Wert ist automatisch behandlungsbedürftig.</td>
      <td>Werte kontrollieren lassen und Beschwerden, Alter, Antikörper, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Begleiterkrankungen berücksichtigen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Erhöhtes TSH und erniedrigtes fT4</td>
      <td>Spricht für eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion.</td>
      <td>Ärztlich behandeln lassen; in der Regel wird L-Thyroxin eingesetzt.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Normales oder niedriges TSH bei niedrigem fT4</td>
      <td>Kann selten auf eine zentrale Schilddrüsenunterfunktion durch Hypophyse oder Hypothalamus hinweisen.</td>
      <td>Endokrinologisch abklären lassen, da TSH hier allein nicht zuverlässig zur Steuerung geeignet ist.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Positive TPO-AK oder Tg-AK</td>
      <td>Können auf Hashimoto-Thyreoiditis hinweisen, bedeuten aber nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Unterfunktion.</td>
      <td>Schilddrüsenwerte, Ultraschall und Verlauf ärztlich einordnen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung und trockene Haut</td>
      <td>Typische Beschwerden einer Unterfunktion, aber nicht spezifisch nur für die Schilddrüse.</td>
      <td>Schilddrüsenwerte prüfen lassen und auch Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Schlafstörungen, Depression oder Medikamente berücksichtigen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Beschwerden trotz TSH im Referenzbereich</td>
      <td>Nicht alle Beschwerden müssen von der Schilddrüse kommen; trotzdem können Einnahme, Zielbereich und Begleitfaktoren überprüft werden.</td>
      <td>fT4, Einnahmezeitpunkt, Präparatewechsel, Wechselwirkungen, Eisenstatus, Vitamin B12, Vitamin D, Schlaf und Stress ärztlich mitbewerten lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Schwankende Werte trotz L-Thyroxin</td>
      <td>Möglich sind unregelmäßige Einnahme, Wechselwirkungen, Magen-Darm-Probleme, Präparatewechsel oder veränderte Bedürfnisse des Körpers.</td>
      <td>L-Thyroxin möglichst konstant einnehmen und Abstand zu Eisen, Calcium, Magnesium, Antazida, Kaffee und Nahrungsergänzungsmitteln beachten.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder Gewichtsverlust unter L-Thyroxin</td>
      <td>Kann auf eine zu hohe Dosis oder eine Überfunktion hinweisen.</td>
      <td>TSH, fT4 und ggf. fT3 kontrollieren lassen; Dosisänderungen ärztlich besprechen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Wochenbett</td>
      <td>Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen kann sich verändern; eine gute Einstellung ist besonders wichtig.</td>
      <td>Frühzeitig ärztlich beraten lassen und Kontrollen engmaschiger planen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Kinder mit Wachstumsverzögerung, Müdigkeit oder später Pubertät</td>
      <td>Eine Unterfunktion kann Wachstum, Entwicklung und Pubertät beeinflussen.</td>
      <td>Kinderärztlich oder endokrinologisch abklären lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Jodmangel oder sehr jodarme Ernährung</td>
      <td>Jodmangel kann eine Unterfunktion begünstigen, ist aber nicht die einzige Ursache.</td>
      <td>Jodzufuhr über Ernährung prüfen; hochdosierte Jodpräparate oder Algenprodukte nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Starke Unterkühlung, Verwirrtheit, sehr langsamer Puls oder Bewusstseinsstörungen</td>
      <td>Warnzeichen einer schweren entgleisten Unterfunktion.</td>
      <td>Sofort medizinische Hilfe suchen.</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenunterfunktion: Behandlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der Behandlung ist, den <strong>Mangel an Schilddrüsenhormonen auszugleichen</strong>, sodass sich die Beschwerden bessern und die Werte wieder stabil in einem normalen Bereich liegen. Die Standardtherapie ist in der Regel die Einnahme von <strong>Levothyroxin </strong>(L-Thyroxin, T4) als Tablette – also das Hormon, das die Schilddrüse normalerweise selbst produziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die richtige Dosierung wird hierbei immer individuell eingestellt. Meist wird mit einer niedrigen Dosis begonnen, die in der Folge schrittweise angepasst wird. Nach Beginn der Therapie oder nach einer Dosisänderung werden die Werte dann in der Regel nach mehreren Wochen erneut kontrolliert (typisch etwa nach 6–8 Wochen), da sich das TSH nur langsam auf die neue Dosis einpendelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine zuverlässige Wirkung ist die korrekte Einnahme wichtig: Die Einnahme sollte<strong> regelmäßig und mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück</strong> (mit Wasser) erfolgen. In Einzelfällen ist auch die Einnahme abends vor dem Schlafengehen möglich, sofern sie konsequent beibehalten wird. Zudem sollte ein zeitlicher Abstand zu Stoffen, die die Aufnahme stören können, eingehalten werden. Hierzu gehören z. B. Eisen- oder Calciumpräparate, bestimmte Magenschutzmittel oder Colestyramin. Zu konkreten Wechselwirkungen kann der behandelnde Arzt oder Apotheker beraten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Häufig gestellte Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Kann man einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen die häufigste Ursache der Unterfunktion, die autoimmune <strong>Hashimoto-Thyreoiditis</strong>, kann man in der Regel nicht gezielt vorbeugen. Viele Einflussfaktoren (z. B. Veranlagung) lassen sich nicht steuern – deshalb geht es eher darum, eine Unterfunktion früh zu erkennen und zuverlässig zu behandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Ausnahme ist die <strong>jodmangelbedingte Unterfunktion</strong>: Hier hilft eine ausreichende Jodzufuhr über die Ernährung. In Deutschland wird zur Jodprophylaxe u. a. jodiertes Speisesalz empfohlen. Wichtig ist aber auch: Jod sollte nicht „auf Verdacht“ hoch dosiert werden (z. B. über Algen- oder hochdosierte Nahrungsergänzung), sondern im Zweifel ärztlich besprochen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist eine latente Schilddrüsenunterfunktion?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Von einer <strong>latenten (subklinischen) Schilddrüsenunterfunktion</strong> spricht man, wenn im Blut das TSH erhöht ist, die eigentlichen Schilddrüsenhormone (insbesondere fT4) aber noch im Normbereich liegen. Viele Betroffene haben dabei keine eindeutigen Beschwerden – oder die Symptome sind so unspezifisch, dass sie auch andere Ursachen haben könnten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Depressionen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, eine Schilddrüsenunterfunktion kann depressive Symptome begünstigen oder ihnen ähneln, zum Beispiel durch Antriebsmangel, Teilnahmslosigkeit, Konzentrationsprobleme oder gedrückte Stimmung. Deshalb wird bei anhaltender depressiver Symptomatik häufig auch die Schilddrüse mit abgeklärt. Jedoch hat nicht jede Depression hat eine Schilddrüsenursache – und nicht jede leichte Unterfunktion erklärt (starke) depressive Beschwerden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Gewichtszunahme?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Unterfunktion kann zu einer leichten bis mäßigen Gewichtszunahme beitragen. Dies ist darin begründet, dass wenn Schilddrüsenhormone fehlen, der Stoffwechsel „langsamer“ läuft – zudem können Wassereinlagerungen eine Rolle spielen. Die Schilddrüse ist jedoch selten der alleinige Grund für deutliches Übergewicht, aber sie kann das Gewichtsreduktion spürbar erschweren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Haarausfall?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Schilddrüsenhormone beeinflussen den Haarzyklus, und bei einer Unterfunktion können Haare trockener werden oder es kann zu diffusem Haarausfall kommen. Das ist ein häufiges, aber unspezifisches Symptom – es kann also auch andere Ursachen haben (Eisenmangel, Stress, hormonelle Umstellungen etc.), weshalb eine Abklärung oft mehrere Aspekte umfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Unterfunktion tatsächlich die Ursache für Haarausfall ist und die Behandlung gut greift, kann sich das Haarbild häufig wieder verbessern – allerdings nicht über Nacht. Haare wachsen langsam, deshalb dauert es oft mehrere Monate, bis sich eine sichtbare Besserung zeigt. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, die Schilddrüsenmedikation konsequent einzunehmen und Kontrolltermine einzuhalten, statt vorschnell die Dosis zu wechseln.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Besteht ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Fruchtbarkeit?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja – und zwar vor allem über den Einfluss auf Zyklus, Eisprung und die hormonelle Balance. Eine Unterfunktion kann Zyklusunregelmäßigkeiten begünstigen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen; auch bei Männern kann der Hormonhaushalt und damit die Sexualfunktion betroffen sein. Daher gehört die Schilddrüse bei unerfülltem Kinderwunsch häufig zur Basisabklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: Wenn die Unterfunktion erkannt und gut eingestellt ist, lassen sich viele dieser Effekte deutlich verbessern. Bei Kinderwunsch und besonders in der Schwangerschaft werden die Werte meist enger kontrolliert, weil sich der Bedarf an Schilddrüsenhormon ändern kann. Wer aktiv Nachwuchs plant, sollte das Thema frühzeitig im Auge behalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wirkt sich eine Schilddrüsenunterfunktion auf Cholesterinwerte aus?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Fettstoffwechsel beeinflussen und mit erhöhten Blutfettwerten einhergehen – insbesondere kann LDL-Cholesterin ansteigen. Deshalb wird bei auffälligen Cholesterinwerten häufig auch empfohlen, die Schilddrüse mit zu überprüfen (und umgekehrt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Unterfunktion die Ursache ist, können sich Cholesterinwerte unter einer passenden Hormonersatztherapie oft mitverbessern. Ob zusätzlich eine gezielte Lipidtherapie nötig ist, hängt vom Gesamtrisiko (z. B. Blutdruck, Rauchen, <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/diabetes-mellitus-typ-2/">Diabetes</a></strong>, familiäre Risiken) und den konkreten Werten ab – das lässt sich am besten individuell ärztlich einordnen.</p>



<h2>Quellen und Studien</h2>

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		<title>Schilddrüsenüberfunktion: Ursachen, Symptome und Behandlung</title>
		<link>https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/schilddruesenueberfunktion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Heinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 17:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Schilddrüsenüberfunktion (auch: Hyperthyreose) kann den gesamten Körper beeinflussen – denn ihre Hormone wirken wie ein Taktgeber für Stoffwechsel, Kreislauf und Energiehaushalt. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Takt, kann sich dies im Alltag bemerkbar machen. Betroffene sind plötzlich unruhig und gereizt ohne die Ursache zu erkennen. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, welche Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion typisch sind, wie Ärzte die Diagnose stellen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/schilddruesenueberfunktion/">Schilddrüsenüberfunktion: Ursachen, Symptome und Behandlung</a> erschien zuerst auf <a href="https://vitalportal.net">Vitalportal.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Autorin</strong>: Katharina Heinz (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), Ernährungsberaterin und Pharmazieökonomin</em>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Inhaltliche Qualitätssicherung</strong>: <a href="https://vitalportal.net/ueber-uns/">Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Disclaimer</strong>: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <strong>Schilddrüsenüberfunktion </strong>(auch: Hyperthyreose) kann den gesamten Körper beeinflussen – denn ihre Hormone wirken wie der Taktgeber für Stoffwechsel, Kreislauf und Energiehaushalt. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Takt, kann sich dies im Alltag bemerkbar machen. Betroffene sind plötzlich unruhig und gereizt ohne die Ursache zu kennen. Im nachfolgenden Beitrag gehen wir darauf ein, welche Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion typisch sind, wie Ärzte die Diagnose stellen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.</p>



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<div class="vp-glance-box">
  <h2>Schilddrüsenüberfunktion: Auf einen Blick</h2>

  <div class="vp-glance-grid">
    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?</strong>
      <p>
        Bei einer Schilddrüsenüberfunktion bildet der Körper zu viele
        Schilddrüsenhormone oder es befinden sich zu viele Schilddrüsenhormone
        im Blut. Dadurch laufen Stoffwechsel, Kreislauf und Nervensystem
        oft auf Hochtouren.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Typische Beschwerden</strong>
      <p>
        Häufig sind Herzrasen, innere Unruhe, Zittern, Schwitzen,
        Wärmeempfindlichkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Durchfall,
        Muskelschwäche, Erschöpfung, Reizbarkeit oder Zyklusstörungen.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Häufige Ursachen</strong>
      <p>
        Zu den wichtigsten Ursachen gehören Morbus Basedow, heiße Knoten,
        eine Schilddrüsenentzündung, zu viel L-Thyroxin, jodhaltige Medikamente
        oder jodhaltige Kontrastmittel bei entsprechender Veranlagung.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Behandlung</strong>
      <p>
        Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Möglich sind
        Thyreostatika, Betablocker zur Symptomlinderung, Radiojodtherapie,
        Operation oder eine Anpassung der Schilddrüsenmedikation.
      </p>
    </div>
  </div>

  <div class="vp-doctor-box">
    <h3>Wann zum Arzt?</h3>

    <p>
      Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Beschwerden wie Herzrasen, Zittern,
      innere Unruhe, Gewichtsverlust, starkes Schwitzen, Schlafstörungen,
      Durchfall oder neue Augenbeschwerden auftreten. Eine Schilddrüsenüberfunktion
      sollte nicht nur anhand einzelner Symptome vermutet, sondern durch Blutwerte
      und je nach Befund durch weitere Diagnostik abgeklärt werden.
    </p>

    <ul>
      <li>bei Herzrasen, Herzstolpern, Bluthochdruck oder neuem Vorhofflimmern</li>
      <li>bei ungewolltem Gewichtsverlust trotz normalem oder gesteigertem Appetit</li>
      <li>bei Zittern, innerer Unruhe, Schlafstörungen oder starker Reizbarkeit</li>
      <li>bei vermehrtem Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit oder Muskelschwäche</li>
      <li>bei Durchfall, Zyklusstörungen oder unerfülltem Kinderwunsch</li>
      <li>bei Druckgefühl am Hals, sichtbarer Schilddrüsenvergrößerung oder Knoten</li>
      <li>bei hervorstehenden Augen, Druckgefühl hinter den Augen, Doppelbildern oder Lichtempfindlichkeit</li>
      <li>wenn L-Thyroxin eingenommen wird und Überfunktionssymptome auftreten</li>
      <li>nach jodhaltigem Kontrastmittel oder bei Einnahme jodhaltiger Medikamente wie Amiodaron</li>
    </ul>

    <p class="vp-doctor-note">
      Sofortige medizinische Hilfe ist wichtig bei hohem Fieber, starker Unruhe
      oder Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, schwerem Herzrasen, Brustschmerzen,
      Atemnot, Kreislaufproblemen, starkem Erbrechen oder ausgeprägtem Durchfall.
      Solche Beschwerden können auf eine schwere thyreotoxische Krise hinweisen
      und sollten nicht als normale Schilddrüsenbeschwerden eingeordnet werden.
    </p>
  </div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenüberfunktion: Ursachen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Morbus Basedow</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/morbus-basedow/">Morbus Basedow</a></strong> ist die <strong>häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion</strong> in Regionen mit ausreichender Jodversorgung. Hierbei handelt es sich um eine <strong>Autoimmunerkrankung</strong>, bei der das Immunsystem Antikörper bildet, die den TSH-Rezeptor stimulieren (<a href="https://flexikon.doccheck.com/de/TRAK" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TRAK</a>). Die Schilddrüse wird dadurch „aktiviert“, obwohl der Körper bereits über ausreichend Hormone verfügt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch ist, dass die Schilddrüse diffus vergrößert sein kann (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Struma" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Struma</a>) und die Überfunktion oft relativ plötzlich oder schubweise auftritt. Häufig bestehen auslösende oder begünstigende Faktoren wie genetische Veranlagung, Stress, Rauchen oder hormonelle Umstellungen – zum Beispiel nach einer Schwangerschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Merkmal ist die <strong>mögliche Beteiligung anderer Organe</strong>: Einige Betroffene entwickeln eine <a href="https://www.usz.ch/krankheit/endokrine-orbitopathie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">endokrine Orbitopathie</a> (z. B. Druckgefühl hinter den Augen, hervorstehende Augen, Lichtempfindlichkeit) oder seltener Hautveränderungen. Diese Begleiterscheinungen sind wichtig, weil sie Hinweise auf die Ursache geben und die Therapiewahl mit beeinflussen können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Heiße Knoten (autonomes Adenom)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„<strong>Heiße Knoten</strong>“ sind Schilddrüsenareale, die unabhängig von der Steuerung durch <a href="https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/03/schilddruesenwerte-verstehen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TSH</a> Hormone produzieren. Häufig steckt ein autonomes Adenom dahinter, also ein gutartiger Knoten mit eigenständiger Hormonproduktion. Auch mehrere autonome Areale (toxische multinoduläre Struma) können verantwortlich sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Autonomie entsteht meist über Jahre: Die Zellen verändern sich so, dass sie dauerhaft „aktiv“ bleiben. Besonders relevant ist dabei <strong>Jod</strong>: Bei bestehender Autonomie kann eine erhöhte Jodzufuhr (z. B. jodhaltige Kontrastmittel oder Medikamente) eine Überfunktion auslösen oder verstärken, weil der <strong>Knoten das Jod direkt zur Hormonbildung</strong> nutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Unterschied zum Morbus Basedow ist die Schilddrüse hier nicht diffus vergrößert, sondern häufig knotig verändert. Die Überfunktion kann zunächst mild beginnen und sich schleichend entwickeln, weshalb sie besonders bei älteren Menschen manchmal erst spät auffällt – etwa über Herzbeschwerden oder Leistungsabfall.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hashimoto Thyreoiditis</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/hashimoto-thyreoiditis/">Hashimoto Thyreoiditis</a></strong> ist primär als Ursache einer <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruesenunterfunktion/">Schilddrüsenunterfunktion </a></strong>bekannt. Dennoch kann sie <strong>zeitweise eine Überfunktion</strong> verursachen – vor allem in frühen Phasen oder bei Schüben. Man spricht dann oft von einer <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Hashitoxikose" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hashitoxikose</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Prozess unterscheidet sich von Morbus Basedow: Bei Hashimoto wird <strong>Schilddrüsengewebe durch Entzündungsprozesse geschädigt</strong>. Dabei können Hormone freigesetzt werden, was vorübergehend zu erhöhten Hormonspiegeln und Überfunktionssymptomen führt – ohne dass die Schilddrüse dauerhaft zu viel Schilddrüsenhormone produziert. Diese hyperthyreoten Phasen sind häufig zeitlich begrenzt und gehen später häufig in eine Unterfunktion über, wenn das hormonproduzierende Gewebe abnimmt bzw. geschädigt ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">L-Thyroxin Überdosierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schilddrüsenüberfunktion kann auch entstehen, wenn dem Körper zu viel Schilddrüsenhormon von außen zugeführt wird – meist in Form von <strong>L-Thyroxin (Levothyroxin)</strong>. Das ist eine häufige, gut erklärbare Ursache, vor allem bei Menschen, die wegen einer <strong>Unterfunktion</strong>, nach <strong>Schilddrüsenoperation </strong>oder nach <strong>Radiojodtherapie </strong>Schilddrüsenhormone einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Überdosierung kann auftreten, wenn die Dosis zu hoch angesetzt wird, sich das Körpergewicht deutlich verändert, neue Medikamente die Aufnahme beeinflussen oder wenn Tabletten unregelmäßig eingenommen und dann „kompensiert“ werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist: Bei einer L-Thyroxin-bedingten Überfunktion liegt die Ursache nicht in einer überaktiven Schilddrüse, sondern in einer zu hohen Hormonmenge im Blut. Das bedeutet auch, dass die Abklärung immer die Medikamentenanamnese einschließen sollte – inklusive Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Begleitmedikation.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Angeborene Überfunktion</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine angeborene Schilddrüsenüberfunktion ist <strong>selten</strong>, aber medizinisch besonders relevant, weil sie bereits im Neugeborenen- oder Säuglingsalter Auswirkungen auf Wachstum, Herz-Kreislauf-System und Entwicklung haben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein klassisches Beispiel ist die sogenannte <a href="https://www.msdmanuals.com/de/profi/p%C3%A4diatrie/endokrine-st%C3%B6rungen-bei-kindern/hyperthyreose-bei-s%C3%A4uglingen-und-kindern" target="_blank" rel="noreferrer noopener">neonatale Hyperthyreose</a>: Wenn eine Mutter an Morbus Basedow erkrankt ist, können stimulierende Antikörper (TRAK) über die Plazenta zum Kind gelangen und dessen Schilddrüse vorübergehend antreiben. Diese Form ist meist zeitlich begrenzt, erfordert aber engmaschige Überwachung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seltener sind genetisch bedingte Formen, bei denen Signalwege in der Schilddrüse dauerhaft aktiv sind. In solchen Fällen ist die Überfunktion eher persistierend und braucht eine spezialisierte Diagnostik und Behandlung. Gerade bei sehr frühen Symptomen oder auffälligen Befunden im Neugeborenenscreening ist eine rasche kinderendokrinologische Abklärung wichtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenüberfunktion: Symptome</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Betroffene bemerken zuerst eine innere Unruhe oder das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen. Wie stark die Symptome sind, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Typische Symptome sind die folgenden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>innere Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit</li>



<li>Schlafstörungen, „nicht abschalten können“</li>



<li>Zittern</li>



<li>vermehrtes Schwitzen und Wärmeintoleranz</li>



<li>Herzrasen oder Herzklopfen</li>



<li>schneller Puls (auch in Ruhe)</li>



<li>erhöhter Blutdruck (oft vor allem der obere Wert)</li>



<li>Herzrhythmusstörungen (insbesondere bei älteren Menschen)</li>



<li>Gewichtsabnahme trotz normalem oder gesteigertem Appetit</li>



<li>häufiger Stuhlgang oder Durchfall</li>



<li>Muskelschwäche, vor allem an Oberarmen und Oberschenkeln (z. B. Treppensteigen fällt schwerer)</li>



<li>manchmal <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/haarausfall/">Haarausfall </a></strong>oder feiner werdendes Haar</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzend hierzu geht<strong> Morbus Basedow</strong> häufig mit <strong>Augenbeschwerden </strong>einher wie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>trockene, gereizte Augen</li>



<li>lichtempfindliche Augen</li>



<li>Druckgefühl hinter den Augen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion unspezifisch sind, sollten bei Auftreten der o. g. Symptome eine ärztliche Abklärung erfolgen, insbesondere um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.</p>



<h2>Schilddrüsenüberfunktion einordnen: Beschwerden und mögliche nächste Schritte</h2>

<table>
  <thead>
    <tr>
      <th>Beschwerde oder Situation</th>
      <th>Mögliche Bedeutung</th>
      <th>Was sinnvoll sein kann</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Herzrasen, Herzstolpern oder Bluthochdruck</td>
      <td>Kann durch zu viele Schilddrüsenhormone verstärkt werden und sollte besonders bei älteren Menschen ernst genommen werden.</td>
      <td>TSH, fT4, fT3 und Herz-Kreislauf-Befund ärztlich prüfen lassen; bei Brustschmerzen oder Atemnot sofort abklären.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Gewichtsverlust trotz normalem oder gesteigertem Appetit</td>
      <td>Typisches Zeichen eines gesteigerten Stoffwechsels bei Schilddrüsenüberfunktion.</td>
      <td>Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen und auch andere Ursachen wie Diabetes, Entzündungen oder Magen-Darm-Erkrankungen berücksichtigen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Zittern, innere Unruhe, Nervosität oder Schlafstörungen</td>
      <td>Kann zu einer Überfunktion passen, überschneidet sich aber mit Stress, Angst, Koffeinwirkung oder Medikamentennebenwirkungen.</td>
      <td>Beschwerden, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Schilddrüsenwerte gemeinsam ärztlich einordnen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit und Muskelschwäche</td>
      <td>Kann durch beschleunigten Stoffwechsel und veränderte Muskelbelastbarkeit entstehen.</td>
      <td>Bei anhaltenden Beschwerden Schilddrüse, Elektrolyte und allgemeine Belastbarkeit ärztlich prüfen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Hervorstehende Augen, Druckgefühl, Doppelbilder oder Lichtempfindlichkeit</td>
      <td>Kann auf eine endokrine Orbitopathie bei Morbus Basedow hinweisen.</td>
      <td>Zeitnah ärztlich und augenärztlich abklären lassen, besonders bei Sehverschlechterung oder Doppelbildern.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Knoten oder Vergrößerung der Schilddrüse</td>
      <td>Heiße Knoten oder eine knotige Struma können eine Überfunktion verursachen.</td>
      <td>Ultraschall, Laborwerte und je nach Befund Szintigrafie ärztlich besprechen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Überfunktionssymptome unter L-Thyroxin</td>
      <td>Möglich ist eine zu hohe Dosis, eine veränderte Aufnahme oder ein geänderter Bedarf.</td>
      <td>Dosis nicht eigenständig stark verändern; TSH, fT4, Einnahmezeitpunkt und Begleitmedikation prüfen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Überfunktion nach jodhaltigem Kontrastmittel oder Amiodaron</td>
      <td>Jod kann bei entsprechender Veranlagung eine Überfunktion auslösen oder verstärken.</td>
      <td>Ärztlich abklären lassen, besonders bei bekannten Knoten, Schilddrüsenerkrankungen oder Herzbeschwerden.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Vorübergehende Überfunktion bei Schilddrüsenentzündung</td>
      <td>Bei Entzündungen können gespeicherte Hormone freigesetzt werden, ohne dass die Schilddrüse dauerhaft zu viel produziert.</td>
      <td>Ursache klären lassen; die Behandlung unterscheidet sich von Morbus Basedow oder heißen Knoten.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Fieber, Verwirrtheit, starkes Herzrasen, Erbrechen oder Kreislaufprobleme</td>
      <td>Warnzeichen einer schweren thyreotoxischen Krise.</td>
      <td>Sofort medizinische Hilfe suchen.</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenüberfunktion: Diagnostik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der Diagnostik ist nicht nur zu bestätigen, ob tatsächlich Schilddrüsenüberfunktion vorliegt, sondern auch die Ursache zu ermitteln – denn hiervon hängt die passende Behandlung ab. In der Regel werden für die Diagnostik Laborwerte und bildgebende Verfahren kombiniert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blutuntersuchung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Blutuntersuchung ist der zentrale erste Schritt der Diagnostik. Besonders wichtig ist hierbei der TSH-Wert: Bei einer Überfunktion ist <strong>TSH </strong>meist erniedrigt, weil der Körper versucht, die Schilddrüse „herunterzuregeln“. Zusätzlich werden die freien Schilddrüsenhormone <strong>fT3 </strong>und <strong>fT4 </strong>gemessen, um zu sehen, wie stark die Überfunktion ausgeprägt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Typische Konstellationen sind zum Beispiel:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>deutliche Schilddrüsenüberfunktion</strong>: TSH niedrig, fT3/fT4 erhöht</li>



<li><strong>mögliche latente Überfunktion</strong>: TSH niedrig, fT3/fT4 normal</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Ursache einzugrenzen, werden häufig auch Antikörper bestimmt. Dazu zählen vor allem <strong>TRAK </strong>(Hinweis auf Morbus Basedow) sowie<strong> TPO-Antikörper</strong> oder <strong>Tg-Antikörper</strong> (häufig bei Hashimoto). Ergänzend können weitere Werte sinnvoll sein, etwa <strong>Entzündungszeichen </strong>(<a href="https://flexikon.doccheck.com/de/C-reaktives_Protein" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CRP</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ultraschall</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Ultraschall </strong>(Sonografie) zeigt, wie die Schilddrüse aufgebaut ist. Dabei lässt sich beurteilen, ob sie vergrößert ist, ob Knoten vorliegen und wie das Gewebe insgesamt wirkt. Außerdem kann die Durchblutung der Schilddrüse begutachtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ultraschall achtet der Arzt unter anderem auf:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Größe der Schilddrüse (z. B. Struma)</li>



<li>Struktur des Gewebes (homogen vs. inhomogen)</li>



<li>Knoten: Anzahl, Größe, typische Merkmale</li>



<li>Durchblutung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Hashimoto ist das Gewebe oft eher inhomogen und „dunkler“ (echoarm), während bei Morbus Basedow häufig eine diffuse Veränderung und eine starke Durchblutung auffallen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schilddrüsenszintigrafie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Schilddrüsenszintigrafie </strong>ist besonders relevant, wenn der Verdacht auf heiße Knoten besteht. Dabei wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz verabreicht, die sich in der Schilddrüse anreichert. Hierdurch wird sichtbar gemacht, welche Bereiche wie aktiv sind (z.B. heiße Knoten oder kalte Knoten).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Szintigrafie ergänzt den Ultraschall, weil sie vor allem die Funktion der Schilddrüse zeigt. Besonders bei knotigen Veränderungen hilft sie, die Ursache der Überfunktion sicher zuzuordnen und die passende Therapie (z. B. Medikamente, Radiojodtherapie oder Operation) einzuleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schilddrüsenüberfunktion: Behandlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion richtet sich immer nach der konkreten Ursache, der Stärke der Überfunktion und den vorhandenen Beschwerden. Während bei manchen Formen der Überfunktion zunächst eine medikamentöse Stabilisierung im Vordergrund steht, wird bei anderen Ursachen gezielt eine dauerhafte Lösung angestrebt, etwa durch Radiojodtherapie oder eine Operation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich verfolgt die Behandlung zwei Ziele: Zum einen sollen die Beschwerden und mögliche Komplikationen rasch reduziert werden. Zum anderen geht es darum, die Ursache so zu behandeln, dass die Überfunktion nicht wiederkehrt und langfristig Schaden anrichtet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Medikamente</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Medikamente sind häufig der erste Schritt, um eine Überfunktion zu stabilisieren. Dabei kommen vor allem sogenannte <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Thyreostatikum" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thyreostatika </a>zum Einsatz, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. Auf diese Weise können die <strong>Hormone kurzfristig normalisiert</strong> werden, um die Grundlage dafür zu schaffen den weiteren Behandlungsansatz zu planen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich werden oft Medikamente eingesetzt, die die Beschwerden lindern, insbesondere <a href="https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/gerinnungshemmung-und-medikamente/betablocker" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Betablocker</a>. Sie können Symptome wie Herzrasen, Zittern und innere Unruhe relativ schnell reduzieren, ohne direkt in die Hormonproduktion einzugreifen. Gerade zu Beginn, wenn die Schilddrüsenhormone noch erhöht sind, können Betablocker zu einer spürbaren Entlastung führen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Radiojodtherapie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Radiojodtherapie </strong>ist eine Methode, um überaktives Schilddrüsengewebe gezielt zu behandeln. Dabei wird <strong>radioaktives Jod </strong>verabreicht, das sich vor allem in der Schilddrüse anreichert. Das überaktive Gewebe nimmt besonders viel Jod auf und wird durch die Strahlung nach und nach in seiner Funktion reduziert. Der <strong>Effekt tritt nicht sofort ein</strong>, sondern entwickelt sich über Wochen bis Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Therapie wird häufig bei <strong>autonomen Knoten</strong> oder einer <strong>toxischen knotigen Schilddrüse </strong>eingesetzt und kann auch bei <strong>Morbus Basedow </strong>eine Option sein, wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, nicht vertragen werden oder die Überfunktion wiederkehrt. Ob eine Radiojodtherapie geeignet ist, hängt unter anderem von der Ursache, der Größe der Schilddrüse und der Aktivität des Gewebes ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Radiojodtherapie kann sich eine <strong>Schilddrüsenunterfunktion </strong>entwickeln, weil das Schilddrüsengewebe insgesamt weniger arbeitet. Das ist medizinisch aber gut beherrschbar, bedeutet jedoch, dass anschließend Kontrollen notwendig sind und gegebenenfalls Schilddrüsenhormone ersetzt werden müssen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Operation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Operation kommt vor allem dann infrage, wenn die Schilddrüse <strong>stark vergrößert </strong>ist, wenn <strong>Knoten </strong>vorliegen die Beschwerden verursachen, oder wenn der Verdacht auf <strong>bösartige Veränderungen </strong>abgeklärt werden muss. Auch bei einer <strong>ausgeprägten Autonomie </strong>oder <strong>wiederkehrenden Überfunktionen</strong> kann eine Operation sinnvoll sein, insbesondere wenn eine schnelle, definitive Behandlung gewünscht bzw. erforderlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je nach Befund wird ein Teil der Schilddrüse entfernt oder, in manchen Fällen, die Schilddrüse vollständig. Vor dem Eingriff wird die Überfunktion in der Regel medikamentös stabilisiert, um das Operationsrisiko zu senken. Das ist wichtig, weil eine unbehandelte Hyperthyreose den Kreislauf belastet und Komplikationen wahrscheinlicher macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Operation ist die weitere Behandlung vom Umfang des Eingriffs abhängig. Häufig ist eine <strong>Hormonersatztherapie mit L-Thyroxin</strong> nötig, insbesondere nach einer vollständigen Entfernung. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, die richtige Dosis zu finden und langfristig stabile Werte zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Häufig gestellte Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ist eine Schilddrüsenüberfunktion gefährlich?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Schilddrüsenüberfunktion kann gefährlich werden</strong>, wenn sie ausgeprägt ist oder lange unbehandelt bleibt. Vor allem das Herz-Kreislauf-System wird belastet: Herzrasen, <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/bluthochdruck/">Bluthochdruck </a></strong>und Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern) können auftreten und das Risiko für Komplikationen erhöhen. Zusätzlich kann es durch den beschleunigten Stoffwechsel zu Muskelabbau, Knochenschwund und allgemeiner körperlicher Erschöpfung kommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist eine latente Schilddrüsenüberfunktion?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Von einer latenten Schilddrüsenüberfunktion spricht man, wenn das TSH im Blut erniedrigt ist, die freien Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4) aber noch im Normalbereich liegen. Der Körper zeigt damit bereits eine Tendenz zur Überfunktion, ohne dass die Hormonwerte klar erhöht sind. Manche Menschen haben in dieser Phase kaum Beschwerden, andere spüren bereits leichte Symptome.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Müssen Medikamente bei einer Schilddrüsenüberfunktion dauerhaft eingenommen werden?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das kommt vor allem auf die Ursache an. Bei Morbus Basedow werden Thyreostatika häufig über einen längeren Zeitraum eingesetzt, um zu prüfen, ob eine stabile Phase erreicht werden kann. Bei manchen Betroffenen gelingt das, bei anderen kommt es nach Absetzen zu Rückfällen, sodass eine erneute Behandlung oder eine definitive Therapie (Radiojod oder Operation) nötig wird. Bei autonomen Knoten sind Medikamente oft eher eine Übergangslösung, um die Werte zu normalisieren, bis eine dauerhafte Therapie durchgeführt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Welche Auswirkungen hat eine Schilddrüsenüberfunktion auf das Gewicht?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen nehmen bei einer Schilddrüsenüberfunktion ab, weil der Stoffwechsel beschleunigt ist und der Körper mehr Energie verbraucht. Oft geschieht dies trotz normalem oder sogar erhöhtem Appetit. Wie stark die Gewichtsveränderung<br>ausfällt, ist individuell und hängt unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Überfunktion ist und wie lange sie besteht. Nach Beginn einer Behandlung normalisiert sich der Stoffwechsel wieder, wodurch es zu einer Gewichtszunahme kommen kann – besonders dann, wenn vorher deutlich Gewicht verloren wurde.</p>



<h2>Quellen und Studien</h2>

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    NICE:
    <em>Thyroid disease: assessment and management.</em>
    NICE Guideline NG145, last reviewed 03.10.2025.
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    <em>2018 European Thyroid Association Guideline for the Management of Graves&#8216; Hyperthyroidism.</em>
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    S1-Leitlinie, AWMF-Registernummer 031-003, Stand 17.04.2023.
    <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/031-003" target="_blank" rel="noopener">AWMF-Leitlinienregister</a>
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</ol>
<p>Der Beitrag <a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/schilddruesenueberfunktion/">Schilddrüsenüberfunktion: Ursachen, Symptome und Behandlung</a> erschien zuerst auf <a href="https://vitalportal.net">Vitalportal.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hashimoto Thyreoiditis: Symptome, Ursachen und Behandlung</title>
		<link>https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/hashimoto-thyreoiditis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Heinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 13:03:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vitalportal.net/?p=1445</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hashimoto Thyreoiditis – oft auch nur „Hashimoto“ genannt – ist eine der häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse und betrifft überwiegend Frauen, kann aber auch bei Männern auftreten. Viele Betroffene sind über Monate oder Jahre erschöpft, nehmen zu, frieren schnell oder fühlen sich einfach „nicht mehr wie früher“, ohne zu wissen, dass die Ursache im Immunsystem und der Schilddrüse liegt. Entsprechend groß ist die Verunsicherung, wenn schließlich die Diagnose gestellt wird. Nachfolgend schauen wir uns daher an, was sich genau hinter Hashimoto verbirgt, welche Ursachen aktuell diskutiert werden und welche Symptome für Hashimoto typisch sind – körperlich wie seelisch.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruese/hashimoto-thyreoiditis/">Hashimoto Thyreoiditis: Symptome, Ursachen und Behandlung</a> erschien zuerst auf <a href="https://vitalportal.net">Vitalportal.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Autorin</strong>: Katharina Heinz (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), Ernährungsberaterin und Pharmazieökonomin</em>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Inhaltliche Qualitätssicherung</strong>: <a href="https://vitalportal.net/ueber-uns/">Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Disclaimer</strong>: Der nachfolgende Beitrag dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und kann weder eine individuelle ärztliche Beratung noch eine ärztliche Diagnostik ersetzen. Im Falle von Beschwerden sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hashimoto Thyreoiditis</strong> – oft auch nur „Hashimoto“ genannt – ist eine der häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse und betrifft überwiegend Frauen, kann aber auch bei Männern auftreten. Viele Betroffene sind über Monate oder Jahre erschöpft, nehmen zu, frieren schnell oder fühlen sich einfach „nicht mehr wie früher“, ohne zu wissen, dass die Ursache im Immunsystem und der Schilddrüse liegt. Entsprechend groß ist die Verunsicherung, wenn schließlich die Diagnose gestellt wird. Nachfolgend schauen wir uns daher an, was sich genau hinter Hashimoto verbirgt, welche Ursachen aktuell diskutiert werden und welche Symptome für Hashimoto typisch sind – körperlich wie seelisch.</p>



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</style>

<div class="vp-glance-box">
  <h2>Hashimoto-Thyreoiditis: Auf einen Blick</h2>

  <div class="vp-glance-grid">
    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Was ist Hashimoto?</strong>
      <p>
        Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der
        Schilddrüse. Das Immunsystem greift Schilddrüsengewebe an, wodurch sich
        die Schilddrüse entzünden und langfristig weniger Hormone bilden kann.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Typische Beschwerden</strong>
      <p>
        Häufig sind Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene
        Haut, Haarausfall, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmung,
        Zyklusstörungen, Muskel- oder Gelenkbeschwerden.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Diagnose</strong>
      <p>
        Die Diagnose ergibt sich meist aus dem Gesamtbild: Beschwerden,
        Schilddrüsenwerten wie TSH, fT4 und ggf. fT3, Autoantikörpern wie
        TPO-AK oder Tg-AK sowie dem Ultraschall der Schilddrüse.
      </p>
    </div>

    <div class="vp-glance-item">
      <strong>Behandlung</strong>
      <p>
        Behandelt wird nicht die Autoimmunreaktion selbst, sondern eine daraus
        entstehende Schilddrüsenunterfunktion. Standard ist L-Thyroxin, wenn
        eine behandlungsbedürftige Hypothyreose vorliegt.
      </p>
    </div>
  </div>

  <div class="vp-doctor-box">
    <h3>Wann zum Arzt?</h3>

    <p>
      Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit,
      starkes Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung, Haarausfall,
      Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmung oder Zyklusstörungen
      über längere Zeit bestehen. Auch bei bekannter Hashimoto-Thyreoiditis
      sollten neue, stärkere oder widersprüchliche Beschwerden ärztlich
      eingeordnet werden.
    </p>

    <ul>
      <li>bei Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion</li>
      <li>bei tastbarer Vergrößerung, Knoten, Druckgefühl oder Schluckbeschwerden am Hals</li>
      <li>bei Kinderwunsch, Schwangerschaft oder nach einer Geburt</li>
      <li>bei Herzrasen, Zittern, innerer Unruhe, starkem Schwitzen oder Gewichtsverlust</li>
      <li>bei ausgeprägter Müdigkeit, Kältegefühl, verlangsamtem Puls oder starker Gewichtszunahme</li>
      <li>bei depressiver Stimmung, Angst, Antriebslosigkeit oder deutlicher Leistungsabnahme</li>
      <li>wenn Schilddrüsenwerte trotz L-Thyroxin stark schwanken</li>
      <li>wenn Eisen, Calcium, Magnesium, Antazida, Säureblocker oder andere Medikamente eingenommen werden, die die L-Thyroxin-Aufnahme beeinflussen können</li>
    </ul>

    <p class="vp-doctor-note">
      Sofortige medizinische Hilfe ist wichtig bei Brustschmerzen, Atemnot,
      Ohnmacht, starker Verwirrtheit, sehr langsamem Herzschlag, ausgeprägter
      Unterkühlung, starkem Herzrasen oder schweren Kreislaufproblemen.
      Solche Beschwerden sollten nicht als normale Hashimoto-Symptome
      eingeordnet werden.
    </p>
  </div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Hashimoto Thyreoiditis?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen des Schilddrüsengewebes und löst dort eine anhaltende <strong>Entzündung </strong>aus. In der Folge wird das Drüsengewebe nach und nach zerstört, sodass die Schilddrüse ihre Aufgabe – die Produktion der Schilddrüsenhormone <a href="https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/funktion-der-schilddruese/hormone-und-hormonproduktion-der-schilddruese/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin)</a> – nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Langfristig entwickelt sich daraus meist eine <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/schilddruesenunterfunktion/">Schilddrüsenunterfunktion </a></strong>(sog. Hypothyreose), was mit den typischen Symptomen einhergehen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hashimoto-Thyreoiditis ist <strong>nicht heilbar</strong> im Sinne einer Rückkehr zur ursprünglichen Schilddrüsenfunktion; die Beschwerden können jedoch durch eine individuell angepasste Gabe von Schilddrüsenhormonen in der Regel sehr gut kontrolliert werden, sodass Betroffene ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hashimoto: Ursachen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die genauen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis sind bis heute nicht vollständig geklärt. Derzeit wird jedoch von einem <strong>Zusammenspiel genetischer Veranlagung und äußerer Einflussfaktoren</strong> ausgegangen. Auch ist eine <strong>familiäre Häufung</strong> gut belegt: Tritt Hashimoto bei nahen Verwandten auf, ist das eigene Risiko ebenfalls an Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken erhöht; ebenso, wenn andere Autoimmunerkrankungen in der Familie vorkommen wie z.B. <strong>Typ-1-Diabetes</strong>, <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/zoeliakie/">Zöliakie </a></strong>oder bestimmte <strong>rheumatische Erkrankungen</strong>. Vererbt wird hierbei keine einzelne „Hashimoto-Mutation“, sondern eine allgemeine Neigung des Immunsystems, fehlzusteuern und körpereigene Strukturen anzugreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der genetischen Veranlagung werden als externe Auslöser (&#8222;Trigger&#8220;) unter anderem hormonelle Umbrüche (z. B. nach einer <strong>Schwangerschaft </strong>oder in den <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/wechseljahre/">Wechseljahren</a></strong>), schwere oder chronische <strong>Stressbelastung</strong>, bestimmte <strong>Virusinfektionen </strong>sowie ein sehr hoher oder sehr niedriger <strong>Jodkonsum </strong>diskutiert. Auch Begleitfaktoren wie <strong><a href="https://vitalportal.net/vitamin-d-kaufen/">Vitamin-D-Mangel</a></strong>, <strong>Selenmangel </strong>oder Veränderungen im <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/darmflora/">Darmmikrobiom </a></strong>werden derzeit wissenschaftlich untersucht. Sie gelten zwar nicht als alleinige Ursache, können aber den Verlauf beeinflussen. Nach aktuellem Verständnis entsteht Hashimoto also dann, wenn bei einer genetisch vorbelasteten Person ein oder mehrere externe Faktoren zusammenkommen, wodurch eine dauerhafte Fehlsteuerung des Immunsystems gegenüber dem Schilddrüsengewebe ausgelöst wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hashimoto: Symptome</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind vielschichtig und <strong>entwickeln sich schleichend</strong>. Zu Beginn der Erkrankung können Betroffene sogar zunächst völlig beschwerdefrei sein oder nur unspezifische Symptome bemerken, wie etwa anhaltende <strong>Müdigkeit</strong>, <strong>Erschöpfung </strong>oder das Gefühl, „nicht mehr richtig in die Gänge zu kommen“. Typisch sind außerdem <strong>Konzentrations- und Gedächtnisprobleme</strong>, eine gewisse innere Verlangsamung sowie ein <strong>erhöhter Bedarf an Schlaf</strong>. Weil diese Beschwerden leicht mit Stress, Überlastung oder psychischen Belastungen verwechselt werden, bleibt Hashimoto gerade in der Anfangsphase häufig unerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Verlauf stehen in der Regel die klassischen <strong>Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion</strong> (Hypothyreose) im Vordergrund, da die entzündete Schilddrüse immer weniger Hormone produziert. Typische Anzeichen sind dann <strong>Gewichtszunahme </strong>trotz unveränderter Ernährung, vermehrtes <strong>Frieren</strong>, eine verlangsamte Verdauung (<strong>Verstopfung</strong>), <strong>trockene Haut</strong>, <strong>brüchige Haare und Nägel</strong> sowie <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/haarausfall/">Haarausfall</a></strong>. Viele Betroffene berichten zudem über <strong>Muskel- und Gelenkschmerzen</strong>, <strong>Wassereinlagerungen </strong>(Ödeme) und eine veränderte, oft <strong>heisere Stimme</strong>. Auch der <strong>Menstruationszyklus </strong>kann sich verschieben, die Blutung kann stärker oder unregelmäßiger werden, und es kann zu <strong>Schwierigkeiten bei Kinderwunsch</strong> kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den genannten körperlichen Symptomen treten häufig auch <strong>psychische Veränderungen</strong> auf. Dazu gehören <strong>Antriebslosigkeit</strong>, <strong>depressive Verstimmungen</strong>, <strong>Reizbarkeit</strong>, <strong>innere Unruhe</strong> oder <strong>Angstgefühle</strong>. Nicht selten fühlen sich Betroffene „emotional wie ausgebremst“ und erkennen sich selbst kaum wieder. Wichtig ist: All diese Symptome können, müssen aber nicht gleichzeitig auftreten und sind zudem nicht spezifisch nur für Hashimoto. Gerade die Kombination aus verschiedenen Symptomen sollten Anlass geben sich <strong>in ärztliche Behandlung zu geben</strong>, um u. a. die Schilddrüse gezielt untersuchen zu lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hashimoto: Diagnose</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis basiert auf einer Kombination aus Anamnese (Gespräch), körperlicher Untersuchung, Blutwerten und bildgebender Diagnostik:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <strong>Anamnesegespräch </strong>fragt der Arzt zunächst nach typischen Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen oder Zyklusstörungen. Auch Vorerkrankungen, familiäre Häufungen von Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen und ein eventuell bestehender (unerfüllter) Kinderwunsch werden berücksichtigt. Bei der <strong>körperlichen Untersuchung</strong> wird unter anderem der Hals abgetastet, um Größe und Struktur der Schilddrüse grob einzuschätzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Entscheidend sind dann jedoch die Laboruntersuchungen</strong>. Standardmäßig werden das Steuerhormon <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thyreotropin" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TSH</a> sowie die freien Schilddrüsenhormone<strong> fT4</strong> und oft auch <strong>fT3 </strong>bestimmt. Ein erhöhtes TSH bei erniedrigten fT4-Werten spricht für eine manifeste Unterfunktion, während ein bereits erhöhtes TSH bei noch normalen Hormonwerten auf eine beginnende (subklinische) Unterfunktion hinweisen kann. Für die Diagnose Hashimoto werden zusätzlich <strong>Autoantikörper </strong>gemessen, vor allem <a href="https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesendiagnostik/blutuntersuchungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Anti-TPO </strong>(Thyreoperoxidase-Antikörper) und häufig auch <strong>Anti-Tg</strong> (Thyreoglobulin-Antikörper)</a>. <strong>Erhöhte Werte dieser Antikörper sind ein typischer Hinweis auf eine autoimmune Entzündung der Schilddrüse</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzend kommt in der Regel ein <strong>Ultraschall </strong>(Sonografie) der Schilddrüse zum Einsatz. Dabei zeigt sich bei Hashimoto häufig ein verkleinertes oder inhomogen verändertes Organ mit einer charakteristisch <strong>echoarmen („dunkleren“) Struktur</strong>. Anhand von Form, Größe, Gewebecharakter und gegebenenfalls Knotenbildung kann der Arzt die Diagnose weiter absichern und andere Ursachen ausschließen. In seltenen Zweifelsfällen können weitere Untersuchungen folgen, etwa eine <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Schilddr%C3%BCsenszintigraphie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Szintigrafie</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt ergibt sich die Diagnose also aus dem Gesamtbild: typischen Beschwerden, veränderten Hormonwerten, nachweisbaren Antikörpern und einem charakteristischen Ultraschallbefund.</p>



<h2>Hashimoto einordnen: Werte, Beschwerden und nächste Schritte</h2>

<table>
  <thead>
    <tr>
      <th>Befund oder Situation</th>
      <th>Mögliche Bedeutung</th>
      <th>Was sinnvoll sein kann</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Erhöhte TPO-AK oder Tg-AK bei normalen Schilddrüsenwerten</td>
      <td>Kann auf eine autoimmune Schilddrüsenentzündung hinweisen, bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Hormontherapie nötig ist.</td>
      <td>TSH, fT4 und Beschwerden regelmäßig kontrollieren lassen; Ultraschall kann die Einordnung unterstützen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Erhöhtes TSH bei normalem fT4</td>
      <td>Kann zu einer latenten Schilddrüsenunterfunktion passen.</td>
      <td>Verlauf, Beschwerden, Alter, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Begleiterkrankungen ärztlich berücksichtigen lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Erhöhtes TSH und erniedrigtes fT4</td>
      <td>Spricht für eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion.</td>
      <td>Ärztlich behandeln lassen; in der Regel kommt L-Thyroxin zum Einsatz.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung und trockene Haut</td>
      <td>Typische Beschwerden einer Unterfunktion, aber nicht spezifisch nur für Hashimoto.</td>
      <td>Schilddrüsenwerte prüfen lassen und auch andere Ursachen wie Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Schlafstörungen oder Depression berücksichtigen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Herzrasen, Zittern, Schwitzen, innere Unruhe oder Gewichtsverlust</td>
      <td>Kann auf eine Überfunktion, eine zu hohe L-Thyroxin-Dosis oder eine vorübergehende Entzündungsphase hinweisen.</td>
      <td>TSH, fT4 und ggf. fT3 zeitnah kontrollieren lassen; Dosis nicht eigenständig stark verändern.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Schwankende Werte trotz regelmäßiger L-Thyroxin-Einnahme</td>
      <td>Möglich sind Einnahmefehler, Wechselwirkungen, Magen-Darm-Probleme oder unterschiedliche Präparate.</td>
      <td>L-Thyroxin möglichst konstant einnehmen und Abstand zu Calcium, Eisen, Magnesium, Antazida, Kaffee und Nahrungsergänzungsmitteln beachten.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Beschwerden trotz TSH im Referenzbereich</td>
      <td>Nicht alle Beschwerden müssen von der Schilddrüse kommen; gleichzeitig kann die individuelle Einstellung überprüft werden.</td>
      <td>fT4, Einnahmezeitpunkt, Begleiterkrankungen, Nährstoffmängel, Schlaf, Stress und Medikamente ärztlich mitbewerten lassen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Kinderwunsch oder Schwangerschaft</td>
      <td>Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen kann sich verändern; eine gute Einstellung ist besonders wichtig.</td>
      <td>Frühzeitig gynäkologisch/endokrinologisch beraten lassen und TSH-Kontrollen engmaschiger planen.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Glutenfreie Ernährung wird erwogen</td>
      <td>Ein genereller Nutzen für alle Hashimoto-Betroffenen ist nicht eindeutig belegt; bei Zöliakie ist glutenfrei jedoch notwendig.</td>
      <td>Vor einer langfristigen Glutenmeidung Zöliakie abklären lassen und Ernährung nicht unnötig einschränken.</td>
    </tr>

    <tr>
      <td>Selen, Vitamin D oder andere Nahrungsergänzungsmittel</td>
      <td>Einzelne Studien zeigen Effekte auf Antikörperwerte, der patientenrelevante Nutzen ist aber nicht immer klar.</td>
      <td>Mängel gezielt prüfen lassen und Supplemente nicht hochdosiert ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>



<h2 class="wp-block-heading">Hashimoto: Behandlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis zielt in erster Linie darauf ab, die entstehende Schilddrüsenunterfunktion auszugleichen und hierdurch die auftretenden Beschwerden zu lindern. <strong>Standardtherapie ist die Gabe von Schilddrüsenhormonen</strong>, in der Regel <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thyroxin" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Levothyroxin </a>(sog. &#8222;L-Thyroxin&#8220;) in Tablettenform. Dieses synthetische Hormon entspricht dem natürlichen Schilddrüsenhormon und ersetzt die fehlende Hormonproduktion der geschädigten Schilddrüse. Die Dosierung von L-Thyroxin wird bei jedem Betroffenen individuell festgelegt und ist abhängig von den Laborwerten (insbesondere TSH, fT4), dem Körpergewicht, Alter und den vorhandenen Beschwerden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Beginn der Therapie wird die <strong>Dosis schrittweise angepasst</strong>. Da sich der Hormonhaushalt nur langsam stabilisiert, werden <strong>Kontrolluntersuchungen in Abständen von meist 6–8 Wochen</strong> durchgeführt, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat. Ziel ist ein TSH-Wert im gewünschten <a href="https://gpnotebook.com/de/pages/dermatologie/zielwert-fur-tsh-wahrend-einer-thyroxintherapie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zielbereich </a>(ca. 0,4 &#8211; 2,0 mIU/L) sowie ein subjektiv gutes Befinden der Patientin oder des Patienten. Ist die passende Dosis gefunden, reichen in der Regel wenige Kontrollen pro Jahr. Die Behandlung mit L-Thyroxin ist lebenslang notwendig, da sich das geschädigte Schilddrüsengewebe in der Regel nicht erholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der o. g. Hormonersatztherapie kann es bei einem nachgewiesenen <strong>Vitamin-D-Mangel</strong> sinnvoll sein, ein <strong><a href="https://vitalportal.net/vitamin-d-kaufen/">Vitamin-D-Präparat</a></strong> einzunehmen, um den Mangel auszugleichen und hierdurch das Immunsystem zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wird bei Hashimoto immer wieder die Einnahme von <strong>Selen </strong>diskutiert, da es an der Umwandlung von T4 in das aktive T3 sowie an antioxidativen Prozessen beteiligt ist. Bei nachgewiesenem Selen-Mangel kann eine zeitlich begrenzte, fachlich begleitete Einnahme sinnvoll sein. Hochdosierte Präparate „auf Verdacht“ sind jedoch <strong>nicht </strong>empfehlenswert; entsprechend sollten die Dosierung und die Einnahmedauer stets mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hashimoto: Ernährung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die richtige Ernährung bei Hashimoto kann die Autoimmunerkrankung zwar nicht heilen, jedoch kann sie das Wohlbefinden und möglicherweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Insgesamt gilt eine ausgewogene, entzündungsarme Kost als empfehlenswert: viel Gemüse, Obst, hochwertige Fette (z. B. aus Nüssen, Saaten, pflanzlichen Ölen), ausreichend Eiweiß und möglichst wenig stark verarbeitete Produkte, Zucker und Transfette. Eine solche Ernährungsweise unterstützt das Immunsystem grundsätzlich und kann chronische Entzündungsprozesse im Körper generell günstig beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Rolle bei der Ernährung spielt jedoch <strong>Jod</strong>: Bei Hashimoto ist hierbei <strong>Vorsicht geboten!</strong> Sowohl ein ausgeprägter Jodmangel als auch ein sehr hoher Jodkonsum können bei Hashimoto problematisch sein. In der Regel wird eine <strong>moderate, bedarfsgerechte Jodzufuhr</strong> empfohlen, extreme Jodmengen – etwa durch hochdosierte Präparate oder exzessiven Konsum jodreicher Lebensmittel – sollten vermieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder wird auch der Verzehr von <strong>Gluten </strong>und <strong>Milchprodukten </strong>diskutiert. Einige Hashimoto-Betroffene berichten über eine Besserung von Beschwerden, wenn sie glutenarm oder glutenfrei essen – insbesondere, wenn gleichzeitig eine Glutenunverträglichkeit oder <strong><a href="https://vitalportal.net/gesundheit/zoeliakie/">Zöliakie </a></strong>vorliegt. Wissenschaftlich ist ein genereller Verzicht für alle Hashimoto-Patientinnen und -Patienten <strong>bislang nicht eindeutig belegt</strong>. Sinnvoll kann es sein, individuell zu testen was gut vertragen wird und was nicht. Zudem empfiehlt es sich, auf den eigenen Körper zu hören: Eine Ernährung, die Beschwerden reduziert, langfristig umsetzbar ist und Freude am Essen erhält, ist langfristig sinnvoller/wertvoller als starre Verbote oder kurzfristige „Trend-Diäten“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Häufig gestellte Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist der Unterschied zwischen Hashimoto und einer Schilddrüsenunterfunktion?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hashimoto-Thyreoiditis ist in erster Linie eine Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem greift die Schilddrüse an und löst dort eine chronische Entzündung aus. Diese Entzündung kann mit der Zeit dazu führen, dass die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert – in der Folge entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Hashimoto ist damit eine mögliche Ursache einer Unterfunktion, aber nicht jede Unterfunktion beruht auf Hashimoto. Eine Hypothyreose kann zum Beispiel auch durch Operationen an der Schilddrüse, Radiojodtherapie, bestimmte Medikamente oder einen ausgeprägten Jodmangel entstehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie ist der Krankheitsverlauf bei Hashimoto?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hashimoto ist chronisch und verläuft meist schleichend. Viele Betroffene haben über Jahre zunächst normale Schilddrüsenwerte, obwohl die Autoimmunentzündung bereits im Hintergrund abläuft. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu einer Phase der sogenannten subklinischen Hypothyreose (erhöhtes TSH, aber noch normale Hormone), bevor sich eine manifeste Unterfunktion mit deutlichen Beschwerden entwickelt. Dieser Prozess kann sich über viele Jahre hinziehen, verläuft aber individuell sehr unterschiedlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sollte ich bei Hashimoto Jod meiden?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jod ist ein essenzielles Spurenelement und Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Ein schwerer Jodmangel kann eine Schilddrüsenvergrößerung und Unterfunktion begünstigen – unabhängig davon, ob Hashimoto vorliegt oder nicht. Gleichzeitig gilt: Sehr hohe Jodmengen (z. B. über hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel oder exzessiven Konsum jodreicher Algenprodukte) können bei dafür anfälligen Personen die Autoimmunreaktion an der Schilddrüse verstärken oder Schilddrüsenfunktionsstörungen auslösen. Daher wird bei Hashimoto meist eine maßvolle Jodzufuhr empfohlen, die ungefähr dem allgemeinen <a href="https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tagesbedarf von etwa 150 µg für Erwachsene</a> entspricht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wirkt sich Hashimoto auf die Psyche aus?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Hashimoto kann sich auf die Psyche auswirken – und zwar auf mehreren Ebenen: Zum einen führt die Schilddrüsenunterfunktion selbst häufig zu Symptomen wie Antriebslosigkeit, depressiver Stimmung, Reizbarkeit oder Angstgefühlen. Zum anderen zeigen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29800939/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studien</a>, dass Menschen mit Autoimmunthyreoiditis (also Hashimoto – auch bei normalen Hormonwerten) ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Angststörungen haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie erkenne ich einen Hashimoto-Schub?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff „Hashimoto-Schub“ ist kein klar definierter medizinischer Fachbegriff, wird aber von vielen Betroffenen verwendet, um Phasen beschwerdeintensiverer Tage oder Wochen zu beschreiben. Typisch sind dann deutliche Verstärkungen bekannter Symptome: starke Erschöpfung, ausgeprägtes Kälteempfinden oder Hitzewallungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, innere Unruhe, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Manche berichten auch über ein Druck- oder Engegefühl im Halsbereich, als würde „etwas auf der Schilddrüse sitzen“. </p>



<h2>Quellen und Studien</h2>

<ol>
  <li>
    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin:
    <em>Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis.</em>
    S2k-Leitlinie, AWMF-Registernummer 053-046, Version 2.4, Stand 01.04.2023.
    <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-046" target="_blank" rel="noopener">AWMF-Leitlinienregister</a>
  </li>

  <li>
    NICE:
    <em>Thyroid disease: assessment and management.</em>
    NICE Guideline NG145, last reviewed 03.10.2025.
    <a href="https://www.nice.org.uk/guidance/ng145" target="_blank" rel="noopener">NICE</a>
  </li>

  <li>
    Centanni M. et al.:
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    European Thyroid Journal, 2025.
    <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40622204/" target="_blank" rel="noopener">PubMed</a>
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    Thyroid, 2014; 24(12): 1670–1751.
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  </li>

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    <em>Hashimoto&#8217;s Thyroiditis.</em>
    Endotext, NCBI Bookshelf.
    <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK285557/" target="_blank" rel="noopener">NCBI Bookshelf</a>
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  </li>
</ol>



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